Beyond Bulls & Bears

Reagieren US-Aktien rational?

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch Vereinfachtes Chinesisch Holländisch Französisch Italienisch Polnisch

Wenn wichtige Aktienmarktbarometer neue Höchststände erreichen, werden manche Anleger misstrauisch. Da der US-Aktienmarkt in den letzten fünf Jahren (2009 – 2013) robuste Gesamtrenditen erzielt hat, kommen natürlich Zweifel am weiteren Aufwärtstrend der Kurse auf.

Bowers_Grant_BIO-144x1501
Grant Bowers
Vice President und Portfolio Manager, Franklin Equity Group®

 

Portfoliomanager Grant Bowers geht davon aus, dass viele der Faktoren, die die Aktienkurse in den letzten fünf Jahre in die Höhe getrieben haben, auch weiterhin vorliegen – wie niedrige Inflation, solide Unternehmensgewinne und lockere Geldpolitik. Gleichzeitig warnt er aber vor einem voraussichtlichen Anstieg der Volatilität, insbesondere weil Anleger nach wie vor mit der Aussicht auf steigende US-Zinsen zurande kommen müssen.

Betrachten wir das Gesamtbild etwas distanzierter, erkennen wir immer noch überwiegend Gründe für positive Stimmung und beurteilen den US-Aktienmarkt optimistisch. Die US-Konjunktur legt weiter zu und hat die Auswirkungen des harten Winters vom ersten Quartal 2014 überstanden. Die Wirtschaftsdaten belegen Stärke in wichtigen Bereichen wie Produktion, Konsum und Beschäftigung – alles Anzeichen dafür, dass die US-Konjunktur auf Kurs und mitten in einer Expansionsphase ist.

Der Markt hat in den letzten Jahren bei einer gesunden Kombination aus Ertragssteigerungen und Bewertungszuwächsen kräftig aufwärts tendiert. Bei der Franklin Equity Group sind wir der Ansicht, dass die Aktien so reagieren, wie es den besseren konjunkturellen Rahmenbedingungen hier in den USA entspricht. Wir halten viele Unternehmen weiterhin für fundamental stark, doch die Bewertungen sind von den während der Finanzkrise 2008/09 erreichten Tiefs auf ein Niveau gestiegen, das näher bei den langfristigen historischen Durchschnitten liegt.

Selbst bei steigenden Bewertungen wirken manche der Markttreiber der letzten Jahre unseres Erachtens nach wie vor intakt. Insbesondere gehen wir davon aus, dass niedrige Inflation und lockere Geldpolitik weltweit in Verbindung mit besseren Wirtschaftsdaten und Unternehmensgewinnen in den USA auch in den kommenden Jahren weiter für Marktwachstum sorgen könnten. Wir rechnen allerdings künftig durchaus mit zunehmender Aktienmarktvolatilität, wenn die Anleger mit der laufenden Straffung der Fed-Politik zurande kommen und die geopolitischen Risiken weltweit weiter steigen. Solche volatilen Phasen können großartige Kaufgelegenheiten für langfristige Investoren eröffnen.

Mit Blick auf die Zukunft dürften unseres Erachtens solide Fundamentaldaten der Unternehmen die aktuellen Bewertungsniveaus weiter stützen. Die Aktienerträge werden voraussichtlich von Ertragssteigerungen und vor allem von den Kapitalallokationsentscheidungen mancher Managementteams beeinflusst. Viele US-Unternehmen gingen im Vergleich zu 2007 schlanker, stärker und wettbewerbsfähiger aus der globalen Finanzkrise hervor. Diese Wettbewerbsstärke führt im Zusammenspiel mit kräftigen Kostensenkungen zu Rekordgewinnen und beispielloser Liquidität vieler US-Unternehmen.

In den letzten Jahren haben US-Unternehmen die reichlich vorhandenen Mittel für Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe verwendet, was in einem ungewissen Wachstumsumfeld für viele Unternehmen eine relativ sichere und konservative Einsatzmöglichkeit sein kann. Mit aufwärts tendierendem Konjunkturzyklus interessieren sich dieselben Unternehmen allmählich für strategische Fusionen und Übernahmen (M&A), um ihre Wettbewerbsposition weiter zu stärken oder neue Wachstumsmärkte zu erschließen. 2013 beobachteten wir auflebendes M&A-Geschehen, das 2014 weiter zunahm. In den Sektoren Gesundheit, Medien und Industrie wurden große Transaktionen angekündigt. Bei niedrigen Zinsen, rekordhohen Cashflows der Unternehmen und soliden Aktienkursen dürfte sich dieser Trend unserer Erwartung nach fortsetzen.

