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Anleihen

Der Balance-Akt der Fed

Die Sitzung der US-Notenbank Fed im September verlief weitgehend im Einklang mit den Erwartungen. Die geldpolitischen Entscheidungsträger beließen den kurzfristigen Leitzins unverändert auf seinem derzeitigen Niveau. Die Fed erläuterte ihren Zeitplan für den Abbau ihrer enormen Bilanz und aktualisierte ihre Konjunkturaussichten und Zinsprognosen. Chris Molumphy, CIO der Franklin Templeton Fixed Income Group, geht nicht davon aus, dass die Ergebnisse der letzten Fed-Sitzung die Märkte spürbar erschüttern werden. Mit der nächsten Zinserhöhung rechnet er nun voraussichtlich im Dezember.

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Die US-Notenbank Feb beließ den Leitzins im Rahmen ihrer Septembersitzung unverändert auf dem derzeitigen Niveau. Dies entsprach der Markterwartung. Der Schwerpunkt verlagert sich auf den allmählichen Abbau der 4,5 Bio. USD schweren Bilanz der Fed, der im Oktober beginnen soll. Selbst in dieser Hinsicht hatte die Feb bereits zuvor durchblicken lassen, dass der Prozess bald anlaufen würde, sodass die Ankündigung ebenfalls nicht überraschend kam.

Aus unserer Sicht wird das Tempo des Abbaus das Geschehen bestimmen. Die Fed gab bekannt, dass dieser langsam vonstattengehen würde – zu Beginn nur 10 Mrd. USD pro Monat. Auch bekräftigte sie den monatlichen Rahmen von 6 Mrd. USD an Schatzanleihen und 4 Mrd. USD an Mortgage-backed Securities, den sie im Juni umrissen hatte. Danach dürfte das Tempo schrittweise anziehen.

Wir vertreten insgesamt die Auffassung, dass dieses Tempo ebenfalls bereits deutlich signalisiert worden war, sodass die Märkte ziemlich gut reagiert haben. Unserer Einschätzung nach dürfte der Markt den Bilanzabbau der Fed anstandslos verkraften.

Aus fundamentaler Sicht ist das konjunkturelle Umfeld in den USA wie auch weltweit weiterhin positiv. Ein derartiges Umfeld führt in der Regel zu einer konstruktiven Sicht auf Risikoaktiva.

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Das andere große Thema ist der so genannte „Dot Plot“ der Fed, den die US-Notenbank verwendet, um ihren Ausblick für den Zinspfad darzustellen. Die Politik der Fed ist weiterhin auf Straffung ausgerichtet. So wird für dieses Jahr eine Zinsanhebung prognostiziert und für nächstes Jahr sind es drei. Daher richtet der Markt sein Augenmerk nun auf die Politiksitzung im Dezember.

Der Markt hat den im Dot Plot dargestellten Prognosen der Fed für Zinserhöhungen seit einiger Zeit nicht viel Glauben geschenkt, sondern sah das Tempo der tatsächlichen Zinsanhebungen konservativer.

Die Fed hat ihren langfristigen Zielsatz von 3 % auf 2,75 % gesenkt. Sie brachte zum Ausdruck, dass sie die Zinsen in diesem Zyklus möglicherweise nicht so stark anheben müsse wie in früheren Straffungszyklen und auch gemessen an dem, wovon sie vor etwa zwei Jahren ausging. Uns wird also eine gewisse Richtung aufgezeigt, die der Zinspfad auf längere Sicht einschlagen könnte.

Man sollte nicht vergessen, dass die Prognosen der Fed nur Vorhersagen sind – die sich auf der Basis von Daten ändern können.

Und die Fed hat darauf hingewiesen, dass sie ihre Entscheidungen in Abhängigkeit von Daten trifft. So bestand der Hauptgrund für die Zurückhaltung der Fed, bedeutende Zinsanhebungen vorzunehmen, in der Inflation, die niedriger ausfiel als von der Fed angenommen.

Der Markt rechnet mit einem äußerst langsamen Straffungstempo seitens der Fed. Ich gehe davon aus, dass die tatsächliche Entwicklung auch künftig in gewissem Maße vom prognostizierten Tempo der Fed abweichen wird.

Auswirkungen kurzfristiger Daten

In ihrer Erklärung nach der Sitzung wies die Fed auf vorübergehende Faktoren hin, die die Inflation anfachen könnten. Dabei handelt es sich um die Hurrikane, die in letzter Zeit über den USA tobten.

Als Anleger sind wir uns jeglicher Faktoren bewusst, die die Geldpolitik – und unsere Portfolios – beeinflussen könnten. Doch wir bemühen uns darum, über kurzfristige, vorübergehende Faktoren hinauszublicken, die sich nicht auf die fundamentale Entwicklung der Wirtschaft auswirken. Diese Faktoren beeinflussen die Daten, doch letztlich stellen sie keine bedeutenden geldpolitischen Impulse dar.

Unseres Erachtens ist die Inflation nicht völlig zum Stillstand gekommen. Wir gehen eher davon aus, dass die Inflation aufgrund der positiven wirtschaftlichen Fundamentaldaten letztendlich allmählich anziehen wird. Das bedeutet, dass die Fed die Zinsen wohl weiterhin schrittweise erhöhen wird. Das Tempo mag von der im Dot Plot aufgezeigten Entwicklung abweichen, doch unserer Auffassung nach könnte sich die Sichtweise des Markts, dass die kurzfristigen Zinsen kaum steigen, als zu konservativ herausstellen.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zu den Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Veränderungen der Finanzkraft eines Anleihenemittenten oder der Bonitätsbewertung einer Anleihe können sich auf deren Wert auswirken. Die Anlage in höher und variabel verzinslichen Anleihen und Schuldtiteln mit niedrigerem Rating birgt ein größeres Ausfallrisiko. Dies könnte zum Verlust des angelegten Kapitals führen – ein Risiko, das bei nachlassender Konjunktur steigen kann.

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