Beyond Bulls & Bears

Anleihen

Angesichts Theresa Mays schockierender Niederlage droht weitere Volatilität

Dass Wahlen überraschende Wendungen nehmen können, ist für Beobachter nichts Neues mehr. So auch in Großbritannien, wo die Wähler Premierministerin Theresa May einen bitteren Schlag versetzt und sie ihrer knappen parlamentarischen Mehrheit beraubt haben. Angesichts weiterer Volatilität an den Finanzmärkten nimmt David Zahn, Head of European Fixed Income, Franklin Templeton Fixed Income Group, zu dieser Situation Stellung.

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Theresa Mays Wette ging nicht auf. Sie hatte gehofft, dass sie mit einem durchschlagenden Wahlerfolg und einer größeren Mehrheit im britischen Unterhaus ein Mandat für die Fortführung ihrer eigenen politischen Agenda erhalten würde und dass dies insbesondere ihre Position bei den Verhandlungen bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) stärken würde.

Diese Pläne sind jedoch gescheitert und stattdessen, nur knapp ein Jahr, nachdem das Land für den EU-Austritt gestimmt hat, ist die politische Situation Großbritanniens von zunehmender Unsicherheit geprägt.

Wir gehen davon aus, dass das britische Pfund fallen wird und die Renditen von britischen Gilts sinken werden, da sich Anleger auf eine sogenannte „Flucht in Sicherheit“ begeben. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass sogenannte risikobehaftete Vermögenswerte wie Aktien wahrscheinlich eine schlechte Wertentwicklung aufweisen werden.

Dringend notwendige Fokussierung

Die Aussicht auf eine Pattsituation im Parlament, die entweder auf eine Minderheitsregierung oder eine Koalition hinausläuft, zeichnet das Bild einer Regierung, die die Lage nicht im Griff hat, und dies in einer Zeit, in der Großbritannien seit 70 Jahren eine Regierung mit höchster Fokussierung benötigt.

Strengere Kontrollen beim Brexit

Entgegen der Hoffnungen Theresa Mays auf einen reibungsloseren Ablauf der Brexit-Verhandlungen erhöht dieses Wahlergebnis die Wahrscheinlichkeit, dass Parlamentsabgeordnete (MPs) den Brexit-Prozess auf aggressivere Art und Weise prüfen werden. Zudem erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass das Parlament einen unpopulären Deal zurückweisen wird.

Unseres Erachtens würde dieses Ergebnis die Hände der britischen Unterhändler deutlich binden. MPs würden auf britischer Verhandlungsseite wahrscheinlich eine höhere Transparenz fordern, ein Segen für die Unterhändler der EU. Das Ziel, dass die Verhandlungen zugunsten von Großbritannien geführt werden, dürfte somit schwieriger zu erreichen sein.

Die Uhr tickt

Je schwieriger die Verhandlungsposition der britischen Regierung ist (ganz gleich welcher Couleur sie auch sein mag), umso eher rechnen wir mit dem Szenario eines „harten Brexit“, d.h. mit einem EU-Austritt Großbritanniens ohne Deal, welcher die aktuellen europäischen Handelsabkommen ersetzen würde.

Dieses Ergebnis hätte wahrscheinlich einen weiteren Kursrückgang des britischen Pfunds und einen Anstieg der britischen Anleihenkurse zufolge. Und obgleich diese Aussicht noch in der Ferne zu liegen scheint, gilt es sich vor Augen zu führen, dass die Uhr bereits tickt und dass nur noch 20 Monate bleiben. Der Brexit-Prozess ist nun schon seit vier Monaten im Gange, aber bislang ist offiziell noch nichts geschehen.

Für die britischen Behörden ist es besorgniserregend, dass dieses Wahlergebnis den EU-Unterhändlern für die Brexit-Gespräche wahrscheinlich in die Karten spielt. Letztere werden feststellen, dass Großbritannien bei den Verhandlungen keine starke Führung hat und dies könnte sie dazu verleiten einen härteren Ton anzuschlagen.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zu den Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen.