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Multi-Asset

Globaler Investment-Ausblick 2018: Überlegungen zu wachsenden Volkswirtschaften und schwindenden Anreizen

Während die Märkte vor dem Hintergrund eines synchronen globalen Wachstums die von geldpolitischer Lockerung geprägte Erholungsphase hinter sich lassen, dürften sich einige Anleger die Frage stellen, wo sie potenzielle Chancen finden können. Für das vor uns liegende Jahr bieten wir einen zusammengefassten Ausblick aus der Sicht der Franklin Templeton Teams für Global Macro, Fixed Income, Equity und Multi-Asset. Sie schildern die Gründe, aus denen ihrer Meinung nach die US-Zinsen vor weiteren Anhebungen zu stehen scheinen, warum globale Aktien eventuell mehr Spielraum haben und Anleger im Rentenmarkt vermutlich wählerischer sein sollten.

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Global Macro

Steigende Renditen bei US-Schatzanleihen bergen mehrere Risiken

  • Aus unserer Sicht sind mehrere Faktoren darauf angelegt, die Renditen von US-Schatzanleihen (UST) in die Höhe zu treiben, insbesondere die Abkehr von der quantitativen Lockerung (QE), da die US-Notenbank (Fed) ihre Bilanz schrumpft, sowie die ungewöhnliche Stärke des US-Arbeitsmarkts mit steigenden Löhnen und Inflationsdruck, die anhaltende Robustheit der US-Wirtschaft und eine strukturelle Verlagerung in Richtung Deregulierung durch die Trump-Regierung und die Fed unter ihrem vermutlich neuen Chef Jerome Powell.
  • Anleger, die nicht auf den Schwenk von der Erholungsphase lockerer Geldpolitik in eine auf Expansion setzende Nach-QE-Ära vorbereitet sind, können aus unserer Sicht einem erheblichen Risiko ausgesetzt sein. Unserer Meinung nach ist es nicht nur ausschlaggebend, sich gegen aktuelle US-Schatzanleihen-Risiken zu wappnen, sondern auch Portfolios zu strukturieren, um von steigenden Zinsen zu profitieren.

Bestimmte Schwellenmärkte bieten nicht systemischen Value

  • Die Folgen der strafferen Geldpolitik der Fed für Schwellenmärkte dürften im kommenden Jahr von Land zu Land unterschiedlich ausfallen.
  • Es ist wichtig, Länder mit nicht systemischem Value zu erkennen, die weniger mit breit angelegten Beta-Risiken (Marktrisiken) korrelieren. Länder, die stärker binnenwirtschaftlich orientiert sind und weniger vom Welthandel abhängen, weisen häufig diese nicht systemischen Eigenschaften, zusammen mit inhärenter Robustheit gegen globale Schocks auf. Einige wenige haben bereits diese Robustheit in den letzten Jahren bewiesen, insbesondere Indonesien. Bei anderen stehen aus unserer Sicht die wirtschaftlichen Risiken im Zusammenhang mit den laufenden Reformen im Land und weniger mit den Ereignissen außerhalb, wie etwa Brasilien oder Argentinien.
  • In den bedeutenderen Industrieländern beobachten wir weiterhin unattraktive Anleihemärkte, besonders die niedrigen bis negativen Renditen im Euroraum und in Japan.

Für 2018 gehen wir von höherer Inflation und steigenden US-Treasury-Renditen aus

  • Mit Blick auf 2018 gehen wir von einer Abkehr von quantitativer Lockerung, steigenden Zinsen und verstärktem Inflationsdruck in den USA als einigen der folgenschwersten Faktoren für die globalen Finanzmärkte im kommenden Jahr aus.

Multi-Sektor-Anleihen

Robustes globales Wachstum bei verbreiteter Meinung, dass die Bewertungen ausgereizt sind

  • Insgesamt sind wir begründet optimistisch, dass sich die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vor uns liegenden Jahr fortsetzen werden.
  • Gleichzeitig können wir nicht die Meinung vieler Marktteilnehmer ignorieren, dass die Märkte für Zinstitel Ende 2017 auf der Basis einiger traditioneller Kennzahlen als ausgereizt erscheinen.

