Beyond Bulls & Bears

Aktien

Technologie im Zeitalter des digitalen Wandels

Im Oktober sind die Anleger vor dem Hintergrund einiger Unsicherheiten an den Märkten risikoscheuer geworden. Dadurch hat sich auch die Stimmung bezüglich des Technologiesektors eingetrübt. Jonathan Curtis, Vice President und Research Analyst bei der Franklin Equity Group, gibt seine Einschätzung zu den Faktoren für die derzeitige Marktvolatilität und erklärt, warum die Bewertungen im Technologiesektor aus seiner Sicht angemessen sind. Ein weiteres Thema ist der digitale Wandel, der fast jede Branche verändert und durch den neue Chancen für Anleger entstehen.

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch Vereinfachtes Chinesisch Italienisch Spanisch Polnisch

Hören Sie sich die neueste Version von „Talking Markets“ an. Diesmal im Podcast zu hören: Jonathan Curtis, Vice President und Research Analyst bei der Franklin Equity Group.

Jüngste Marktvolatilität

Gewiss gibt es im Technologiebereich derzeit viel Volatilität, doch aus unserer Sicht ist die aktuelle Nervosität der Anleger teilweise durch die Sorgen um die Zinsentwicklung bedingt.

Falls die US-Notenbank die Zinssätze zu schnell anhebt, werden alle Marktsektoren in Mitleidenschaft gezogen, und nicht nur Technologie. Wir bemühen uns nach besten Kräften vorherzusehen, wie diese Unternehmen in der Reifephase aussehen, und sind der Auffassung, dass die besten langfristigen Wachstumsunternehmen im Technologiebereich sogar in einem Umfeld mit rasch steigenden Zinssätzen eine Outperformance erzielen können.

Auch ein weltweiter Handelskrieg stellt ein Risiko dar. Nach unserem Dafürhalten ist dies das größte Problem für Hardware-Hersteller in der Informationstechnologie (IT), die ihre Geräte von China in die USA bringen müssen, und dies erzeugt auch Nachfrage und Volatilität für den Halbleiterbereich. Aus makroökonomischer Sicht gibt es einige Bedenken um China, doch abgesehen vom Halbleiterbereich und einigen einzelnen Unternehmen ist die chinesische Wirtschaft kein großer Abnehmer von US-Technologieunternehmen.

Es kommt zu Verkäufen von Gewinnern am Zyklusende. Wir sind jedoch nach wie vor der Auffassung, dass die Fokussierung auf langfristige Gewinner der richtige Weg ist und dass sie sich in jedem Marktumfeld gut behaupten können. Es gibt zudem Spekulationen über Fusions- und Übernahmeaktivitäten (M&A) in dem Sektor, die zu einer gewissen Volatilität beitragen, da die Anleger abzuschätzen versuchen, welcher Bereich als nächster für Ausgaben und M&A infrage kommt.

Und es gibt auch eine große regulatorische Unsicherheit. Kommt die europäische Datenschutz-Grundverordnung auch in die USA? Wird es eine Digitalsteuer geben? Und was geschieht in der chinesischen Regierung?

Globales Umfeld erscheint nach wie vor robust

Nach unserem Dafürhalten ist die Weltwirtschaft gegenwärtig stark. Einzig die jüngsten Zahlen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in China lagen etwas unter den Erwartungen. Doch abgesehen davon sind die Unternehmensausgaben insbesondere bei den Zulieferern im Bereich digitaler Wandel sehr robust. Aus unserer Sicht sind die IT-Ausgaben in den Bereichen PCs und Smartphones ziemlich stabil. Und in den Bereichen Neue Medien und Gaming gibt es ein sehr solides Wachstum.

Nach unserer Überzeugung wird sich jedes Unternehmen auf eine Reise zum digitalen Wandel begeben und Beziehungen mit seinen Kunden aufbauen müssen, die serviceorientiert, abonnentenorientiert und wiederkehrend sind und in deren Zentrum letztlich Daten stehen. Und dann müssen diese Daten nutzbar gemacht werden, um aus den Kunden ein größeres Wertpotenzial zu heben. Tun die Unternehmen dies nicht, drohen sie, von einem digitalen Disruptor abgehängt zu werden, der auf ihren Markt kommt, oder von einem etablierten Akteur, der in die nötige Technologie für den digitalen Wandel investiert.

Beispiel A ist ganz klar das, was wir derzeit im Einzelhandel mit den E-Commerce-Riesen Amazon und Alibaba als Disruptoren erleben. Beispiel B spielt sich gerade im Transportwesen mit On-Demand-Fahrdiensten wie Uber ab. Und Beispiel C ist natürlich ein Unternehmen wie Airbnb. Airbnb dürfte das weltweit größte Angebot an Objekten im Gastgewerbe haben und besitzt doch selbst keine Immobilien. Dies ist eine ganz bemerkenswerte Story.

