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Immer noch kein Weg zu einer Lösung des Brexit-Dilemmas in Sicht

Der Brexit könnte einmal mehr vertagt worden sein. Die Europäische Union hat angeboten, dem Vereinigten Königreich mehr Zeit einzuräumen, um zu entscheiden, wie sich der Austritt des Landes aus der Union gestalten soll. Die Maßnahme könnte kurzfristig zwar einen No-Deal-Brexit verhindern, unser Head of European Fixed Income David Zahn ist jedoch der Ansicht, dass die Probleme hierdurch lediglich auf einen späteren Zeitpunkt aufgeschoben werden.

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Das Angebot der Europäischen Union, den Brexit bis zum 31. Oktober aufzuschieben, hat auch die Unsicherheit bezüglich der ganzen Angelegenheit verlängert. Und die Finanzmärkte hassen Unsicherheit. Aus unserer Sicht ist dieses Verlängerungsangebot ein weiterer Fall, in dem die Behörden das Thema einfach auf die lange Bank schieben. Es schein keinerlei Einigkeit darüber zu bestehen, wie das Problem gelöst werden soll.

Das wesentliche Ergebnis ist anhaltende Unsicherheit für die Märkte. Aller Wahrscheinlichkeit nach bedeutet dies, dass das Pfund unter Druck bleiben und auch weiterhin von den politischen Schlagzeilen des Tages abhängig sein wird. Britische Staatsanleihen dürften sich auch weiterhin einer regen Nachfrage erfreuen, während Anleger auf ein Ergebnis warten.

Ein ungeregelter Brexit ist weiterhin möglich

Der Hauptgrund für die Bitte des Vereinigten Königreichs nach einer Verlängerung der Brexit-Frist sowie für das Angebot der EUR scheint der Wunsch zu sein, einen No-Deal-Brexit zu vermeiden.

Tatsache ist jedoch, dass ein ungeregelter Brexit nach wie vor durchaus möglich ist. Auch wenn Europa eine Fristverlängerung angeboten hat, muss diese immer noch vom britischen Parlament ratifiziert werden.

Aus unserer Sicht ist die Lage nicht so eindeutig, wie immer wieder vorhergesagt wird. So fordert das Verlängerungsangebot beispielsweise, dass das Vereinigte Königreich im Mai an den Wahlen für das Europaparlament teilnimmt. Dies dürfte bei Brexit-Hardlinern kaum auf Gegenliebe stoßen, und wir gehen davon aus, dass erhebliches Überzeugungsgeschick erforderlich sein dürfte, um den Beschluss vom Unterhaus verabschieden zu lassen.

Und selbst durch die lange Fristverlängerung wird die Möglichkeit eines No-Deal-Brexits nicht ausgeräumt. Dieses Szenario könnte immer noch eintreten, wenn bis Ablauf der neuen Frist keine Fortschritte erzielt werden.

Fragen über die Führungsnachfolge in Großbritannien

Unter den aktuellen Umständen ist es für die konservative Partei zwar alles andere als empfehlenswert, vorgezogene Parlamentswahlen einzuberufen, in Anbetracht einer deutlichen Verlängerung der Brexit-Frist ist es jedoch schwer zu erkennen, wie sich Theresa May als Premierministerin im Amt behaupten soll. Aus unserer Sicht hätte sie es sicherlich bis Ende Juni schaffen können, wenn die EU ihrem Antrag auf eine kurze Verlängerung stattgegeben hätte.

Nun gehen wir jedoch davon aus, dass sie zurücktreten wird. Aus unserer Sicht ist das wahrscheinlichste Szenario, dass ein kompromissloserer Brexit-Verfechter die Zügel übernimmt. Damit dürfte sich auch der Ansatz für die Verhandlungen mit Europa grundlegend ändern.

Europa hat immer wieder betont, nicht nachverhandeln zu wollen. Im Laufe der nächsten sechs Monate könnten sich die Umstände jedoch ändern.

Wir gehen davon aus, dass die anhaltende Unsicherheit in dieser Zeit zu weiterer Volatilität beitragen dürfte – sowohl an den Märkten als auch in der Politik.

 

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Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen entgegen der Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen.