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Zwei Gründe, warum US-Aktien 2020 weiter zulegen könnten

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Es gibt eine alte Redewendung, „eine Wand der Sorgen erklimmen“, die verwendet wird, um eine Situation zu beschreiben, in der die Märkte trotz Unsicherheiten weiter ansteigen. Derzeit gibt es zweifellos keinen Mangel an Unsicherheiten – nichtsdestotrotz haben sich US-Aktien langsam aber sicher zu neuen Allzeithochs vorgearbeitet. Grant Bowers von der Franklin Equity Group erkennt, dass sich hier und da womöglich ein paar Risse auftun. Er sieht aber immer noch zwei wesentliche Gründe für Optimismus in Bezug auf den Ausblick und glaubt, dass US-Aktien noch Spielraum haben, um 2020 weitere Kursgewinne zu erzielen.

Hören Sie sich unseren neuesten Podcast „Talking Markets“ an, um von Grant mehr über US-Aktien zu erfahren. Zudem erläutert dort Andrew Burkly seinen aktuellen Ausblick für Europa.

Während wir uns auf das Jahr 2020 zubewegen, haben wir insbesondere von wachstumsorientierten Anlegern Fragen darüber erhalten, ob der Bullenmarkt bei US-Aktien über genügend Spielraum verfügt, um sich auch im kommenden Jahrzehnt fortzusetzen. Dies ist eine verständliche Sorge, wenn man bedenkt, dass die USA seit Juni 2009 eine der längsten jemals verzeichneten Phasen wirtschaftlichen Wachstums durchlaufen.[1] Verglichen mit ähnlichen früheren Wachstumsphasen ist die Entwicklung allerdings sehr flach und langsam verlaufen. Dieses langsamere Wachstum ist auf die Schwere der globalen Finanzkrise vor einem Jahrzehnt zurückzuführen. Auch das darauffolgende, von geringer Inflation und niedrigen Zinsen geprägte Umfeld hat eine Rolle gespielt.

 

Auch wenn Marktkommentatoren Sorgen über die Dauer des aktuellen Zyklus anmelden, bewegen sich US-Aktien nach wie vor in der Nähe ihrer Allzeithochs. Wenn wir die Daten und die aktuellen Geschehnisse am Markt betrachten, kommen wir zu dem Schluss, dass diese spätzyklische Phase sehr viel länger andauern kann als weitläufig erwartet wird. Unserer Analyse zufolge deuten Kennzahlen wie etwa das zukunftsgerichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 Index darauf hin, dass die Bewertungen US-amerikanischer Aktien ihren historischen Durchschnittswerten entsprechen.[1]

US-Aktien sind zwar nicht günstig, wir halten sie jedoch auch nicht für überteuert. Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Zinsen in diesem Jahr zu senken, ein günstiges Umfeld für weiteres Wachstum bei US-Aktien geschaffen hat.

Selbst bei einer recht optimistischen Einschätzung des wirtschaftlichen Umfelds sind wir uns der Tatsache bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit erheblicher Kursgewinne an den Märkten in dieser Phase des Zyklus künftig sinken dürfte. Zudem gehen wir davon aus, dass diese Anstiegsphasen mit einem höheren Volatilitätsniveau einhergehen werden. Aus diesen Gründen sind wir der Ansicht, dass Selektivität und ein aktives Management wichtige Elemente darstellen, die Anleger auf jeden Fall in Betracht ziehen sollten. Wir finden heute viele äußerst überzeugende Anlagethemen. Nähere Einblicke in diese Themen erhalten Sie in einem anderen kürzlich veröffentlichten Blog-Beitrag.

Die beiden wichtigsten Quellen der Stärke der US-Wirtschaft: Verbraucher und Unternehmen

Unseres Erachtens kann die US-Wirtschaft über einen sehr viel längeren Zeitraum, als von vielen Marktbeobachtern derzeit angenommen wird, um etwa 2 % bis 3 % pro Jahr wachsen.[2] Diese Einschätzung beruht auf zwei wesentlichen Faktoren: der Stärke des Konsumsektors und den Unternehmensgewinnen.