Reise zum digitalen Wandel

Aus unserer Sicht gibt es beim digitalen Wandel wirklich wichtige Unterthemen, darunter Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing und das Internet der Dinge, das wir für eine verborgene Chance rund um Daten und digitalen Wandel halten. Und auch Fintech und digitale Zahlungen – und das damit verbundene Datenvolumen – sind spannende Bereiche.

In der Technologie gefallen uns die Untersektoren Cloud-Computing und Anwendungssoftware, die wir in Anbetracht der bei KI im Zuge der Nutzung gesammelten Daten für eine verborgene Chance halten. Unser Gefallen finden Internet-Unternehmen im Bereich E-Commerce und Werbung und Unternehmen für neue Medien im Internet. Positiv sehen wir auch IT-Finanzdienstleistungen und die Halbleiterbranche, die wir für eine Chance mit hohem Wertpotenzial im Bereich KI und Cloud halten.

Bewertungen erscheinen angemessen

Bei Technologie gibt es stets über- oder unterbewertete Untersektoren, so funktionieren die Märkte. Insgesamt halten wir die aktuellen Bewertungen im Technologiesektor für angemessen. Betrachtet man den Multiplikator Kurs-Gewinn-Verhältnis für einen breit gefassten Korb von Tech-Aktien für die nächsten 12 Monate, sieht man eine Prämie von 7 % auf den S&P 500 Index.1 Entfernt man die Cash-Komponente aus diesen Tech-Unternehmen (die im Vergleich zu den meisten anderen Unternehmen im S&P 500 Index, die negative Netto-Barbestände haben, in der Regel hochliquide sind), werden sie im Grunde mit dem gleichen Multiplikator gehandelt.

Nach unserem Dafürhalten gibt es bei Technologieunternehmen einige der hochwertigsten Geschäftsmodelle.

Auch die Steuerreform ist für Tech-Unternehmen ein möglicher Katalysator. Wir wissen, dass der beste einzelne Frühindikator für Investments im IT-Bereich Änderungen der Unternehmensrentabilität sind, und nahezu alle US-Unternehmen erhöhten infolge der Unternehmenssteuerreform ihre Rentabilität.

Überdies holten diese US-Technologieriesen viel Kapital aus dem Ausland zurück und setzen dieses nun sehr zur Freude der Aktionäre ein. Die Dividenden werden auf breiter Front erhöht, und es gibt umfangreiche Aktienrückkäufe sowie auch M&A-Aktivitäten.

Daher bietet der Technologiesektor aus unserer Sicht gute Bewertungen, mit die beste Qualität und strukturelles Wachstum rund um den digitalen Wandel.

Wir versuchen, uns in diesem Umfeld auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren und zu verstehen, wie diese Unternehmen in der Reifephase aussehen werden. Wir halten die Struktur der Margen für ausgezeichnet und sind der Ansicht, dass die Anleger den Tech-Bereich allmählich nicht nur als Sektor, sondern als Kernbranche wahrnehmen müssen, in der sie auf lange Sicht vertreten sein sollten.

Um Analysen von Franklin Templeton als E-Mail zu erhalten, abonnieren Sie den Blog Beyond Bulls & Bears.

Die neuesten Tipps und Infos für Anleger finden Sie auf Twitter @FTI_Germany und auf LinkedIn.

Wichtige Hinweise

Dieses Material beruht auf den Analysen und Einschätzungen der Sprecher zum Datum des Podcasts; diese Meinungen können sich ohne Ankündigung ändern.

Die hierin aufgeführten Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf einen Markt, eine Branche, ein Wertpapier oder eine Strategie dar. Die beschriebenen Sachverhalte stammen aus Quellen, die als zuverlässig betrachtet werden. Dennoch kann nicht zugesichert oder garantiert werden, dass diese vollständig oder korrekt sind. Die in diesem Artikel genannten Unternehmen dienen lediglich zur Veranschaulichung und können von einem von der Franklin Equity Group beratenen Investmentvehikel gehalten werden oder auch nicht.

Alle finanziellen Entscheidungen und Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Technologiebranche kann durch die Veralterung bestehender Technologie, kurze Produktzyklen, sinkende Preise und Gewinne, Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer und die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen erheblich beeinflusst werden.

Sie sollten stets einen qualifizierten Berufsträger der finanzberatenden Berufe oder Ihren eigenen unabhängigen Finanzberater konsultieren, um personalisierte Anlageempfehlungen, die auf Ihre spezifischen Ziele, persönliche Situation und Risikotragfähigkeit zugeschnitten sind, zu erhalten.

Bei der Erstellung dieser Unterlage wurden möglicherweise Daten von Drittanbietern verwendet, und FTI hat diese Daten nicht unabhängig geprüft oder bestätigt. FTI haftet auf keinen Fall für Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Das Vertrauen auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Material liegt ausschließlich im alleinigen Ermessen des Nutzers.

___________________

  1. Quelle: FactSet. Zum 30. September 2018 betrug das zukunftsgerichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den S&P 500 Index (nächste 12 Monate) 18,3x gegenüber 19,6x für den Sektor Informationstechnologie bei einer Prämie von rund 7,1 %. Weitere Informationen zu Datenanbietern finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.