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Anleihen

Globale Unsicherheit zeigt Chancen bei GCC-Anleihen auf

Am 31. Januar 2019 wird der Golf-Kooperationsrat offiziell in einen der wichtigsten Indizes für Schwellenländer-Anleihen aufgenommen. Dino Kronfol, CIO von Franklin Templeton Global Sukuk und MENA Fixed Income, ist überzeugt, dass diese Entwicklung Milliarden von Dollar potenzieller ausländischer Investitionen anziehen könnte. Doch dies ist nur einer von drei Gründen für seinen optimistischen Ausblick für die Region.

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Während sich Anleger weltweit auf ein ungewisses Jahr 2019 gefasst machen, das selbst an den stärksten Nerven rütteln dürfte, ist der Ausblick für die Rentenmärkte der Länder des Golf-Kooperationsrates (GCC-Region[1]) aus unserer Sicht weitaus günstiger und bietet Potenzial für starke risikobereinigte Renditen.

Wir erwarten, dass GCC-Anleihen ihre Pendants aus den USA und den Schwellenländern 2019 erneut übertreffen werden, wie dies auch in den letzten fünf Jahren meist der Fall war.[2] Seit 2013 erzielten GCC-Anleihen bessere risikobereinigte Renditen als viele traditionelle Anleihensektoren. Dies wird an der Sharpe Ratio ersichtlich, einer Kennzahl für die risikobereinigte Überrendite. (Siehe Tabelle unten.)

Da viele der wichtigsten, für eine Outperformance der Lokalmärkte erforderlichen Faktoren weiterhin vorliegen, sind wir der Ansicht, dass die GCC-Region von besorgniserregenden globalen Ereignissen wie potenziellen Handelskriegen, einem neuen Drosselungskoller oder Einbrüchen der Schwellenländer verschont bleiben dürfte.

Woher unsere Zuversicht?

Ein wesentlicher Faktor, der unserem positiven Ausblick für das kommende Jahr zugrunde liegt, ist unsere Einschätzung, dass die US-Notenbank die Zinssätze 2019 nicht aggressiv anheben wird. Die Inflation stellt letztlich kein dringliches Thema dar, und der Ausblick bezüglich des Wirtschaftswachstums ist mit Ungewissheit behaftet. All dies spricht dafür, dass die US-Zinssätze vielleicht geringfügig, jedoch nicht aggressiv steigen werden.

Die GCC-Region hat gerade drei bis vier schwere Jahre hinter sich und kommt in eine Phase, in der die Regierungen ihren Fokus von der vorherigen Fixierung auf Haushaltskonsolidierung nun auf Wachstum verlagern.

Erste Anzeichen dieses Wandels waren Ende 2017 zu beobachten, als mehrere Regierungen einen expansiven Haushalt ankündigten. Hinzu kommt, dass Länder wie Abu Dhabi in diesem Jahr eine Vielzahl von Anreizmaßnahmen ankündigten, die das Wachstum in Gang setzen sollen. Alles in allem rechnen wir für 2019 mit einer durchschnittlichen Zunahme der Wirtschaftstätigkeit in der GCC-Region um 2 bis 3 %.[3] Dies bedeutet, dass die Region sich 2019 auf einem deutlichen Kurs der Besserung befände.

Aufnahme in den Index für Schwellenländeranleihen

Auch wenn ein stabiles wirtschaftliches Umfeld GCC-Schuldtitel weiterhin stützt, stellt nach unserem Dafürhalten die Aufnahme des GCC in die Schwellenländer-Indizes von JP Morgan[4] das vielleicht wichtigste Ereignis für lokale Anleihen in diesem Jahr dar. Ab Ende Januar werden Saudi-Arabien sowie vier weitere Golfstaaten in die Indizes von JP Morgan für Schwellenländer-Staatsanleihen aufgenommen, was potenziell ausländische Investitionen in Milliardenhöhe mit sich bringen könnte.

