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Vive la différence: Optionen für einen Handel mit ETFs in Europa im Überblick

Börsengehandelte Fonds (ETFs) sind bereits seit 25 Jahren fester Bestandteil der Investmentlandschaft. Ihre Entwicklung und ihr Wachstum fällt in verschiedenen Regionen der Welt jedoch unterschiedlich aus. Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets bei Franklin Templeton Investments, erklärt, wie diese Vielfalt verschiedene Handelsansätze für potenzielle Anleger eröffnet hat.

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Zu erkennen und zu verstehen, dass Vermögenswerte unter verschiedenen Marktbedingungen unterschiedlich reagieren, ist der Kern einer erfolgreichen Anlagestrategie.

Als globale Anlageverwalter mit Fachexperten in verschiedensten Ländern rund um den Globus sind wir uns zudem der Tatsache bewusst, dass Einstellungen, Anreize und Geschäftspraktiken von Ort zu Ort unterschiedlich sind.

Eine Identifizierung dieser Unterschiede – selbst bei auf den ersten Blick einfachen Praktiken wie dem Kaufen und Verkaufen von börsengehandelten Fonds (ETFs) – kann uns helfen, die Anlageentscheidungen unserer Kunden zu verstehen und den jeweils für sie optimalen Service zu bieten.

Die Entstehung und das Wachstum von ETFs auf der anderen Seite des Atlantiks

1993 genehmigte die US-Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission, SEC) den ersten in den USA gelisteten ETF. Hierbei handelte es sich um einen breit angelegten inländischen Aktienfonds, der den S&P 500 Index[1] abbildet und erst kürzlich sein 25-jähriges Bestehen feierte.

Der erste ETF in Europa ließ noch eine Weile auf sich warten: erst sieben Jahre später nahm er die Notierung an der Deutschen Börse sowie an der London Stock Exchange auf.

Heutzutage entfällt der Löwenanteil des in ETFs angelegten Kapitals auf die USA, Europa liegt an zweiter Stelle.

Ein Großteil der Unterschiede in der Art und Weise, wie sich die ETF-Märkte in den beiden Regionen entwickelt haben, ist darauf zurückzuführen, wer diese Produkte verwendet, wie sie verwendet werden und wo darauf zugegriffen wird.

Unterschiedliche Marktstrukturen

Folglich unterscheidet sich die Marktstruktur für ETFs in Europa deutlich von derjenigen in den USA.  Einige Anleger wissen möglicherweise nicht, welche Optionen ihnen für den Kauf und Verkauf von ETFs zur Verfügung stehen.

In den USA kam das Interesse an ETFs anfänglich unter Privatanlegern auf. Später breitete sich dieses Interesse dann auf Honorarberater und institutionelle Anleger aus, und heute nehmen alle drei Gruppen aktiv am ETF-Markt teil. In den USA handeln die meisten ETF-Anleger über eine einzige Börse mit einer einzigen Clearingstelle.

In Europa verlief die Entwicklung der ETFs völlig entgegengesetzt. Den Anfang machten institutionelle Anleger wie Privatbanken, Vermögensverwalter und Anlageverwalter, denen erst später Honorarberater und Privatanleger folgten.

Der Handel mit ETFs in Europa ist stärker fragmentiert, da es mehrere Börsen in verschiedenen Ländern und auch mehrere Clearingstellen gibt. Allerdings gibt es noch eine ganze Reihe von Handelsstilen und Optionen, die ETF-Kunden in Europa zur Verfügung stehen.

Unserer Analyse zufolge handeln viele europäische ETF-Anleger – im Gegensatz zu ihren US-amerikanischen Pendants – außerbörslich, d.h. sie schließen entweder direkt oder über eine RFQ-Plattform (Plattform für Angebotsanfragen) Geschäfte mit einem Broker ab.[2]

NIW-Handel vs. Intraday

Zu den am häufigsten zitierten Verkaufsargumenten für einen ETF gegenüber einem traditionellen Investmentfonds zählen die Transparenz, die Zugänglichkeit und die Flexibilität beim Handel mit dem Produkt. Die Kurse werden den ganzen Tag über quotiert, und Anleger können einen ETF jederzeit während der Handelszeiten über die Börse kaufen. Dies wird auch als „Risikohandel“ bezeichnet.

Dieser Anlagestil kann für Anleger attraktiv sein, die die Märkte genau verfolgen, einen kürzeren Anlagezeithorizont haben oder auf der Basis von Marktereignissen opportunistischer vorgehen möchten.

Aber nicht alle ETF-Investoren benötigen diese Flexibilität.

In Europa können es Anleger aus verschiedensten Gründen bevorzugen, ETF-Produkte einfach zum Nettoinventarwert (NIW) zum Schlusskurs zu kaufen oder zu verkaufen.[3] In den meisten Fällen würden diese sogenannten NIW-Anleger einen Intermediär benötigen oder ein NIW-Geschäft über eine RFQ-Plattform ausschreiben müssen.

Seien Sie sich Ihrer Optionen bewusst

Wir halten es für wichtig, dass sich Anleger der Tatsache bewusst sind, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, ETFs zu kaufen und zu handeln.

Handel mit ETFs in Europa

Letztendlich hängt die Entscheidung über den Handelsstil von einer Reihe von Faktoren ab, und wir würden immer empfehlen, mit einem Broker oder dem Emittenten zu sprechen, damit Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Optionen gründlich verstehen.


Die Kommentare, Meinungen und Analysen von Jason Xavier in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Maklerprovisionen und ETF Aufwendungen schmälern die Renditen. ETF Anteile können den Tag über zu ihrem Marktpreis an der Börse, an der sie notiert sind, gekauft oder verkauft werden. ETFs werden wie Aktien gehandelt. Ihr Marktwert schwankt, und sie können zu Kursen gehandelt werden, die über oder unter ihrem Nettoinventarwert liegen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass ein aktiver Handelsmarkt für ETF Anteile entsteht oder gepflegt wird oder dass deren Notierung fortgeführt wird oder unverändert bleibt. ETF Anteile können zwar an Sekundärmärkten gehandelt werden, aber eventuell werden sie nicht unter allen Marktbedingungen ohne Weiteres gehandelt, und in Zeiten von Marktstörungen können sie erhebliche Abschläge aufweisen.

[1] Quelle: Investment Company Institute, „2017 Investment Company Factbook“.

[2]Bei einer RFQ-Plattform handelt es sich um ein elektronisches, speziell für den ETF-Handel konzipiertes auktionsartiges System, über das Anleger auf Echtzeitauktionen zugreifen und umfangreiche Orders ausführen können.

[3] Der Nettoinventarwert (NIW) steht für den Wert je Anteil eines ETF. Der NIW je Anteil errechnet sich, indem der Nettoinventarwert des Fonds durch die Anzahl der umlaufenden Anteile dividiert wird.