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Aktive ETFs: Für Anleihenanleger, die nicht der breiten Masse folgen wollen

In unserer vernetzten, von sozialen Medien und 24-Stunden-Nachrichten geprägten Welt konkurrieren weiterhin zahlreiche Faktoren um die Aufmerksamkeit der Märkte. Da überrascht es nicht, dass Volatilität für zahlreiche Anleger oberste Priorität hat. Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets, erklärt, dass Volatilität Anlagechancen eröffnen kann – allerdings nicht für diejenigen, die blind der breiten Masse folgen.

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In meinem letzten Artikel habe ich erläutert, wie ETFs zu einer Demokratisierung der Preisfindung an den Anleihenmärkten beitragen und die Anlageklasse einem breiteren Spektrum von Anlegern zugänglich machen.

Hier möchte ich diese Idee der Demokratisierung etwas näher untersuchen und erörtern, wie ein aktiver, auf festverzinsliche Anlagen ausgerichteter ETF denjenigen, die bereit sind, die von Volatilität bisweilen gebotenen taktischen Anlagechancen in Erwägung zu ziehen, potenziell bessere risikobereinigte Chancen eröffnen kann.

Grundlagen von ETFs

Zunächst einmal ein kurzer Überblick über die Grundlagen von ETFs und die Art und Weise, wie sie gehandelt werden.

ETFs sind offene Investmentfonds, die weltweit an Börsen gehandelt werden. In vielen Fällen bilden ETFs Indizes nach, deren Entwicklung entweder auf der Marktkapitalisierung seiner Bestandteile oder auf einem fundamental gewichteten Ansatz beruht.

Befürworter von ETFs führen als Vorteile ihre Liquidität sowie die durch Intraday-Handel gebotene Flexibilität an. Durch die Entwicklung von Renten-ETFs werden diese vermeintlichen Vorteile nun auch für eine Anlageklasse geboten, die in der Vergangenheit stets institutionellen oder professionellen Anlegern vorbehalten war.

Die Probleme passiver Indizes

Unserer Ansicht nach tragen ETFs zu einer Demokratisierung des Anleihensektors bei. Allerdings dürften passive ETFs in dieser Hinsicht nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Die meisten passiven Indizes sind nicht auf die Ziele von Anlegern im Bereich von Anleihen – wie z.B. Ertrag, Diversifizierung und/oder Gesamtrendite – ausgerichtet. Sie werden vielmehr entwickelt, um ein breites Engagement gegenüber einem bestimmten Markt abzubilden.

Daher folgt ein Großteil der passiven ETFs auch weiterhin einem Ansatz, der auf ein breites Marktengagement und eine Gewichtung auf Basis der Marktkapitalisierung setzt. Im Rentensegment werden Anleihenindizes allgemein nach dem Emissionsvolumen gewichtet.

Das bedeutet: je mehr Schuldtitel ein Unternehmen oder eine Regierung ausgibt, die die Indexkriterien erfüllen, desto höher die entsprechende relative Gewichtung im Index. Mit anderen Worten: die Bestände passiver Anleger konzentrieren sich immer stärker auf Emittenten, die ihre Schuldenlast erhöhen.

Die Fähigkeit, Ausreißer zu erkennen

Eine unserer Aufgaben besteht darin, die Aktivitäten der zugrundeliegenden Anlagen, aus denen sich ein ETF zusammensetzt, zu überwachen und genau zu beobachten, wie die Wertentwicklung einer bestimmten Anlage oder Gruppe von Anlagen zur Wertentwicklung des ETF selbst beitragen bzw. diese vermindern kann.

Passive ETF-Manager, deren Mandat darin besteht, einen Index abzubilden, beobachten lediglich die Ergebnisse. Aktive ETF-Manager hingegen können mithilfe ihrer Researchergebnisse daran arbeiten, den Entwicklungen, die das Risiko-Ertrag-Profil eines Portfolios verändern können, entgegenzuwirken.

Selbst bei scheinbar passiven ETFs kann angesichts der  schieren Größe einiger Indizes das Urteilsvermögen des Managers eine Rolle spielen.

