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Wandelanleihen: Glauben Sie nicht alles, was Sie hören

Volatile Märkte können für alle Arten von Anlegern Schwierigkeiten verursachen. Alan Muschott von der Franklin Equity Group zeigt gute Gründe für eine Anlage in Wandelanleihen auf – eine hybride Anlageklasse, die sich seiner Einschätzung nach gut an unterschiedlichste Marktbedingungen anpassen kann. Zudem bietet er seine Einschätzung zu bestimmten Missverständnissen über diese einzigartige Anlageform, derer sich Anleger bewusst sein sollten.

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Seit dem im vierten Quartal 2018 verzeichneten Abverkauf an den US-Aktienmärkten haben uns zahlreiche Anleger gefragt, wie es wandelbaren Wertpapieren im Zuge der jüngsten Turbulenzen ergangen ist. Diese hybriden Instrumente werden von Unternehmen zur Kapitalbeschaffung begeben. In der Regel sind sie in der Form eines Schuldtitels oder als Vorzugsaktien strukturiert und beinhalten das Recht, zu vorab festgelegten Bedingungen eine Wandlung in Aktien vorzunehmen.

Unserer Analyse zufolge konnten wandelbare Wertpapiere die ihnen zugrundeliegenden Aktien während des vierten Quartals, in dem der US-Aktienmarkt seine stärksten Kursrückgänge hinnehmen musste, allgemein übertreffen. Für uns kommt dies nicht überraschend, da sich Wandelanleihen in der Vergangenheit in Phasen überdurchschnittlicher Marktschwankungen in der Regel gut entwickelt haben.

In Phasen, in denen der Aktienmarkt insgesamt sinkt, bietet die festverzinsliche Komponente wandelbarer Wertpapiere in der Regel ein gewisses Maß an Schutz vor Wertverfall. Wenn hingegen der Kurs der Stammaktie eines Unternehmens steigt, sollte die Wandelanleihe aufgrund des eingebetteten Wandlungsrechts am Wertzuwachs partizipieren.

Als langfristige Anleger ändert sich unsere allgemeine Einschätzung wandelbarer Wertpapiere jedoch nicht von Quartal zu Quartal bzw. in Phasen erhöhter Marktvolatilität. Die durchschnittliche Laufzeit einer Wandelanleihe liegt bei etwa fünf Jahren, bevor sie umgewandelt wird, und wir halten diese Papiere häufig bis zur Fälligkeit – unabhängig davon, was in der Zwischenzeit am Markt geschieht.

Unserer Einschätzung nach können Wandelanleihen in verschiedensten Marktumfeldern attraktiv sein – unter anderem auch in steigenden Märkten, da die Kursbeziehung zur zugrundeliegende Stammaktie potenziell asymmetrisch sein kann.

Wandelanleihen, deren Deltas (ein Maß ihrer Aktiensensitivität) sich ungefähr in der Mitte der Spanne zwischen 0,0 und 1,0 bewegen, werden häufig auch als „ausgewogene“ Titel bezeichnet und können stärker an Aufwärtsbewegungen der Aktie des Emittenten partizipieren als an Kursverlusten. Dies sind die Arten von wandelbaren Papieren, die wir bevorzugen, da dies unserer Ansicht nach der attraktivste Aspekt dieser Anlageklasse ist.

Aus unserer Sicht sind Wandelanleihen wegen ihrer Fähigkeit, sich an unterschiedlichste Marktbedingungen anzupassen, ein attraktives Instrument, um die Diversifizierung eines Portfolios zu erhöhen. Allerdings stellen wir immer wieder fest, dass Missverständnisse bezüglich dieser hybriden Anlageklasse vorliegen, die Anleger berücksichtigen sollten.

Wandelbare Wertpapiere lassen sich nicht ohne Weiteres mit anderen Titeln in eine Schublade stecken

In manchen Teilen der Welt scheinen zahlreiche Anleger globale Wandelanleihen als festverzinsliche Anlagen zu betrachten. Wir halten diese Kategorisierung jedoch für alles andere als vollständig.

Wie wir in diesem zuvor veröffentlichten Artikel bereits erwähnt haben, handelt es sich bei Wandelanleihen um eine einzigartige Assetklasse im Investmentuniversum, die Anlegern das Zuwachspotenzial von Stammaktien und gleichzeitig das Ertragspotenzial von Anleihen bieten kann. Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale können Wandelanleihen als festverzinsliches Wertpapier, Aktie oder als separate Anlageklasse eingestuft werden.

Die meisten Wandelanleihen werden in den USA ausgegeben

Wenn wir globale wandelbare Wertpapiere analysieren, verfolgen wir einen anderen Ansatz als viele unserer Wettbewerber. Wir orientieren uns mit unseren Beständen nicht an Benchmark-Indizes, die die US-amerikanischen, europäischen und asiatischen Märkte in der Regel gleichgewichtet haben. Dies mag bestimmte Anleger in Europa oder Asien überraschen, da sie der Ansicht sind, dass wir ein höheres Engagement in ihren Heimatländern halten sollten.

Unseres Erachtens spiegelt eine Gleichgewichtung dieser Märkte die tatsächlichen Marktgegebenheiten nicht angemessen wider. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, entfallen auf die USA ca. 60 % der Emissionen am globalen Markt für Wandelanleihen. Wir beziehen unsere Anlagen häufig am Primärmarkt, da neu begebene Wertpapiere die von uns bevorzugten ausgewogenen Eigenschaften aufweisen. Daher halten wir tendenziell ein höheres Engagement in US-Wandelanleihen als viele unserer Wettbewerber.

