Ein Blick hinter die Schlagzeilen: Aufspüren von Chancen auf den globalen Märkten
31. März 2017

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Bei Märkten, die teilweise auf die geopolitischen Ereignisse reagieren, ist es schwierig, nicht von den Schlagzeilen verunsichert zu werden. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, nahmen einige unserer leitenden Investment-Experten kürzlich an einer Gesprächsrunde teil, in der die Ereignisse, die derzeit auf die globalen Märkte einwirken, ihre Folgen für Anleger und die sich künftig möglicherweise bietenden Chancen erörtert wurden.  In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die Gesprächsrunde.

Bitte laden Sie für ausführlichere Informationen unseren Fachartikel herunter: „Beyond the Headlines: Aufspüren von Chancen an den aktuellen Märkten.“

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Teilnehmer der Gesprächsrunde sind:

Christopher J. Molumphy, CFA
Executive Vice President
Chief Investment Officer, Franklin Templeton Fixed Income Group

Edward D. Perks, CFA
Executive Vice President
Chief Investment Officer, Franklin Templeton Equity

Stephen H. Dover, CFA
Managing Director, Chief Investment Officer, Templeton Emerging Markets Group und Franklin Local Asset Management

Dr. Sonal Desai
Senior Vice President, Director of Research, Templeton Global Macro


Ed Perks: In den USA erkennen wir Potenzial für schnelleres Wachstum – Potenzial für höhere Gewinne, höheren Cashflow und höhere Dividenden. Gleichzeitig erkennen wir eine stärkere Differenzierung innerhalb der Sektoren und unter den Einzeltiteln. Meiner Meinung nach eignet sich dieses Umfeld gut für aktive Manager wie uns, sodass wir uns im weiteren Verlauf dieses Zyklus hoffentlich auszeichnen können.

Die Märkte begrüßten einen gewissen Reflationshandel und die Erwartungen eines schnelleren Wachstums generell mit einem starken Anstieg des Geschäfts- und Konsumklimas. Ich glaube, wir sehen allmählich einen Wandel in der Wahrnehmung dessen, was Unternehmen im Hinblick auf dauerhafte, attraktive Gewinnmargen in Verbindung mit positiven potentiellen Änderungen der Politik, einschließlich Steuersenkungen und Deregulierung, letztlich leisten können.

Wir halten US-Aktien relativ betrachtet nach wie vor für ziemlich attraktiv. Es gibt weiteres Aufwärtspotenzial, jedoch auch Risiken, die wir beobachten müssen. Reflation kann positiv sein, doch es gibt noch eine andere Seite der Medaille. Inflation, steigende Inputkosten und steigender Lohndruck können zusammengenommen problematisch sein und einige der positiven Aspekte wettmachen.

Betrachtet man die weltweiten Aktienmärkte, so gab es in einigen Regionen im Vergleich zu den USA eine schlechtere Wertentwicklung, und generell finden wir die etwas niedrigeren Bewertungen interessant. Ich halte die Erwartungen ebenfalls für ziemlich niedrig. Solide multinationale Unternehmen, die breit aufgestellt und in der US-Wirtschaft und in Schwellenländern engagiert sind, erscheinen uns interessant.

Sonal Desai: Wir sind der Auffassung, dass viele Akteure rund um den Globus die negativen bzw. katastrophalen Folgen der Handelspolitik auf die Schwellenländer überschätzen. Nach unserer Einschätzung gibt es unverändert sehr viele potentielle Chancen.

Lateinamerika beispielsweise ist eine Region, die ähnlich wie derzeit einige Industrieländer eine Welle des Populismus erlebte, dies jedoch bereits vor zehn Jahren. Mittlerweile ist in einigen dieser Länder, darunter Argentinien und Brasilien, eine Entwicklung weg vom Populismus zu beobachten.

Und dann gibt es auch noch Länder wie Mexiko und Kolumbien, die nie wirklich in diese Richtung gingen und in denen es seit geraumer Zeit eine extrem gute Politik gibt. In weiten Teilen Lateinamerikas sehen wir attraktive Chancen zu attraktiven Bewertungen.

Die Risiken des Populismus nehmen wir sehr ernst. Ich glaube, dass viele Akteure in gewisser Weise unterschätzen, wie bedeutend die gegenwärtige Welle des Populismus ist. Einwanderung, der Nährboden dieser Welle des Populismus, ist für den durchschnittlichen Verbraucher ein Thema, das ihn unmittelbar betrifft, und nichts Abgehobenes wie z. B. Haushaltsdefizite. Einwanderung ist in ganz Europa derzeit ein großes Thema.

Die Politik im Euro-Raum wird sich vermutlich ein wenig an diese Welle des Populismus anpassen müssen. Die nächsten Monate dürften zeigen, wie groß die Belastungen für die Märkte hierdurch sein werden.

Stephen Dover: Meiner Ansicht nach liegt die größte Chance darin zu verstehen, wie die Schwellenländer sich verändert haben, und hierdurch die entstehenden Chancen insbesondere im Bereich Technologie zu erkennen. Eine Region oder eine Zone, die unser Team derzeit als Lichtblick betrachtet, ist generell Lateinamerika.

