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Aktien

Ein günstiger Zeitpunkt zur Änderung der Sichtweise der Anleger im Hinblick auf Anlagen in Europa

In der ersten Jahreshälfte 2017 übertraf das Wirtschaftswachstum der Eurozone leicht das der USA. Robert Mazzuoli, Portfolio Manager, Franklin Local Asset Management, European Equities, ist daher der Auffassung, dass es für einige Anleger an der Zeit ist, ihre Haltung im Hinblick auf Anlagen in europäischen Aktien anzupassen. Er erklärt, dass gerade ein zuversichtlicherer Ausblick für Europa und attraktiv bewertete europäische Aktien dazu führen könnten, dass Anleger ihre Meinung ändern.

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Ein gesundes wirtschaftliches Umfeld in Europa hat das Interesse der Anleger offenbar wieder geweckt. Das erste Mal seit der Finanzkrise 2008 gibt es Belege für ein synchronisiertes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Eurozone. Anleger scheinen sich nicht auf das Wachstum einzelner herausragender Länder wie z. B. Deutschland und Skandinavien zu konzentrieren. Auch in Ländern wie Frankreich und Italien ist derzeit ein ausgewogenes wirtschaftliches Wachstum erkennbar.

Im bisherigen Jahresverlauf hat das BIP-Wachstum in der Eurozone sachte das der USA überschritten.  Die Risiken, die man zuvor mit politischer Unsicherheit, Populismus und Ängsten vor einem möglichen Auseinanderbrechen der Europäischen Union (EU) assoziierte, erwiesen sich als nicht so stark, wie sie anfangs erschienen. Als Ergebnis beobachteten wir einen Abschlag für politische Risiken für EU-Aktien und gehen davon aus, dass sich dieser möglicherweise in ein positives Wachstum für die Unternehmen in der Region umkehren wird. Dennoch erwarten wir nicht, dass es diesen Abschlag für politische Risiken noch über einen längeren Zeitraum geben wird.

Aus unserer Sicht stellen ein zuversichtlicherer Ausblick in Europa und attraktiv bewertete Aktien für einige Anleger eine Chance dar, um ihre Sichtweisen auf eine Anlage in EU-Ländern zu ändern.

Aktien des Energie- und des Finanzsektors erscheinen uns attraktiv bewertet. Insbesondere Banken und Versicherungen könnten Anlagechancen bieten. Relativ günstige Bewertungen und ein rückläufiger Pessimismus am Markt im Hinblick auf den Ölpreis könnten dem Energiesektor auf kurze Sicht zugutekommen.

Während wir in Europa einige gute Gelegenheiten wahrgenommen haben, sind wir der Meinung, dass der schwache US-Dollar derzeit an den europäischen Aktienmärkten möglicherweise für den stärksten Gegenwind sorgen könnte. Unternehmen, die ein hohes Engagement in den USA aufweisen und in Euro berichten, könnten durch den schwachen US-Dollar unter dem Wechselkurseffekt leiden. Die Bereiche, die am meisten von dem schwachen US-Dollar beeinträchtigt sein könnten, sind Industriewerte, Chemikalien und Automobile.

Der weitere Rahmen

Wichtig ist es jedoch, nicht zu vergessen, was die europäischen Aktienmärkte stützt – die geldpolitischen Anreizmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) – obwohl Gerüchte kursieren, dass die EZB eine Drosselung ihres Anleihenkaufprogramms plant. Wir gehen davon aus, dass die EZB ihre Pläne zur Drosselung des Anleihenkaufprogramms in den kommenden Monaten bekannt geben wird und erwarten die Umsetzung der Pläne in der ersten Jahreshälfte 2018.

Wenn die EZB jedoch schneller – oder tatsächlich langsamer – voranschreitet als erwartet, wird dies unseres Erachtens Auswirkungen auf die europäischen Aktienmärkte haben. Ein langsameres Zurückfahren des Programms würde den Euro wahrscheinlich schwächen. Wenn die EZB das Anleihenkaufprogramm jedoch schneller als erwartet drosselt, könnte der Euro gestärkt werden und einen zusätzlichen Druck auf den Aktienmarkt ausüben. Die europäischen Exporte nach Asien und in die USA würden unter Druck geraten, was sich wiederum an einer Underperformance der Aktien europäischer Exportunternehmen widerspiegeln würde.

Die US-Notenbank (Fed) ging bereits als Beispiel voran und drosselte ihre unkonventionelle quantitative Lockerungspolitik. Während es für die EZB wichtig ist, zu einem zukünftigen Zeitpunkt ein Zurückfahren ihres Programms vorzunehmen, sollte dies folglich für die Aktienmärkte keine Rolle spielen, solange es zu keinen Überraschungen kommt, die von den bisherigen Formulierungen der EZB-Mitglieder oder der geldpolitischen Sitzungsprotokolle abweichen.

In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass sich die EZB an ihren Plan halten wird. Unseres Erachtens weist nichts darauf hin, dass die EZB zu einem aggressiveren Ton und einem beschleunigten Zurückfahren ihres Programms übergehen könnte.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?
Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Substanzwerte verzeichnen mitunter manchmal nicht die erwarteten Kursanstiege oder verlieren weiter an Wert. Sofern ein Portfolio sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann es anfälliger für ungünstiger Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als ein Portfolio, das in ein breiteres Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Die Anlage im Ausland ist mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftlicher Instabilität und politischen Entwicklungen.