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Diese Branchen werden die US-Steuerreform wahrscheinlich bejubeln

In der Finanzbranche gibt es offenbar große Erwartungen an eine neue unternehmerfreundliche Politik in den Vereinigten Staaten, nachdem Donald Trump am 20. Januar als 45. Präsident des Landes vereidigt wurde. Ob Trumps Wahlversprechen tatsächlich zu politischen Veränderungen führen werden, wird sich noch herausstellen, aber was mögliche Steuerreformen und Pläne für öffentliche Ausgaben betrifft, so werden gewiss manche Sektoren mehr als andere profitieren. Ed Perks, Chief Investment Officer bei Franklin Templeton Equity, ordnet Finanz-, Konsum- und Industriewerte (allgemein) dieser Kategorie zu. Zwar blickt er in Bezug auf den Aktienmarkt optimistisch auf das bevorstehende Jahr, aber er gibt zu bedenken, dass es noch viele Unbekannte gibt.

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In den Vereinigten Staaten zeichnet sich die Steuerreform als Grundpfeiler der Trump-Regierung ab, und wir erwarten hier im Rahmen der Budgetabstimmung in den nächsten Monaten entsprechende Maßnahmen mit Implikationen für das Anlageverhalten. Obwohl bisher nur wenig konkrete Einzelheiten bekannt sind, sollten uns einige deutliche Ähnlichkeiten in den vorliegenden Vorschlägen als Orientierung dienen. Heben wir drei dieser Vorschläge hervor:

  • Senkung des Grenzsteuersatzes der Bundessteuer auf Unternehmensgewinne
  • Vereinfachung des Steuersystems und Abschaffung der meisten bzw. zahlreicher Steuererleichterungen für Unternehmen
  • Steuerbefreiung bei der Rückführung von im Ausland erzielten Unternehmensgewinnen

Es ist schwierig, die Auswirkungen eines politischen Kurswechsels isoliert zu betrachten. Dennoch sind wir der Meinung, dass eine umfangreiche Steuerreform, flankiert durch weitere konjunkturpolitische Maßnahmen wie Infrastrukturausgaben und Rückführung von Auslandsgewinnen, sehr effektiv (zumindest auf kurze Sicht) sein könnte, um das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den nächsten Jahren anzukurbeln bzw. zu beschleunigen.

In Bezug auf die möglichen Folgen für den Markt und die Sektoren möchten wir zunächst die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform betrachten. Die Steuerreformpläne der Arbeitsgruppe der republikanischen Regierung zielen nach unserer Einschätzung auf einige der Probleme, die nach Meinung vieler zur mangelnden Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Steuersystems beigetragen haben.

Die weltweiten Gewinne von US-Unternehmen unterliegen derzeit einem Bundessteuersatz von 35%. Ausländische Erträge werden erst bei ihrer Rückführung (ebenfalls mit 35%) versteuert, abzüglich aller im Ausland bezahlten Steuern; in der Realität stellte dies jedoch für multinationale Unternehmen einen Anreiz dar, ihre im Ausland erzielten Erträge im Umfang von über US$ 2,5 Billionen im Ausland zu belassen. Wir rechnen mit einer einmaligen Steuerbefreiung auf die thesaurierten Unternehmensgewinne im Ausland. Wir halten dies sogar für wahrscheinlich, unabhängig davon, ob Kapital tatsächlich aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten überführt wird.

Während einige der ursprünglichen Steuerreformvorschläge Unternehmenssteuern von nur 15 bis 20% vorsahen, rechnen wir damit, dass sie letztlich auf 20 bis 25% gesenkt werden, wobei eine ganze Reihe von Steuerermäßigungen und -gutschriften abgebaut werden dürfte. Dies würde zu einer wesentlichen Vereinfachung des Steuersystems führen.

Finanzwerte, nichtzyklische Konsumgüter und Industriewerte dürften profitieren

Die möglichen Steuerreformen in den USA werden wahrscheinlich weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Sektoren und Unternehmen des Aktienmarkts haben, aber letzten Endes hängt dies von der jeweiligen Situation des Unternehmens ab. Sektorenübergreifend dürften davon manche Unternehmen stärker profitieren als andere. Nach unserer Einschätzung werden dies vor allem Finanzdienstleistungsunternehmen mit höheren effektiven Steuersätzen sein. In diese Kategorie würden wir auch Unternehmen in den Bereichen zyklische Konsumgüter, nichtzyklische Konsumgüter und Industrie einordnen, insbesondere Unternehmen mit einem hohen Anteil an inländischen Produktionsbetrieben und/oder einer spezifischen Exportorientierung. Unternehmen, die mit großen Warenimporteuren konkurrieren, könnten dadurch einen Wettbewerbsvorteil erhalten.

Für Gesundheits- und Technologieunternehmen könnte der Vorteil geringer ausfallen; in diesen Sektoren könnten die Ertrags- und GAAP-Steuersätze[1] sogar erhöht werden, insbesondere für Unternehmen, die etwas aggressivere Steuerstrategien verfolgen und/oder einen wesentlichen Teil ihrer Betriebstätigkeit ins Ausland verlagert haben.

Im Großen und Ganzen erwarten wir, dass sich die Steuerreform auf US-Aktien allgemein positiv auswirkt. Der Vorteil durch niedrigere Steuersätze wird sich auf Unternehmensebene wahrscheinlich zwischen Ergebnis und Cashflow aufteilen. Angesichts höherer Ausgaben und möglicher Inlandsinvestitionen sowie weiterer Anreizmaßnahmen gehen wir davon aus, dass das BIP der USA innerhalb der nächsten Jahre um 0,5% bis 1,0% wachsen wird.

Wir bleiben optimistisch, was die Kombination dieser verschiedenen Initiativen betrifft: Steuerreform, Vereinfachung des Steuersystems, Rückführung ausländischer Gewinne, Infrastrukturausgaben, die Möglichkeit, Inlandsausgaben zu erhöhen oder zu fördern und Anstieg der Inlandsinvestitionen. Der Rückgang der Produktivität war einer der maßgeblichen Faktoren für die Verlangsamung des Gewinnwachstums in den vergangenen Jahren. Viele der oben erwähnten Initiativen könnten nach unserer Auffassung in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Produktivität zu steigern und das Gewinnwachstum zu verbessern. Mit langfristigem Fokus und engagierter Recherche kann es uns gelingen, unter den neu entstehenden Rahmenbedingungen interessante Möglichkeiten zu finden.

CFA® und Chartered Financial Analyst® sind Marken des CFA Institute.

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Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

[1] Allgemein anerkannte Rechnungslegungsgrundsätze (Generally Accepted Accounting Principles, GAAP) sind die Grundsätze, Normen und Verfahren der Rechnungsführung, die Unternehmen bei der Erstellung von Jahresabschlüssen beachten müssen.