Überdies konnten wir Gewinnsteigerungen und steigende Bewertungen in Schwellenländerunternehmen beobachten und wir sind der Ansicht, dass dies bei den jeweiligen, vielleicht bereits unterbewerteten Währungen mehr Chancen bietet.

Insgesamt entwickeln sich die Schwellenländer gut. Wenn man sich einige der negativen Schlagzeilen des letzten Jahres anschaut, darunter die großen Sorgen um den Handel und den steigenden US-Dollar, hätte man eine schlechte Wertentwicklung bei Schwellenländeraktien erwarten können, doch insgesamt übertrafen die Schwellenländer 2016 die Industrieländer.[1]

Wir vertreten die Ansicht, dass die Schwellenländer insgesamt vermutlich besser als je zuvor auf steigende US-Zinssätze vorbereitet sind. Nach unserer Einschätzung sind die steigenden Zinsen bereits in den Markt eingepreist. Und der Handel entwickelt sich heutzutage ganz anders als in der Vergangenheit, als die Schwellenländer vornehmlich günstige Waren an die Industrieländer verkauften.

Für die größten Risiken derzeit halte ich (unbegründete) Panik und Verunsicherung und ich würde den Anlegern dringend empfehlen, nicht zu viel Zeit mit der Beobachtung der Politik zu verbringen. Wir legen in einzelnen Unternehmen an, und die meisten dieser Unternehmen finden sich in einem volatilen Umfeld zurecht.

Einer der größten Vorteile, den wir gegenüber einem eher passiven Investmentansatz haben, sind die Einblicke vor Ort, die wir in die Entwicklungen in einem bestimmten Land haben. Wenn wir beispielsweise einige der Lichtblicke im Schwellenländeruniversum aus Lateinamerika betrachten, erkennen wir die positiven Veränderungen. In Peru, Argentinien und Brasilien sehen wir eine Menge Potenzial.

Chris Molumphy: Allgemein gesprochen sind wir mit den Fundamentaldaten der Unternehmen zufrieden. So setzen wir im Bereich der festverzinslichen Anlagen auf Investment-Grade- und High-Yield-Titel sowie gehebelte Bank Loans. Auch Kommunalanleihen sind ein Bereich des Marktes, der uns interessant erscheint. Allgemein betrachtet sind die Bewertungen in Staaten, Städten oder sonstigen Kommunen relativ attraktiv, und die Fundamentaldaten erscheinen uns robust und angemessen.

Der Sektor High Yield ist der festverzinsliche Bereich mit der größten Ähnlichkeit zu Aktien, und in letzter Zeit beobachten wir ähnlich dem Aufwärtstrend bei den Aktienbewertungen steigende High-Yield-Bewertungen. Betrachten wir High-Yield-Bewertungen auf Grundlage des Spreads zu Schatzanleihen im Vergleich zur eigenen Vergangenheit, können wir das Argument anführen, dass der Sektor angesichts dessen, dass dieser Spread ein wenig unter den langfristigen Mittelwerten liegt, allmählich überbewertet erscheint. Wir halten die Fundamentaldaten des Marktes im Bereich Investment Grade und darunter jedoch für robust, und der Ausblick für Unternehmen erscheint uns gut.

Nach unserer Einschätzung befindet sich die US-Wirtschaft insgesamt in einer ziemlich robusten Verfassung. Die Anhebung des kurzfristigen Leitzinses (Federal Funds Rate) durch die US-Notenbank (Fed) auf eine Zielspanne von 0,75 % bis 1 % im März verstehen wir als Bestätigung dessen.

Wir halten die Zinsanhebung überdies für eine Rückkehr zu einem normaleren Ansatz in der Geldpolitik.

Es sollte betont werden, dass die längerfristigen Schatzanleihen auf den Zinsschritt der Fed vom 15. März durchaus positiv reagierten. Die längerfristigen Zinssätze stiegen nicht unmittelbar; tatsächlich gingen sie nach der Ankündigung der Fed anfänglich zurück.

Diese Entkopplung zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen ist wichtig, denn sie entkräftet die weitläufige Annahme, dass alle festverzinslichen Produkte in einem Umfeld mit steigenden Zinsen eine schlechte Anlage sind. Die Festzinsmärkte sind riesig und vielschichtig; in allen unterschiedlichen Marktumfeldern können gute Anlagechancen gefunden werden.

 

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen entgegen der Richtung der Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. High-Yield-Papiere tragen die mit solchen niedriger bewerteten Titeln verbundenen höheren Kreditrisiken und weisen mitunter die niedrigeren Marktkurse für solche Instrumente auf. Zinsveränderungen können sich auf den Anteilspreis und die Rendite des Fonds auswirken. Sofern Schatzanleihen bis Endfälligkeit gehalten werden, bieten sie eine feste Verzinsung und eine feste Anleihesumme; ihre Zinszahlungen und die Tilgung sind garantiert.

Investitionen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, darunter Währungsschwankungen, wirtschaftliche Instabilität und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus dem kleineren Marktumfang, der geringeren Liquidität sowie dem Mangel an rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte. Solche Anlagen können im Verlauf eines bestimmten Jahres erheblichen Preisschwankungen unterworfen sein.

[1] Schwellenländer, wie sie im MSCI Emerging Markets Index abgebildet sind, der Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Schwellenländern umfasst. Industrieländer, wie sie im MSCI World Index abgebildet sind, der Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern umfasst. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.