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Perspektiven

Ausblick für Hedgefonds-Strategie, viertes Quartal K2 Advisors

K2 Advisors streben danach, durch aktive Portfolioverwaltung, taktische Allokation und Diversifizierung über vier primäre Hedge-Strategien Mehrwert zu erwirtschaften: Long Short Equity, Relative Value, Global Macro und Event Driven. Die für Recherche und Portfolioaufbau zuständigen Teams von K2 Advisors melden für das vierte Quartal (Q4) 2016, dass eine günstige Streuung Grund für Optimismus geschaffen hat und ihre Überzeugung bezüglich ausgewählter Hedge-Strategien stärkt. Sie können in unserem früheren Blogeintrag mehr über diese Arten von Hedge-Strategien erfahren: „Schlagende Argumente für Liquid Alternatives.“ An dieser Stelle präsentieren wir den „Hedgefonds-Strategie-Ausblick für das vierte Quartal 2016“ unseres Teams.

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch

Streuung bei Bewertungen, Streuung bei Wertpapierkursen, Streuung bei Währungen, Streuung bei Erträgen. Der wesentliche Punkte ist: Streuung – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – kann für Hedge-Strategien gut sein. Nein, wir reden hier nicht von „Gier“ (vielen Dank, Gordon Gekko). Mit Blick auf das 4. Quartal 2016 reden wir im Zuge der Identifizierung derjenigen Positionen, von denen wir für den weiteren Verlauf des Jahres am stärksten überzeugt sind, vielmehr von Streuung. Oder, um es genauer zu formulieren: von einer zunehmenden Streuung. Für Hedge-Strategien kann dies ein positiver Faktor sein.

Eine Betrachtung der statistischen Kennzahlen, die hinsichtlich der Wirksamkeit jeglicher Anlage – und auch der Fähigkeit von Hedge-Strategien, Alpha zu erfassen – signifikant sind, beginnt für Anleger häufig mit Korrelation.1 Korrelation ist zwar zweifellos ein wichtiges Maß – sie zeichnet jedoch nur einen Teil des Bildes. Auch die Streuung bzw. Dispersion ist für eine Einschätzung der aktuellen Lage wichtig. Korrelation beschreibt die direktionale Bewegung einer Aktie oder eines Vermögenswerts im Verhältnis zu anderen, liefert jedoch keinerlei Aufschluss über das Ausmaß dieser Bewegung. Das Ausmaß einer Bewegung wird durch die Streuung bestimmt. Daher ist dies hinsichtlich der Fähigkeit von Hedge-Strategie-Managern, Alpha-Chancen zu generieren, ein wichtiger impliziter Faktor. In einem von hoher Streuung geprägten Umfeld können Aktienkurse stark voneinander abweichen. Dies sollte es versierten, fundamental ausgerichteten Stockpickern theoretisch ermöglichen, sich deutlich zu differenzieren. In einem Umfeld mit einer geringeren Streuung bewegen sich Aktien weniger stark im Verhältnis zu einander, selbst wenn idiosynkratische fundamentale Veränderungen stattfinden.

Die Streuung tendiert aufwärts: Chancen für Long Short Equity-Hedge-Strategien

Allgemein gefasst schätzen wir den Zyklus des Aktienmarkts derzeit als übermäßig lang ein, nachdem wir uns nun allmählich dem Ende eines fast achtjährigen Laufs positiver Ergebnisse nähern. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) haben nahezu ein Zwölf-Jahres-Hoch erreicht.2 In dieser fortgeschrittenen Phase des Erholungszyklus gehen die Aussichten auf weiteres Ertragswachstum in einigen Sektoren (und bei einzelnen Unternehmen innerhalb der Sektoren) allmählich zurück. Viele der Hedgefonds-Manager, denen wir die Verwaltung von Teilen unserer Fonds übertragen haben, verzeichnen zwischen einzelnen Unternehmen erhebliche Abweichungen hinsichtlich ihrer weiteren Aussichten.

