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K2 Advisors: Ausblick Hedgefonds-Strategie erstes Quartal

Im Ausblick für das erste Quartal (Q1) 2018 vertreten die Research und Portfolio Construction-Teams von K2 Advisors die Auffassung, dass eine vorteilhafte Streuung Anlass für Zuversicht in drei wichtigen Hedgefonds-Strategien gibt: Long/Short Equity – Europe, Relative Value und Discretionary Macro. Wir sind der Ansicht, dass derartige Einblicke Anlegern helfen können, die Argumente für den Erwerb von Publikumsfonds mit Hedge-Strategien besser zu verstehen.

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Brauchen die Anleger ein anderes Boot, wenn die Liquiditätsschwemme abebbt?

Die nach 2008 vorgenommene Verlängerung der Bilanz der US-Notenbank (Fed) von rund 900 Milliarden US-Dollar auf mittlerweile fast 4,5 Billionen US-Dollar war im vergangenen Jahrzehnt eine der stärksten Gestaltungskräfte des Marktes; es kam zu einer massiven Liquiditätsschwemme, die rund um den Globus – in einigen Fällen wahllos – für steigende Kurse sorgte und gleichzeitig das Verhalten der Anleger beeinflusste. Die Renditen wurden auf Rekordtiefs und die Aktienmärkte auf Rekordhochs getrieben. Darüber hinaus wanderten viele Anleger in riskantere Anlagewerte ab, während die Kapitalkosten künstlich niedrig gehalten wurden. Nach unserer Auffassung ändert sich diese Dynamik gerade.

Die Schwemme scheint abzuebben. Während die Fed sich bereits auf dem Weg hin zu einer Normalisierung der Zinssätze befindet, scheinen auch andere wichtige Zentralbanken rund um den Globus bereit, 2018 mit einem Bilanzabbau zu beginnen, und viele von ihnen schlagen einen zunehmend aggressiven Ton an. Überdies lässt das globale Wachstum angeführt von der robusten Konjunktur in China die Inflationserwartungen steigen.

Anleger, die nicht auf den Schwenk von dieser Erholungsphase lockerer Geldpolitik in eine auf Expansion setzende Nach-QE-Ära vorbereitet sind, können aus unserer Sicht einem erheblichen Risiko ausgesetzt sein. Die Märkte könnten eine höhere Volatilität und deutliche Korrekturen erleben. Man erinnere sich beispielsweise an den Umfang und das Tempo der Renditeanpassungen bei US-Staatsanleihen („UST“), zu denen es im vierten Quartal 2016 kam.

Für 2018 besteht eine der Herausforderungen für Anleger darin, dass das traditionelle Streuungsverhältnis zwischen Anleihen und Risikoanlagen, das Anleger erwarten, sich in dieser neuen Ära nicht bewähren könnte, insbesondere wenn es zu dem von uns erwarteten Zyklus fallender UST-Kurse kommt. Es ist gut möglich, dass Risikoanlagen ebenfalls fallen, wenn die „risikofreie“ Rendite (Rendite der USTs) höher notieren. Die Märkte sind an ungewöhnlich niedrige Abzinsungssätze gewöhnt; eine Stufe höher hätte wesentliche Folgen für die Berechnung dieser Bewertungen.

Darüber hinaus beobachten wir seit einiger Zeit, dass sich eine selbstgefällige Stimmung quer durch die Anlageklassen breitmacht, da UST-Renditen und Renditen von Risikoanlagen häufig bei einer günstigen Wertentwicklung positiv korrelierten[1]. Die unter dem Schutz einer ungewöhnlich lockeren Geldpolitik erreichten positiven Ergebnisse können jedoch die zugrunde liegenden Risiken dieser Anlagekategorien übertünchen. Bei Aufhebung der lockeren Geldpolitik könnten diese positiven Korrelationen sich fortsetzen, aber mit gegenteiligen Folgen – gleichzeitiger Abschwung bei Anleihen, Aktien und globalen Risikoanlagen, wenn wir eine bisher nicht erlebte Ära der Verzerrungen an den Finanzmärkten verlassen. Dies sind die Arten von Korrelationen und Risiken, die wir 2018 verringern wollen.

Nach unserer Auffassung ebbt die massive Schwemme billigen Geldes, die alle Boote anschob und ein sorgloses Segeln ermöglichte, gerade ab. Anleger, die auf diese Änderung nicht vorbereitet sind, können erheblichen Risiken ausgesetzt sein.

Möglicherweise ist es Zeit, andere Boote ins Portfolio aufzunehmen, Boote, die für das Navigieren zwischen den Sandbänken und Felsen und in den trüben Gewässern, die die kommenden Quartale bestimmen dürften, besser geeignet sind. Zwar können diese Entwicklungen unterschiedlichen Einfluss auf die Hedgefonds-Strategien haben, doch ist das Alpha[2] für das Hedgefonds-Universum in einem solchen Umfeld mit höherer Streuung und Volatilität in der Vergangenheit stets stärker geworden, insbesondere wenn die Zinsen steigen.

Long/Short Equity Europe

Nach unserer Ansicht dürfte es in Europa in Anbetracht des robusten Verbrauchervertrauens, der steigenden Inflation und der rückläufigen Arbeitslosigkeit zu einem höheren Wirtschaftswachstum kommen. Auch wenn sich diese Faktoren auf die Gewinne durchschlagen sollten, preisen die Märkte derzeit ein niedriges Wachstum ein.

