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Fed mit weiterer Zinsanhebung im Dezember

Die US-Notenbank nahm auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Dezember eine weitere Zinsanhebung vor. Dies war der fünfte Zinsschritt, seit sie mit ihrer Straffung im Dezember 2015 begann. Chris Molumphy, Franklin Templeton Fixed Income Group CIO, gibt seine Einschätzung zu den Folgen für den Markt. Auch wenn steigende Zinssätze manchen Anlegern zu denken geben, bleiben die US-Zinssätze nach wie vor ziemlich niedrig und kehren derzeit nur auf „normalere“ Niveaus zurück, so Molumphy.

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Wie erwartet hob die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins, die Fed Funds Rate, auf ihrer Dezember-Sitzung um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,25 % bis 1,5 % an.

Angesichts eines recht robusten Konjunkturumfeldes in den USA kam der Zinsschritt der Fed gewiss nicht überraschend. Die eigene Prognose der Fed war von drei Zinsanhebungen in diesem Jahr ausgegangen, und so kam es auch. Der Markt bezweifelte, dass die Fed ihre Ankündigungen wahr machen würde, und eine Zeit lang – insbesondere 2016 – tat er dies zu Recht. Aber die Entwicklung im Jahr 2017 entsprach weitgehend den Prognosen der Fed.

Vor allem drei Punkte erschienen mir erwähnenswert:

  • Die Fed hob ihre Wachstumsprognose für die USA für das Jahr 2018 deutlich auf 2,5 % an.
  • Gleichzeitig blieb ihr Inflationsausblick unverändert.
  • Für 2018 wird eine Fortsetzung des Kurses hin zu einer Normalisierung der Zinssätze erwartet.

Mit Blick auf 2018 hat die Fed erneut drei weitere Zinsanhebungen prognostiziert. Dies kann an ihrem jüngsten Streudiagramm abgelesen werden. Der Markt ist gegenüber der Fed-Prognose immer noch etwas skeptisch, scheint jedoch seine Meinung ein wenig zu ändern.

 „Für längere Zeit niedrig“ gilt immer noch

Nach unserer Einschätzung werden die positiven US-Fundamentaldaten die Fed in der Tat auf ihren geplanten Kurs ziemlich moderater Zinsanhebungen 2018 führen, wobei die Betonung auf „moderat“ liegt. Die Fed hat ihren Schlusszinssatz – den „neutralen“ Satz, mit dem sie die Straffung beenden wird – auf 2,75 % festgelegt. Der vorherige mittlere Zielwert lag bis vor kurzem bei 3 %.

Es ist zu beachten, dass sich die USA historisch betrachtet nach wie vor in einem Umfeld mit sehr niedrigen Zinssätzen befinden, und ehrlich gesagt ist es nicht wirklich gesund, die Zinssätze für einen längeren Zeitraum nahe bei null zu halten. Nach unserer Einschätzung stellt dieser Straffungszyklus tatsächlich eine Normalisierung der Zinssätze dar.

Beachtenswert erscheint mir auch, dass die Fed zwar die kurzfristigen Zinssätze unter Kontrolle hat, die Fundamentaldaten jedoch die längerfristigen Zinssätze antreiben. Und die längerfristigen Zinssätze sind ebenfalls niedrig. Die zehnjährige US Staatsanleihe liegt nach wie vor auf dem Stand vom Jahresanfang, und angesichts der zu beobachtenden Fundamentaldaten rechnen wir auch 2018 nicht mit einem allzu starken Anstieg.

Bringt man das weltweite Zinsumfeld in Zusammenhang, wird noch offensichtlicher, dass wir uns trotz des jüngsten Zinsschritts der Fed in einem Umfeld mit niedrigen Zinsen bewegen. Einige Industrieländer haben noch niedrigere Zinssätze als die USA, und alle sind im historischen Vergleich sehr niedrig. (Vgl. Diagramm)

Die Beschäftigung scheint robust. Das Vermögen der Haushalte steigt. Die Verfassung der Unternehmen, deren Umsatz- und Rentabilitätswachstum auf einen generell stabilen Ausblick hindeutet, erscheint ebenfalls robust. Und das Konsum- und Geschäftsklima weist auf eine gewisse Zuversicht bei den wirtschaftlichen Aussichten hin.

Gewiss gibt es stets Unbekannte, die den Markt aus der Bahn werfen könnten – darunter geopolitische Risiken – doch wir rechnen generell mit einer Fortsetzung der guten Entwicklung bei Finanzanlagen.

Blick auf 2018: Inflation, Geldpolitik und ein reifender Konjunkturzyklus verdienen Aufmerksamkeit

Es gibt einige zentrale Themen, die sich unserer Meinung nach als wichtig für die Bestimmung von Anlageergebnissen im Jahr 2018 erweisen werden. Möglicherweise an erster Stelle ist die Inflation zu nennen, da sie ein Treiber der Geldpolitik der Fed, für Zinssätze und andere zentrale Variablen ist.

Eine dauerhaft hohe Kerninflation könnte zwar zu schneller als erwartet steigenden Zinsen führen, jedoch sind wir der Meinung, dass ein moderater Anstieg der Inflation, besonders im kommenden Jahr, ein realistischeres Szenario ist. Aus unserer Sicht sind mehrere Faktoren, insbesondere die Globalisierung und die Technologie, dafür verantwortlich, dass die Inflation dauerhaft niedrig ist. Die Globalisierung hat einen riesigen Arbeitsmarkt bereitgestellt, der dazu beigetragen hat, den Anstieg der Löhne weltweit zu begrenzen. Gleichzeitig haben technologische Verbesserungen zur Automatisierung mehrerer traditionell manueller Aufgaben geführt.

Parallel mit der Inflation verdienen auch die Anstrengungen der Fed, ihre Bilanz zu schrumpfen (auch wenn sie weiterhin kurzfristige Zinssätze anhebt), unsere Aufmerksamkeit. In diesem Ausmaß wird dies erstmalig versucht, daher müssen die Geldpolitiker darauf achten, dass sie nicht unbeabsichtigt eine Gegenreaktion auslösen. Während die Fed erst diesen Normalisierungsprozess begonnen hat, kündigt die Europäische Zentralbank an, dass sie weiterhin länger als ursprünglich geplant (wenn auch mit geringerem Tempo) Wertpapiere kaufen wird, während die Bank von Japan ihr quantitatives Lockerungsprogramm ungebremst fortsetzt.

Dennoch sind wir der Ansicht, dass die Fed und andere Zentralbanken gut daran getan haben, ihre Absichten den Marktteilnehmern mitzuteilen. Gleichwohl erkennen wir an, dass sie sich noch in einer frühen Phase befinden, was eine lange Wegstrecke erwarten lässt. Daher wiederholen wir unsere Meinung, dass zwar die Zinsen dazu neigen werden zu steigen, jedoch dürften sie dies nach unserem Dafürhalten generell gemäßigt und über einen längeren Zeitraum tun.

Wir verlieren auch nicht die fortgeschrittene Phase des aktuellen Konjunkturzyklus aus den Augen. Dieser Zyklus ist deshalb bemerkenswert, weil er nicht die Exzesse aufweist, die normalerweise die Spätphase begleiten. So würden wir beispielsweise bei der aktuellen Beschäftigung eine etwas höhere Inflation in den USA oder eine etwas höhere Verschuldung der Unternehmen erwarten, die als erste Anzeichen für einen Überschwang ausgelegt werden könnten.

Insgesamt sind wir angemessen optimistisch, dass dieser Hintergrund sich im kommenden Jahr intakt fortsetzen könnte. Gleichzeitig können wir nicht die enorme Menge an Liquidität ignorieren, die in den letzten zehn Jahren in das globale Finanzsystem gepumpt wurde, noch die Meinung vieler Marktteilnehmer, dass die Märkte für Zinstitel Ende 2017 auf der Basis einiger traditioneller Kennzahlen als vollständig bewertet erscheinen.

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