Das erste Halbjahr 2016 war zwar schwierig, während des dritten Quartals haben Aktien jedoch zunehmend auf unternehmensspezifische Entwicklungen reagiert. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis auf weiteres fortsetzen wird. Darüber hinaus besteht Potenzial für einen Anstieg der Zinsen. In der Vergangenheit haben steigende Zinsen immer wieder Chancen für Long-Short-Manager geschaffen, um Alpha abzuschöpfen. Wenn Zinsen steigen, erhöht sich in der Regel auch der Druck auf die Bilanzen fundamental schwächerer Unternehmen, wodurch sich wiederum fundamentale Lücken in Bezug auf Bewertungen, KGVs und Kurs-Buchwert-Verhältnisse auftun.3 Eine solche Streuung erlaubt es Managern, sich idiosynkratische Chancen bei sowohl Long- als auch Short-Positionen zunutze zu machen und Gewinne zu erzielen, indem sie die Gewinner und Verlierer korrekt vorwegnehmen.

Ein weiterer wesentlicher Faktor, der momentan das Geschehen beeinflusst, ist natürlich die in den USA anstehende Präsidentschaftswahl und die möglichen Auswirkungen des Ergebnisses auf bestimmte Branchen. Wie viele Beobachter sicherlich in der Presse verfolgt haben, besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass sich die Vorschriften für die Festlegung von Preisen für Gesundheitsprodukte und Medikamente ändern werden. Long-Short-Equity-Hedgefonds-Manager versuchen abzuschätzen, wie sich die Lage entwickeln wird, wenn entweder die Demokraten oder die Republikaner die Wahl für sich entscheiden. Außerdem identifizieren sie diejenigen Unternehmen, die von möglichen aufsichtsrechtlichen Änderungen profitieren bzw. darunter leiden würden.

Hedge-Strategien, die eine marktneutrale Ausrichtung verfolgen, sind schließlich unserer Ansicht nach gut positioniert, um von dem potenziell volatilen, von geringem Wachstum geprägten Umfeld zu profitieren, dem wir künftig ausgesetzt sein dürften. Faktoren wie beispielsweise Unsicherheit im Zusammenhang mit den anstehenden Präsidentschaftswahlen und den Sitzungen der US-Notenbank zur Bestimmung ihrer weiteren Zinspolitik könnten während des vierten Quartals immer wieder einen sprunghaften Anstieg der Volatilität verursachen. Marktneutrale Strategien weisen in der Regel eine geringe Korrelation mit den Aktienmärkten auf. Dies dürfte dazu beitragen, sie vor einem stärkeren Einbruch der Aktienmärkte abzuschirmen. Gleichzeitig sollte es der Strategie gelingen, durch eine systematische Ausnutzung von Faktoren, Trends und Liquidität Alpha abzuschöpfen.

Rückenwind für Merger Arbitrage

Ähnlich wie im vergangenen Quartal sehen wir die Event-Driven-Hedge-Strategie weiterhin äußerst positiv – insbesondere im Bereich der Fusionen und Übernahmen. Unsere starke Überzeugung bezüglich dieser Strategie beruht auf einer Vielzahl von Faktoren. Die Transaktionsniveaus sind in den vergangenen Jahren hoch geblieben, und die Strategie hat durch Faktoren wie extrem niedrige Zinsen, lockere Kreditmärkte und hohe Barbestände bei Unternehmen Rückenwind erhalten. Wir rechnen damit, dass das Umfeld weiterhin günstig bleiben wird. Die grenzüberschreitenden Aktivitäten sind robust geblieben, was chinesischer Aktivität sowie einer Konsolidierung der Gesundheits- und Technologiebranche zuzuschreiben ist.

Darüber hinaus sehen sich Unternehmen einem zunehmenden Druck ausgesetzt, ihre Gewinne zu steigern. Eine praktische Möglichkeit, dies zu erreichen, sind strategische Fusionen und Übernahmen, bei denen Unternehmen mit erheblichen Synergien zusammengeführt werden können, um Kosten zu senken. Dies kann sich sehr positiv auf die Ertragslage auswirken. Weiterhin ist die globale Unsicherheit nach wie vor sehr hoch, sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht. Daher zögern viele Unternehmen, langfristige Investitionen zu tätigen.