Die Bewertungen für europäische Aktien erscheinen im historischen Vergleich günstiger. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis im Vergleich Europa/USA liegt nach wie vor auf Rekordtiefs (siehe folgende Grafik).[3] Jüngste Entwicklungen wie der Brexit könnten zu einer stärkeren Zweiteilung (d. h. binnenwirtschaftlich orientierte Unternehmen vs. Unternehmen mit internationaler Ausrichtung) innerhalb Europas führen und für die Herausbildung klarer Gruppen von Gewinnern und Verlierern sorgen.

Long/Short-Anleger in der Region sind möglicherweise imstande, diese Streuung auszunutzen. Wir sind überzeugt, dass ein ungleichmäßiges Wachstum in der Region zu einer stärkeren Streuung zwischen Aktien, Sektoren oder Ländern führt. Dies könnte bei der Erzielung eines höheren Alphas hilfreich sein. Ähnlich wie in den USA könnten steigende Zinssätze, die durch den Abbau der fiskalischen Anreize durch die Europäische Zentralbank bedingt sind, den Unternehmen ähnlichen Auftrieb geben wie den US-Unternehmen.

Discretionary Macro

Der Wechsel in der Politik der Zentralbanken und deren Führungspositionen, das Potenzial an geopolitischer Instabilität und weitere Risikofaktoren könnten allesamt für einen Anstieg der Marktvolatilität sorgen und für „Discretionary Macro“-Manager ein besseres Chancenspektrum für Transaktionen an den Märkten für Festzinstitel und Währungen schaffen.

Überdies dürften nach unserer Auffassung die 2018 anstehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse für „Discretionary Macro“-Manager, deren Schwerpunkt auf den Märkten für Festzinstitel und Währungen liegt, attraktive Handelsgelegenheiten bieten.

Relative Value – Festverzinsliche Anlagen

Die Zinsen sind zwar länger niedrig geblieben, als vom Markt ursprünglich erwartet worden war, in den Portfolios vieler Rentenwertanleger ist das Durationsrisiko[4] jedoch dennoch weit verbreitet. Wir sind der Auffassung, dass der Hochzinsmarkt so zinsempfindlich ist wie nie zuvor.

Wir sind der Ansicht, dass Manager im Bereich festverzinslicher Relative-Value-Anlagen, wie z. B. Long/Short-Credit-Manager, aufgrund der kürzeren Duration ihrer Portfolios entsprechend gut aufgestellt sind und durch die zunehmende Sektorstreuung in der Lage sein dürften, Alpha zu erzielen.


Sie können in unserem früheren Blogeintrag mehr über die hier behandelten Hedge-Strategien erfahren: „Schlagende Argumente für liquide Alternativen.“

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anlagen in diese Art von Hedgefonds-Strategien unterliegen denselben Marktrisiken wie alle Anlagen in jede Art von Wertpapieren, unter anderem einem Volatilitätsrisiko. Es kann nicht zugesichert werden, dass die von den Managern von Hedgefonds und liquiden alternativen Investments angewandten Anlagestrategien erfolgreich sein werden. Wenn die Erwartungen des Verwalters nicht eintreffen, kann es bei Transaktionen immer zu einem Verlust kommen. Der Ausblick für die einzelnen Hedge-Strategien wird im Verhältnis zu anderen Hedge-Strategien ermittelt und stellt keine Meinung bezüglich der erwarteten absoluten künftigen Wertentwicklung oder des Risikos einer Strategie oder Unterstrategie dar. Die von der Research Group von K2 Advisors bestimmten Stimmungen und Überzeugungsgrade beruhen auf einer Vielzahl von Faktoren, die für den (die) Analysten, der (die) die Strategie oder Unterstrategie abdeckt (abdecken), als relevant angesehen werden, und können sich nach alleinigem Ermessen des (der) Analysten im Laufe der Zeit ändern.

[1] Die Korrelation stellt die lineare Beziehung zwischen zwei Renditereihen dar. Die Korrelation zeigt die Stärke der Beziehung zwischen zwei Renditereihen. Je stärker die Beziehung, desto ähnlicher die Renditen.

[2] Alpha misst die Differenz zwischen den tatsächlichen Renditen eines Fonds und den erwarteten Renditen unter Berücksichtigung des durch das Beta ausgedrückten Risikoniveaus. Ein positives Alpha bedeutet, dass der Fonds eine bessere Wertentwicklung erzielt hat, als sein Beta erwarten lässt. Ein negatives Alpha bedeutet dagegen, dass der Fonds hinter den vom Beta bestimmten Erwartungen zurückgeblieben ist. Manche Investoren betrachten Alpha als eine Maßeinheit für den Mehrwert (oder Minderwert), den ein Fondsmanager geschaffen hat.

[3] Quellen: MSCI Europe Index, MSCI USA Index. Der MSCI USA Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments des US-Markts messen. Der MSCI Europe-Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 15 europäischen Industrieländern. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.  MSCI gibt keine Gewährleistung und übernimmt keinerlei Haftung für hierin wiedergegebene MSCI-Daten. Eine Weiterverbreitung oder weitere Nutzung ist nicht zulässig. Dieser Bericht wird von MSCI weder erstellt noch genehmigt. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen der Datenanbieter verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis misst den Aktienkurs geteilt durch den Buchwert (d. h. den Nettowert) pro Aktie. Der Wert stellt den gewichteten Durchschnitt der im Portfolio gehaltenen Aktien dar.

[4] Die Duration ist ein Maß für die Kurssensibilität (Wert des Kapitalbetrags) einer festverzinslichen Anlage gegenüber Zinsänderungen. Duration wird als eine Anzahl von Jahren angegeben.