Argumente für eine Anlage

Wir interessieren uns für hochwertige Unternehmen mit unseres Erachtens vorhandenem langfristigen Wachstumspotenzial und achten dabei auf mehrjährige Wachstumstrends. Wir suchen nach führenden Unternehmen – oft solchen, die wir für die Nummer eins oder zwei in ihrer Branche halten –, die in der besten Ausgangsposition für die weitere Entwicklung der Wachstumschancen über viele Jahre sind.

Solche Wachstumsunternehmen weisen oft Schlüsselmerkmale auf, auf die wir besonderen Wert legen:

  • Wachstumschancen über mehrere Jahre
  • Starke Wettbewerbsposition mit hohen Einstiegsbarrieren oder schwer überwindbaren wirtschaftlichen Gräben
  • Fähige Managementteams
  • Finanzkraft; solide Bilanzen und Cashflow-Merkmale

Solche auf mehrere Jahre angelegten Wachstumschancen entdecken wir in vielen Bereichen des US-Markts. Dazu gehören traditionelle Wachstumssektoren wie Technologie – durch das globale Wachstum bei mobilen Geräten, das vielen Unternehmen enorme Umsatzchancen durch das Erreichen neuer Kunden eröffnet, oder durch die Verlagerung auf Cloud-Computing, das die viele Milliarden Dollar schwere traditionelle Technologiebranche aufmischt und verändert, wie Unternehmen den Einsatz von und Investitionen in Technologie angehen. Ein weiterer maßgeblicher Bereich ist das Gesundheitswesen. Dieser Sektor wurde durch eine Rekordzahl neuer Medikamente beflügelt, die auf den Markt kamen, sowie durch die rege globale Nachfrage nach diesen Medikamenten.

Mehrjährige Wachstumschancen entdecken wir aber auch in weniger traditionellen Wachstumssektoren wie Energie oder Industrie. Eines der großen Themen für uns ist die viel zitierte „Renaissance der US-Produktion“. Für uns ist sie ebenso so sehr eine Renaissance der Energien wie eine Renaissance der Produktion, da sie auf der Entdeckung großer Schiefergas- und -ölvorkommen in den USA über die letzten fünf Jahre beruht. Diese Funde haben die Energielandschaft drastisch verändert und dürften unseres Erachtens im nächsten Jahrzehnt enorme Auswirkungen auf den US-Industriesektor haben. Diese Renaissance hat das Wachstum vieler Energie-Explorations-Unternehmen und -Dienstleister angekurbelt, die den Energiesektor versorgen.

Interessant ist dabei aus Investmentperspektive unseres Erachtens, dass die Produktions-Renaissance vermutlich vielen Bereichen der US-Wirtschaft zugutekommt, von den offensichtlichen Sektoren Industrie und Energie bis zum US-Verbraucher, der allgemein von niedriger Inflation, besseren Arbeitsmarktaussichten und mehr zyklischen Ausgaben profitieren dürfte, wenn vermehrt hochwertige Arbeitsplätze in die USA zurückkehren. Für die nächsten drei bis fünf Jahre erwarten wir weitreichende Effekte dieser Produktions-Renaissance, die der US-Wirtschaft noch viele Jahre lang kräftig Auftrieb geben könnte.

 

Kommentare, Meinungen und Analysen von Dr. Mobius dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie dürfen nicht als eine individuelle Anlageberatung oder Empfehlung, in ein Wertpapier zu investieren oder eine bestimmte Anlagestrategie zu verfolgen, aufgefasst werden. Da sich Markt- und Konjunkturbedingungen schnell verändern können, gelten Kommentare, Meinungen und Analysen nur für den Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags. Sie können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Material soll keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Branche, eine Anlage oder Strategie darstellen. 

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Ausländische Wertpapiere bringen spezielle Risiken mit sich, darunter Wechselkursschwankungen, wirtschaftliche und politische Ungewissheit. Anlagen in Schwellenländern sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und den nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. 

Wichtige rechtliche Hinweise

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, auch einem möglichen Verlust der Anlagesumme. Ausländische Wertpapiere sind mit besonderen Risiken verbunden wie Wechselkursschwankungen und wirtschaftliche und politische Unsicherheit. Anlagen auf Schwellenmärkten, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte zählen, sind mit erhöhten Risiken aufgrund derselben Faktoren verbunden sowie mit Risiken im Zusammenhang mit der kleineren Größe, der geringeren Liquidität und fehlender etablierter rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher und sozialer Systeme zur Unterstützung der Wertpapiermärkte. Weil diese Systeme in Grenzmärkten in aller Regel noch schwächer ausgeprägt sind sowie aufgrund verschiedener Faktoren wie dem verstärkten Potenzial extremer Kursvolatilität, Illiquidität, Handelsbarrieren und Devisenkontrollen sind die mit Schwellenmärkten verbundenen Risiken auf Grenzmärkten ungleich größer.