Folgen für Anleger

Das Universum globaler Wandelanleihen ist zudem stärker auf Sektoren mit höherem Wachstum wie etwa Informationstechnologie, Gesundheitswesen und zyklische Konsumgüter konzentriert. Glücklicherweise sind dies alles Sektoren, in denen wir überzeugende Wachstumstreiber für die kommenden Jahre sehen.

Wir stellen fest, dass Technologie für viele Unternehmen und Branchen immer stärker zu einem unverzichtbaren Aufwandsposten wird. Insbesondere gefallen uns bestimmte wandelbare Wertpapiere mit Bezug zu Wachstumsthemen wie etwa On-Demand-Software gut. Vielen Unternehmen mangelt es häufig an der erforderlichen Expertise, dem Personal und den Ressourcen, um diese Technologie intern zu entwickeln. Dies eröffnet Chancen für Unternehmen in den Bereichen Cloud Computing und Software-as-a-Service.

Darüber hinaus sehen wir nach wie vor Chancen bei Unternehmen, die im Gesundheitssektor ein hohes Maß an Innovation an den Tag legen. Angesichts entgegenkommender Aufsichtsbehörden und neuartiger Verabreichungsmethoden und Ziele für Wirkstoffe beobachten wir im Gesundheitswesen eine anhaltende Innovationswelle.

Randnotiz: Drei gute Gründe sprechen für eine Anlage in Wandelanleihen

  1. Potenzial für zusätzliche Diversifizierung. In der Vergangenheit wiesen Wandelanleihen eine geringe Korrelation zu Anleihen und eine unvollkommene Korrelation zu Aktien auf. Das bietet Anlegern die Möglichkeit, ihr Portfolio stärker zu diversifizieren, die Volatilität zu verringern und das Risikoprofil des Portfolios insgesamt zu verbessern. Beachten Sie bitte, dass Diversifizierung keine Gewinngarantie ist und keinen Schutz vor Verlusten bietet.
  2. Attraktives Potenzial für langfristige, risikobereinigte Renditen. Kritiker weisen darauf hin, dass der Wert von Wandelanleihen in steigenden Märkten nicht so rasant steigt, wie der Wert von Aktien. Außerdem entspreche der Schutz vor Abwärtsrisiken in fallenden Märkten nicht dem Schutz, den Anleihen bieten. Dennoch haben sie in der Vergangenheit im Vergleich zu Aktien und Anleihen auf lange Sicht attraktive risikobereinigte Renditen erzielt.
  3. Solide und vielfältige Chancen. Wandelanleihen sind aufgrund ihrer Flexibilität für ein breites Anlegerspektrum attraktiv. Als Anlageklasse zeichneten sie sich in der Vergangenheit insgesamt durch ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil aus. Innerhalb dieser Klasse gibt es jedoch erhebliche Unterschiede bezüglich des Risikos, der Sensitivität gegenüber Kursveränderungen des Basiswerts und des Potenzials für eine Partizipation an Aufwärtsbewegungen. Wandelanleihen unterscheiden sich mit Blick auf ihre Bonitätsnoten, Sektoren, Marktkapitalisierung und Anlagemerkmale.

 In diesem Dokument möglicherweise verwendete externe Daten wurden von Franklin Templeton Investments („FTI“) nicht unabhängig verifiziert, bewertet oder überprüft. FTI haftet auf keinen Fall für Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Das Vertrauen auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Material liegt ausschließlich im alleinigen Ermessen des Nutzers. Manche Produkte, Dienstleistungen und Informationen sind möglicherweise nicht in jedem Land verfügbar und werden außerhalb der USA von anderen mit FTI verbundenen Unternehmen und/oder ihren Vertriebsstellen, wie nach lokalem Recht und lokalen Vorschriften zulässig, angeboten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen über die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen in Ihrem Land an Ihren eigenen professionellen Berater.

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CFA® und Chartered Financial Analyst® sind Marken des CFA Institute.

Welche Risiken bestehen?
Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Allgemein sind Anlagen mit höheren Renditepotenzialen, aber auch mit höheren Risiken verbunden. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Investitionen in schnell wachsende Branchen wie etwa den Technologiesektor (der in der Vergangenheit von hoher Volatilität geprägt war) können – insbesondere kurzfristig – zu größeren Kursschwankungen führen. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen entgegen der Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. High-Yield-Papiere tragen die mit solchen niedriger bewerteten Titeln verbundenen höheren Kreditrisiken und weisen mitunter die niedrigeren Marktkurse für solche Instrumente auf. Wandelanleihen unterliegen den Risiken von Aktien, wenn der Preis der zugrunde liegende Aktie im Vergleich zum Wandlungspreis relativ hoch ist (da der Wert des Wertpapiers vor allem im Wandungsrecht liegt). Im Gegenzug unterliegen sie den Risiken von Schuldtiteln, wenn der Preis der zugrunde liegende Aktie im Vergleich zum Wandlungspreis relativ niedrig ist (weil der Wert weniger im Wandlungsrecht liegt). Eine Wandelanleihe reagiert weniger empfindlich auf Zinssatzschwankungen als ein ähnlicher nicht wandelbarer Schuldtitel Zudem ist das Potenzial für Gewinne oder Verluste geringer als beim Basiswert. Diversifizierung ist keine Gewinngarantie und bietet keinen Schutz vor Verlusten.