Die US-amerikanischen Verbraucher profitieren nun schon seit vielen Jahren von einem robusten Beschäftigungswachstum in den USA und fühlen sich stark genug, um größere Anschaffungen zu tätigen. Zudem haben wir in den letzten beiden Jahren ein gewisses Maß an Lohnwachstum verzeichnet, was sich ebenfalls positiv auf die Verbraucherausgaben ausgewirkt hat.

Wir behalten die Stärke des Verbrauchersektors auch weiterhin genau im Auge, da er einen der wichtigsten treibenden Faktoren für die US-Wirtschaft insgesamt darstellt – auf ihn entfallen rund zwei Drittel des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts.

Darüber hinaus achten wir auf die Verschuldungsniveaus und die Verschuldungsquoten der Verbraucher, die im Vergleich zu historischen Durchschnittswerten weiterhin niedrig sind. Verbraucher haben zwar mehr Schulden aufgenommen, sie haben ihre Ausgaben jedoch nicht so erhöht, wie in früheren Phasen von Konjunkturzyklen bzw. bei konjunkturellen Höchstständen der Fall war.

Die Gewinne haben sich in den USA im dritten Quartal dieses Jahres zwar ein wenig abgekühlt, der Markt hat jedoch darüber hinweggesehen und sich stattdessen auf die Aussichten für das vierte Quartal und das Jahr 2020 konzentriert. Wir sehen Anzeichen darauf, dass der Ausblick für die Unternehmensgewinne heute allgemein positiver ist als noch vor ein paar Monaten. Wir glauben, dass sich die Ertragslage künftig weiter verbessern könnte. US-Unternehmen dürften von einer Erholung des globalen Wachstums profitieren, da ca. 40 % der Gewinne multinationaler Konzerne im Ausland erzielt werden.

Im Zuge wachsender Erträge rechnen wir mit weiteren Aktienrückkäufen und Dividendensteigerungen sowie mit Investitionen in das Kerngeschäft. Als aktive Anleger haben wir die Gelegenheit, mit Führungskräften und Managementteams zahlreicher Unternehmen zu sprechen. Von ihnen haben wir gehört, dass sie in Technologien wie künstliche Intelligenz und Datenanalysen investieren, um ihre Produktivität zu steigern und ihre Investitionen zu optimieren, anstatt neue Fabriken zu bauen oder weitere Maschinen zu kaufen.

Während sich diese Investitionen und Themen herausbilden, bleiben die Zeiten für wachstumsorientierte Anleger unserer Ansicht nach spannend. Wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr neue Anlagechancen aufzudecken.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Ein Investment in schnell wachsende Branchen, einschließlich Technologie (die in der Vergangenheit eine hohe Volatilität aufwiesen), können zu größeren Kursschwankungen führen, insbesondere kurzfristig, da sich die Produkte dort sehr schnell wandeln. Außerdem werden sie durch Entwicklungen und Veränderungen in der staatlichen Regulierung von Unternehmen beeinflusst, die den wissenschaftlichen oder technologischen Fortschritt fördern. Substanztitel können manchmal nicht die erwarteten Kursanstiege erzielen oder weiter an Wert verlieren. Die Kurse von Wachstumsaktien beruhen auf Prognosen für künftige Gewinne oder Umsätze und können daher erheblich fallen, wenn das betreffende Unternehmen diese Prognosen nicht erfüllt.

[1] Quellen: FactSet, MSCI. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. MSCI gibt keine Gewährleistung und übernimmt keinerlei Haftung für die hier wiedergegebenen MSCI-Daten. Eine Weiterverbreitung oder weitere Nutzung ist nicht zulässig. Dieser Bericht wurde von MSCI weder erstellt noch bestätigt.

[2] Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

[1] Quelle: National Bureau of Economic Research.