Inflation und geldpolitische Maßnahmen im Auge behalten

  • Eine dauerhaft hohe Kerninflation könnte zwar zu schneller als erwartet steigenden Zinsen führen, jedoch halten wir einen moderaten Anstieg der Inflation, besonders im kommenden Jahr, für wahrscheinlicher. Aus unserer Sicht sind mehrere Faktoren, insbesondere die Globalisierung und die Technologie dafür verantwortlich, dass die Inflation dauerhaft niedrig ist.
  • Auch die Anstrengungen der Fed, ihre Bilanz zu schrumpfen (auch wenn sie weiterhin kurzfristige Zinssätze anhebt), verdienen unsere Aufmerksamkeit. In diesem Ausmaß wird dies erstmalig versucht.
  • Wir sind der Ansicht, dass die Fed und andere Zentralbanken gut daran getan haben, ihre Absichten den Marktteilnehmern mitzuteilen.

Zeit für eine differenzierte Betrachtung

  • Wir sind der Meinung, dass weiterhin risikobereinigt angemessene Gelegenheiten in allen Unternehmenssektoren bestehen, sowohl bei Investment-Grade- als auch bei High-Yield-Anleihen und variabel verzinslichen Bankkrediten und in der breiteren Wohnungswirtschaft. Aber auch eine blühende Wirtschaft hat Gewinner und Verlierer und nicht alle Schuldtitel in diesen Anlageklassen werden gleich profitieren.
  • Daher sind wir der Meinung, dass es wichtig ist, zwischen Sektoren zu differenzieren, die in gewisser Weise fundamentalen Störungen ausgesetzt sind, wie etwa zahlreiche Unternehmen im Einzelhandel, und denjenigen, die eher konjunkturelle Verschiebungen erfahren, wie es bei zahlreichen Schuldtiteln mit Bezug auf Rohstoffe der Fall ist.
  • Kurz gesagt, sind wir der Meinung, dass ein Blick hinter die Schlagzeilen und die Konzentration auf die zugrunde liegenden Fundamentaldaten hinter konkreten, einzeln betrachteten Unternehmensanleihen ein solider Ansatz sind, um Value im aktuellen Klima an den Anleihemärkten zu finden.

Globale Aktien

Ein makroökonomisches „Goldlöckchen“-Szenario

  • Der synchrone Aufschwung, den wir im Jahr 2017 rund um den Globus beobachtet haben, scheint sich 2018 ungehindert fortzusetzen. Nachdem der Aufschwung anfangs nur von ein paar wenigen Ländern wie die USA und China getragen wurde, breitete er sich unter größerer Beteiligung von Europa, Japan und verschiedenen Schwellenländern weiter aus. Dies veranlasst uns zu der Annahme, dass der Zyklus noch weiter gehen muss.

Höhere Chancen außerhalb der USA

  • Die Unternehmensgewinne und relativen Bewertungen spiegelten ebenfalls bis zu einem gewissen Grad wider, wie weit die wichtigsten Volkswirtschaften per November 2017 in ihrer Erholung fortgeschritten sind. Darüber hinaus sind wir der Auffassung, dass hinter den Renditen der Aktienmärkte im Jahr 2017 eine bessere Vorhersehbarkeit der wirtschaftlichen Entwicklung und Gewinne stand, ein Trend, der sich 2018 fortsetzen kann, solange das Ertragswachstum seine Dynamik behält.
  • Die US-Gewinne haben sich stark erholt und haben inzwischen ihre bisherigen Höchststände hinter sich gelassen. Da die Unternehmensgewinne allmählich jedoch außerhalb der USA zunehmend auf einer stabileren Basis stehen, dürfte unseres Erachtens für diese Aktienmärkte die Chance bestehen, die globalen Aktien im kommenden Jahr anzuführen.

