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Macron 100 Tage im Amt: Auf den neuen französischen Präsidenten wartet ein arbeitsreicher Herbst

Ein Großteil der ersten 100 Tage von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fiel in die Urlaubszeit vieler Europäer. Philippe Brugere-Trelat, Executive Vice President Franklin Mutual Series und Portfolio Manager des Franklin Mutual European Fund meint, dass es nicht fair ist, Macron über einen derart kurzen Zeitraum zu beurteilen. Seiner Einschätzung zufolge wird die Reformagenda von Macron erstmals im Herbst wirklich auf den Prüfstand kommen. Außerdem findet er, dass Frankreich und Deutschland noch enger zusammenzurücken scheinen, um die Europäische Union nach dem Brexit-Votum der Briten im letzten Jahr zusammenzuhalten.

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Am 14. Mai wurde der französische Präsident Emmanuel Macron vereidigt und versprach, das Arbeitsrecht zu lockern und Steuern sowie Ausgaben zu senken.
Am 22. August war er 100 Tage im Amt. Viele Europäer kehrten in dieser Zeit von ihrem Sommerurlaub zurück.

Der Erfolg des Präsidenten lässt sich innerhalb eines so knappen Zeitraums kaum beurteilen. Doch der ebenfalls überzeugende Sieg von Macrons Partei bei den französischen Parlamentswahlen  im Juni markierte einen Höhepunkt. Meiner Ansicht nach hatte niemand damit gerechnet, dass seine Partei „La République en Marche“ (LREM) zusammen mit der verbündeten Partei „Mouvement Démocrate“ eine derart solide Mehrheit von 350 der 577 Sitze erringen würde.

Obgleich die Zustimmung für Macron den Umfragen zufolge seit der Wahl gesunken ist, halten wir diesen Rückgang nicht für bedenklich. Das Auf und Ab der Meinungsumfragen ist meines Erachtens nach der gigantischen Welle der Hoffnung, die Macron ins Amt verholfen hat, normal. Diese Hoffnung trifft nun auf die harte Wirklichkeit.

Macron verfügt nach meiner Einschätzung inzwischen über die erforderlichen Mittel, um die Ecksteine seiner Reformagenda umzusetzen. Seit der Wahl im Juni haben Macron und seine Regierung fleißig Vorschläge für eine Arbeitsmarktreform, Etat-Kürzungen im französischen Haushalt und eine Förderung des Zusammenhalts der Europäischen Union (EU) gesammelt.

Meines Erachtens ist es verfrüht, die Wirksamkeit von Macrons Maßnahmen zu beurteilen, bevor er im September seinen Plan vorlegt.

Daher werden die bevorstehenden Verhandlungen des französischen Präsidenten mit den Gewerkschaften ein Lackmustest für seine Präsidentschaft sein. Die Gewerkschaften in Frankreich besitzen traditionell erhebliche politische Macht. Im September werden sie voraussichtlich Proteste auslösen, über die in den Medien ausführlich berichtet werden wird und die einige französische Wähler beunruhigen könnten.

Wenn es Macron gelingt, seine Arbeitsmarktreform durchzusetzen, dürfte er sich damit als fähiger Staatsmann erweisen, der sowohl in Frankreich als auch in der EU etwas bewegen kann. Ein Sieg an dieser Front würde nach meiner Auffassung vor allem sein gutes Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel festigen.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Macron und Merkel dürfte sich sehr positiv auf die Zukunft der EU auswirken, insbesondere während der Brexit-Verhandlungen. Meines Erachtens sehnen sich die EU-Länder nach stärkerer Führung. Deutschland und Frankreich könnten in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle übernehmen.

Eine reale Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland könnte sich als wichtiger wirtschaftlicher Treiber für die EU erweisen. Sie wäre zum Beispiel im Finanzsektor, Verteidigungssektor und im Bereich Infrastruktur denkbar. Davon würden Wirtschaft und Aktienmarkt nach meinem Dafürhalten profitieren. Sobald Macron bewiesen hat, dass er die lang ersehnten Reformen am französischen Arbeitsmarkt durchsetzen kann, wird er damit eine dynamische Entwicklung in Gang setzen.

Die Medien warten genau wie alle anderen ungeduldig darauf, dass Macron die Erwartungen erfüllt. Ich glaube fest daran, dass er das schaffen wird. Er genießt die Unterstützung des Parlaments und hat Rückhalt im französischen Volk. Außerdem ist Macron ein klarer Befürworter Europas. Bei den ersten Maßnahmen, die er in den kommenden drei Monaten präsentieren wird, wird es sich wohl teilweise um Initiativen zur Förderung der Einheit in Europa handeln. Macron muss sich also zunächst Vertrauen verdienen.

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