Zudem sind schließlich die Spreads und Preise weiterhin günstig, da (aufgrund des Dodd-Frank Acts und anderer seit 2008 erlassener Vorschriften) weniger Eigenkapital für mögliche Transaktionen vorhanden ist. Die Spreads (einmal mehr: Streuung) erscheinen also sehr attraktiv, und die Qualität der Transaktionen ist nach wie vor sehr hoch. So sind beispielswiese keine Fusionen zu beobachten, die ausschließlich auf eine steuerliche Umstrukturierung abzielen, und auch die Zahl der Leveraged Buyouts ist weiterhin gering. Darüber hinaus wurden viele der riskanteren Transaktionen, die zuletzt Schlagzeilen gemacht hatten, letztlich wieder abgesagt.

Global Macro: Schwellenländer

Zu guter Letzt sind wir weiterhin sehr stark von Global Macro-Strategien überzeugt, insbesondere im Bereich der Schwellenländer. Wir beobachten, dass das Wachstum der Schwellenländer zunehmend unterschiedlich ausfällt (noch mehr Streuung). Dementsprechend verfolgen die verschiedenen Zentralbanken auch jeweils eine unterschiedliche Politik: einige befinden sich in einem Zinsanhebungszyklus (z.B. Mexiko, Kolumbien, Ägypten) und haben ihre Zinsen erst kürzlich erhöht, während andere ihre Zinsen senken und eine eher lockere Geldpolitik verfolgen (z.B. Indien, Kasachstan, Südkorea). Wir beobachten also eine Trennung hinsichtlich des Wirtschaftswachstums, was wiederum eine Spaltung der geldpolitischen Ausrichtung der Zentralbanken nach sich zieht. All dies kann für eine mögliche Abschöpfung von Alpha durch Global Macro-Hedge-Strategien positiv sein. Darüber hinaus dürfte das geopolitische Risiko ein Allzeithoch erreicht haben: wir haben eine Amtsenthebung in Brasilien, den Brexit in Großbritannien, Unruhen in der Türkei, anhaltende Konflikte im Nahen Osten, einen turbulenten Wahlzyklus in den USA, aggressive Rhetorik aus Nordkorea und politisches Gehabe in Russland. Kurz gefasst: wir rechnen damit, dass sich die Volatilität der globalen Märkte insgesamt erhöhen wird. Häufig fällt die Volatilität in Schwellenländern dann stärker aus als in den Industrienationen. Wir rechnen damit, dass diese Volatilität Chancen mit sich bringen wird, und sind davon überzeugt, dass sich diese in allen drei großen Anlageklassen eröffnen werden: Aktien, Rentenwerte und Devisen.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Attraktive Anlagemöglichkeiten zu erkennen, ist schwierig und mit hohen Unwägbarkeiten verbunden, und es kann nicht zugesichert werden, dass solche alternative Anlagestrategien erfolgreich sein werden. Eine Anlage in diese Strategien unterliegt verschiedenen Risiken, unter anderem auch denselben Marktrisiken wie alle Anlagen in jede Art von Wertpapieren, unter anderem einem Volatilitätsrisiko.

Der Marktwert von Wertpapieren im Bestand der K2 Liquid Alternative Portfolios kann – mitunter rasch oder unvorhersehbar – steigen oder fallen. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern beinhalten ähnliche Risiken, die jedoch aufgrund des relativ kleinen Volumens und der geringeren Liquidität dieser Märkte höher sind. Der Ausblick für die einzelnen Hedge-Strategien wird im Verhältnis zu anderen Hedge-Strategien ermittelt und stellt keine Meinung bezüglich der erwarteten absoluten künftigen Wertentwicklung oder des Risikos dar. Die von der K2 Research Group bestimmten Stimmungen und Überzeugungsgrade beruhen auf einer Vielzahl von Faktoren und können sich im Laufe der Zeit ändern.

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  1. Die Korrelation misst, im welchem Maße sich Anlagen parallel entwickeln. Sie liegt zwischen 1 (vollständige positive Korrelation; d. h. Bewegung immer in die gleiche Richtung) und -1 (vollständige negative Korrelation; d. h. Bewegung immer in entgegengesetzte Richtungen). Alpha ist ein risikobereinigtes Maß dafür, wie sehr ein Portfoliomanager positiv oder negativ zur Rendite eines Fonds beiträgt.
  2. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie wird der Aktienkurs mit dem Gewinn pro Aktie des Unternehmens verglichen.
  3. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) eines Unternehmens berechnet sich, indem der aktuelle Aktienkurs durch den Buchwert des Unternehmens (oder den Nettowert) je Aktie geteilt wird.