Wachstum in disruptiven Unternehmen

  • In diesem Umfeld moderat steigender Zinsen und höherer Bewertungen könnten unseres Erachtens innovative Unternehmen mit dem Potenzial, bestehende Branchen zu revolutionieren, und zwar auch in Schwellenländern, besonders gut abschneiden.
  • Wir sehen Chancen nicht nur in Unternehmen mit disruptiven Technologien, sondern auch in Unternehmen, die Technologie zur Veränderung ganzer Branchen einsetzen. Und anders als bei den vergangenen Anstürmen auf Technologieaktien haben viele dieser Unternehmen tatsächlich Gewinne und Cashflows, die eine Reinvestition in ihre Geschäfte unterstützen können, was sie wiederum unabhängiger davon macht, Kapital an den Märkten in einer Zeit aufzunehmen zu müssen, in der die Zinsen steigen.

Multi-Asset-Anlagen

Fundamentaldaten im Vordergrund, während die geldpolitische Lockerung zurücktritt

  • Wir betrachten 2018 als einen kritischen Zeitpunkt für die globalen Finanzmärkte und Volkswirtschaften. Für ein breites Spektrum an Aktien verliert die Unterstützung durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken immer mehr an Bedeutung.
  • Wir halten ein größeres Potenzial für die Rückkehr zu normaler Volatilität für möglich, einfach weil die Märkte sich einem Umfeld anpassen, in dem die wirtschaftlichen Grundlagen sich zu kräftigen scheinen, die Geldpolitik zurückgefahren wird und die Haushaltspolitik und das Wirtschaftswachstum an Einfluss gewinnen könnten, wenn sie aus dem „Wartezustand“ heraustreten.

Bei gemischten Anlagen kommt es stärker auf Auswahl mit Betonung auf Aktien an

  • In Anbetracht des Potenzials für höhere Zinssätze und der damit verbundenen Risiken für die Rentenmärkte halten wir Aktien als recht attraktiv im Vergleich zu stärker zinssensiblen Anlageklassen.
  • Wir finden weiterhin überzeugende Ideen in verschiedenen Sektoren. Besonders interessant erscheinen uns Aktien, die derzeit gegenüber ihren langfristigen geschäftlichen Fundamentaldaten unterbewertet erscheinen, sowie Werte, die gewisse antizyklische oder konträre, defensive Eigenschaften aufweisen.

Vorsicht bei Anleihen – der Kreditzyklus entwickelt sich weiter

  • In den Märkten für Zinstitel tritt für uns derzeit das Asset-Allokation-Risiko zurück, dafür achten wir verstärkt auf nicht systemische Risiken. Dabei streben wir Chancen bei konzentrierten Engagements in spezifischen Staats- und Unternehmensanleihen an.
  • Wir bleiben vorsichtig bei Staatsanleihen aus Industrienationen und behalten unsere kurzfristig ausgerichtete Struktur, die uns helfen soll, einige der wahrgenommenen Risiken zu umschiffen.
  • Eine Kombination aus höherem Wachstum und günstiger Haushaltspolitik bei der Auswahl von Schwellenmärkten – parallel zur Aussicht auf höhere Renditen – bietet Chancen in auf harte, aber auch auf lokale Währung lautenden Schuldtiteln aus Schwellenländern.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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CFA® und Chartered Financial Analyst® sind Marken des CFA Institute.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aus historischen Daten geht hervor, dass Aktien langfristig andere Anlageklassen übertreffen, wobei sie jedoch kurzfristig stärker schwanken. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftlicher Instabilität und politischen Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Frontier Markets (Grenzmärkte) gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die kleinere Größe, geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte dieser Länder entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zu den Zinsen. Wenn sich die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio den steigenden Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Veränderungen der Finanzkraft eines Anleihenemittenten oder der Bonitätsbewertung einer Anleihe können sich auf deren Wert auswirken. Die Anlage in höher und variabel verzinslichen Anleihen und Schuldtiteln mit niedrigerem Rating birgt ein größeres Ausfallrisiko. Dies könnte zum Verlust des angelegten Kapitals führen – ein Risiko, das bei nachlassender Konjunktur steigen kann.