Einige passive Anleihenindizes können mehr als 2.000 einzelne Anleihen umfassen. Da es nicht wirklich praktisch ist, so viele Einzelpositionen zu halten, treffen ETF-Manager in der Regel Entscheidungen darüber, welche Indexbestandteile sie halten (und welche sie vermeiden) sollten, um den betreffenden Index bestmöglich abzubilden.

Wir sind davon überzeugt, dass die Fähigkeit aktiver Teilnehmer am Rentenmarkt, ihre Expertise anhand unbeschränkter Allokationen umzusetzen, häufig ein besseres risikobereinigtes Ergebnis für Kunden liefern kann.

Ein aktiv gemanagter ETF kann unserer Meinung nach genau diese Fähigkeit bieten.

Aktive ETFs vs. passive ETFs

Wo liegen also die Unterschiede zwischen aktiven und passiven ETFs?

Ein aktiver ETF bildet keinen Index ab. Die meisten haben eine Benchmark, an der sich der ETF-Manager orientiert. Bei dieser Benchmark kann es sich um einen Index handeln, der üblicherweise mit einem passiven Produkt in Verbindung gebracht wird. Der Fonds bildet diesen Index jedoch nicht nach.

Das Ziel eines aktiven ETFS besteht – wie bei vielen traditionellen Investmentfonds – darin, die Wertentwicklung seiner Benchmark zu übertreffen oder ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, wie beispielsweise regelmäßige Erträge oder eine im Vergleich zu einem breiter angelegten Index geringere Volatilität. Infolgedessen ist es wahrscheinlich, dass die Bestandteile eines aktiven ETFs deutlich von denen seines Vergleichsindex abweichen werden. Ein aktiver ETF unterscheidet sich jedoch von einem herkömmlichen Investmentfonds, da er eine Intraday-Preisbestimmung sowie Flexibilität hinsichtlich des Handels bietet.

Bei einem aktiven ETF trifft ein Portfoliomanager bzw. ein entsprechendes Managerteam Anlageentscheidungen basierend auf Research und Analysen, um durch gezielte Auswahl von Positionen und Allokationen eine optimale Portfoliostruktur festzulegen.

Ergreifung fundierter Chancen

Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass für fundierte Anlageentscheidungen ein gründliches Verständnis des Gewichtungsmechanismus und der Handelsmöglichkeiten im Rentensegment sowie der Art und Weise, wie diese Chancen genutzt werden können, von zentraler Bedeutung ist.

In Zeiten erhöhter Volatilität, in denen durch Momentum verursachte Bewegungen von Indizes potenzielle Anlagechancen eröffnen können, bieten aktiv gemanagte ETFs die Möglichkeit, von der Expertise der beteiligten Investmentmanager und den Vorteilen eines ETF-Instruments gleichzeitig zu profitieren.

Daher sollten Anleger auf der Suche nach einem transparenten Zugang zu festverzinslichen Werten, kombiniert mit der Flexibilität und Agilität einer aktiven Verwaltung, einen aktiv verwalteten Renten-ETF unbedingt als Option in Erwägung ziehen.

Lesen Sie hier frühere Beiträge von Jason Xavier über börsengehandelte Fonds (ETFs).

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Maklerprovisionen und ETF Aufwendungen schmälern die Renditen. ETF Anteile können den Tag über zu ihrem Marktpreis an der Börse, an der sie notiert sind, gekauft oder verkauft werden. ETFs werden wie Aktien gehandelt. Ihr Marktwert schwankt, und sie können zu Kursen gehandelt werden, die über oder unter ihrem Nettoinventarwert liegen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass ein aktiver Handelsmarkt für ETF Anteile entsteht oder gepflegt wird oder dass deren Notierung fortgeführt wird oder unverändert bleibt. ETF Anteile können zwar an Sekundärmärkten gehandelt werden, aber eventuell werden sie nicht unter allen Marktbedingungen ohne Weiteres gehandelt, und in Zeiten von Marktstörungen können sie erhebliche Abschläge aufweisen.

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