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Anleihen

Warum Anleger in Anleihen sich nicht über eine Straffung durch die Fed grämen sollen

Die Märkte waren davon ausgegangen, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen auf ihrer März-Sitzung anheben würde, und die Fed hat genau das getan. Sie hob den wichtigen Zinssatz für kurzfristige Kredite – den Tagesgeldsatz – zum zweiten Mal in drei Monaten an. Außerdem hat die Fed angekündigt, dass sie damit die Straffung der Geldpolitik noch nicht beendet hat, sondern dass noch viele Fragen offen sind. Für Chris Molumphy von der Franklin Templeton Fixed Income Group ist der Schritt der Fed ein Votum für das Vertrauen in die US-Wirtschaft, angesichts der positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie des Vertrauens der Verbraucher und Unternehmen. Er erinnert uns daran, dass sich die langfristigen Zinsen wahrscheinlich nicht im Gleichschritt mit den Anhebungen des Tagesgeldsatzes bewegen werden, und dass es wichtig ist, dass er abgesehen von den Zinserhöhungen noch mehrere attraktive Bereiche im Universum der festverzinslichen Anlagen sieht.

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Angesichts der Anzeichen für eine gesunde Wirtschaft scheint es immer deutlicher, dass wir uns in einem Umfeld steigender kurzfristiger Zinsen befinden. Für die Zukunft erwartet und wahrscheinlich ein stetiger statt sprunghafter Anstieg der kurzfristigen Zinsen, während die Fed ein neutraleres Feld der Zinssätze anstrebt. Im Bereich der festverzinslichen Anlagen ist es wichtig, zu verstehen, dass kurzfristige und langfristige Zinssätze sich meistens nicht im Gleichschritt bewegen, da mehrere Faktoren sich auf die langfristigen Zinsen auswirken können.

Dies bedeutet, dass die Folgen in den Sektoren der festverzinslichen Anlagen unterschiedlich sein werden.

Wir halten die Zinsanhebung durch die Fed als ein solides Zeichen, dass die Fed das Offensichtliche bestätigt, nämlich die breit angelegte Stärke der US-Binnenwirtschaft, besonders angesichts der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie beim Verbraucher- und Unternehmervertrauen.

Die Fed strebt außerdem eine eher neutrale Höhe der Zinsen an und erhält damit mehr Einfluss auf die Wirtschaft. Mit einer neutraleren Zinshöhe kann die Fed in der Zukunft alle ihre Instrumente einsetzen, falls sie den Kurs umkehren müsste. Eine unserer Sorgen ist, dass wenn die Fed weiter die Zinsen niedrig halten würde und die Wirtschaft überraschenderweise einbräche, dann wäre die Fed nicht in der Lage, die Konjunktur mithilfe von Zinssenkungen anzukurbeln. Wenngleich die Fed möglicherweise nicht so bald auf diese Instrumente zurückgreifen muss, ist es wichtig, über diese Möglichkeit zu verfügen.

Angesichts der Stärke der Wirtschaftsindikatoren sind wir der Meinung, dass die Fed verstärkt das Risiko lief, hinsichtlich der Anhebung der kurzfristigen Zinsen ins Hintertreffen zu geraten. Wir erinnern daran, dass der Tagesgeldzins bei Null beginnt, wo er über lange Zeit gestanden hat, und dass er im historischen Vergleich auch nach dem jüngsten Schritt der Fed niedrig ist.

Andererseits müssen wir nicht unbedingt davon ausgehen, dass die langfristigen Zinsen sich im Gleichschritt bewegen werden. Der 10-Jahres-Zins von Staatsanleihen steigt womöglich allmählich an, aber nicht parallel.

Anleihen: Sektoren im Fokus

Einer positiven Beurteilung der Wirtschaft im Allgemeinen entsprechend, wenn es auch länger gebraucht hat, sind wir bei Unternehmensanleihen, sowohl im Investment-Grade- als auch im High Yield-Bereich, sowie bei verbrieften Forderungen (Bankforderungen) positiv gestimmt. Wir sind weiterhin der Meinung, dass diese Sektoren insgesamt von günstigen Wirtschaftslage profitieren könnten.

Bei den Unternehmensanleihen unterhalb Investment-Grade bestand das größte Risiko stets in notleidenden und insolventen Unternehmen. Wir sind uns dieses Risikos im aktuellen Zyklus der US-Wirtschaft durchaus bewusst. Daher beobachten wir die Situation genau, jedoch sehen wir keine Frühwarnzeichen einer allgemeinen Bonitätsverschlechterung, zumindest nicht kurz- bis mittelfristig.

Außerdem bleiben wir bei unserer Meinung, dass der Sektor der Kommunalanleihen unter Relative-Value-Aspekten attraktiv ist. Generell haben wir eine positive Meinung zu den Fundamentaldaten, die von den meisten Städten und Bundesstaaten vorherrschen.

Insgesamt gehen wir daher davon aus, dass die Fed wahrscheinlich die kurzfristigen Zinsen weiter anheben wird, da sie bestrebt ist, eine eher neutrale Zinshöhe auf der Renditekurve einzunehmen, und dass sie dies gleichmäßiger über die Zeitschiene verteilen wird. Aufgrund der Stärke der US-Wirtschaft sehen wir die festere Geldpolitik der Fed gern. Nach unserer Meinung gibt es noch zahlreiche potenzielle Gelegenheiten im Raum der festverzinslichen Anlagen für Investoren.

 

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen entgegen der Richtung der Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Veränderungen der Finanzkraft eines Anleihenemittenten oder der Bonitätsbewertung einer Anleihe können sich auf deren Wert auswirken. Die Anlage in höher und variabel verzinslichen Anleihen und Schuldtiteln mit niedrigerem Rating birgt ein größeres Ausfallrisiko. Dies könnte zum Verlust des angelegten Kapitals führen – ein Risiko, das bei nachlassender Konjunktur steigen kann.

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