Dieser Schritt ist von erheblicher Bedeutung, da die Indizes von internationalen Anlegern genau verfolgt werden. Die Aufnahme dürfte die GCC-Länder im Verkauf ihrer Anleihen unterstützen und könnte ihnen möglicherweise auch eine Reduzierung ihrer Fremdkapitalkosten bescheren. Wir rechnen im kommenden Jahr mit erhöhter Nachfrage internationaler und lokaler Käufer. Dies dürfte zur Berichtigung einer traditionell chronischen Untergewichtung der Anleger in Schuldtiteln dieser Region beitragen.


Bessere relative Bewertungen

Ein weiterer Faktor für unsere positive Einschätzung von GCC-Schuldtiteln im kommenden Jahr ist die Bewertung. Die relativen Bewertungen sind derzeit günstiger als noch vor 12 bis 18 Monaten.

Dies veranlasst uns, an unserem erheblichen Engagement in Unternehmensanleihen sowie in Hochzinsanleihen festzuhalten, einem Bereich, der aus unserer Sicht 2019 bei Anlegern positiv ankommen sollte. Zudem halten wir das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag nach wie vor für attraktiv. Obwohl die Bedingungen in den vergangenen fünf Jahren sogar schlechter wurden, stiegen die Renditen auf GCC-Schuldtitel um 5 %. Dies unterstreicht nach unserem Dafürhalten die Robustheit und Stabilität der Region.[5]

Der Ausblick für die Entwicklung von Schuldtiteln aus der GCC-Region im Laufe des Jahres 2019 erscheint zwar vielversprechend, es gibt jedoch potenzielle Hindernisse, die die Anleger und Märkte nervös machen könnten. So besteht das Risiko, dass sich das Tempo der fiskalpolitischen Reformen in der GCC-Region verlangsamen wird. Dies könnte die Anlegerstimmung dämpfen.

2018 sahen wir beispielsweise, wie Bahrain einen wichtigen Durchbruch dabei erzielte, sich die finanzielle Unterstützung seiner GCC-Nachbarn zu sichern. Anleger brauchen jedoch die Gewissheit, dass Bahrain und andere ihre fiskalpolitischen Reformmaßnahmen zu Ende bringen können, damit das Vertrauen in echten Wandel aufrechterhalten wird.  Fiskalpolitische „Ausrutscher“ dürften im kommenden Jahr weiterhin eine große Sorge sein.

Letztlich könnte ein deutlicher Einbruch der Ölpreise Konsequenzen für die nach wie vor von Kohlenwasserstoffressourcen abhängige GCC-Region haben – insbesondere in Anbetracht der ambitionierten Investitionspläne, die derzeit umgesetzt werden.

Nach unserer Einschätzung wird die Zusammenarbeit zwischen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und Russland fortgesetzt. Im vergangenen Jahr einigten sich die OPEC, Russland und seine Verbündeten auf eine Fördersenkung von 1,2 Millionen Barrel pro Tag. Dieser Schritt trug zu einer Preisstabilisierung bei und spülte ordentlich Geld in die Kassen der GCC-Länder.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zu den Zinsen. Wenn sich die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio den steigenden Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Anlagen in Entwicklungsländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre relativ kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Solche Anlagen können im Verlauf eines bestimmten Jahres erheblichen Preisschwankungen unterworfen sein. Anlagen im Energiesektor bergen spezifische Risiken, unter anderem weil sie stärker auf widrige Veränderungen der den Sektor betreffenden wirtschaftlichen Entwicklung oder regulatorischen Entwicklungen reagieren.

[1] Der Golf-Kooperationsrat ist eine Allianz zwischen sechs Ländern des Nahen Ostens: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

[2] Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

[3] Weltbank, Gulf Economic Monitor, November 2018.  Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

[4] Der J.P. Morgan Emerging Markets Bond Index bildet Anleihen in Schwellenländern ab. Indizes werden nicht gemanagt, und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt.

[5] FactSet, Stand: 30. September 2018. Auf Basis der Zahlen der letzten fünf Jahre für den J.P. Morgan EMBI Global Diversified (Local). Die Wertentwicklung der Vergangenheit stellt keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung dar.