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Anleihen

Wandelanleihen: Eine vielseitige Anlageklasse

Steigende Zinsen und volatile Märkte könnten manchen Anlegern Sorgen bereiten. Alan Muschott von der Franklin Equity Group präsentiert gute Gründe für eine Anlage in Wandelanleihen – eine hybride Anlageklasse, die sich seiner Einschätzung nach gut an unterschiedlichste Marktbedingungen anpassen kann.

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Angesichts von Erwartungen, dass sich die Anhebung der Zinssätze in den USA beschleunigen könnte, haben uns insbesondere zahlreiche Rentenanleger um unsere Einschätzung der Aussichten für wandelbare Wertpapiere gebeten. Ihre Sorgen sind verständlich, da Anleihen in Zeiten steigender Zinsen in der Regel an Wert verlieren und die US-Notenbank bei ihrer im Juni veröffentlichten Prognose insgesamt vier Anhebungen ihres Leitzinses im Laufe dieses Jahres in Aussicht gestellt hat.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, haben sich Wandelanleihen in früheren Phasen steigender Zinsen besser entwickelt als 10-jährige US-Staatsanleihen.[1] Daher können Wandelanleihen in einem von steigenden Zinsen geprägten Umfeld unserer Ansicht nach für Rentenanleger durchaus attraktiv sein.

Allerdings reicht es angesichts ihrer speziellen Eigenschaften nicht aus, die Wertentwicklung von Wandelanleihen mit der anderer festverzinslicher Anlagen zu vergleichen. Wandelanleihen sind eine einzigartige Assetklasse, da sie Anlegern sowohl die mit Anleihen verbundenen Merkmale als auch das Zuwachspotenzial von Stammaktien bieten.

Wandelanleihen – ein Überblick

Wandelanleihen sind in der Regel in der Form eines Schuldtitels (Anleihen oder Schuldverschreibungen) oder als Vorzugsaktien strukturiert und beinhalten das Recht, zu vorab festgelegten Bedingungen eine Wandlung in Aktien vorzunehmen.Dieses eingebettete Wandlungsrecht bietet eine Kapitalwertsteigerung, wenn die zugrundeliegende Stammaktie Kursgewinne erzielt.

In einem Umfeld, in dem Zinsen aus den „richtigen“ Gründen steigen – beispielsweise aufgrund eines starken Wachstums der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne – entwickeln sich Aktien in der Regel recht gut. Wenn der Kurs der Stammaktie, die einer Wandelanleihe zugrunde liegt, parallel zum Markt steigt, sollte auch der Wert der Wandelanleihe aufgrund des eingebetteten Wandlungsrechts steigen.

Wenn sich der Aktienkurs jedoch weniger gut entwickelt, könnten die für Schuldtitel typischen Merkmale der Wandelanleihe – Zinszahlungen und Anspruch auf den Kapitalbetrag – ein gewisses Maß an Unterstützung bieten. In dieser Hinsicht verhalten sich Wandelanleihen ähnlich wie Anleihen: Sie weisen Merkmale auf, die bei abwärts tendierenden Märkten möglicherweise besseren Schutz vor Wertverlust bieten als die zugrunde liegenden Stammaktien.

Folgen für Anleger

Angesichts des guten Laufs, den der US-Aktienmarkt in den letzten Jahren gehabt hat, machen sich viele Anleger womöglich Sorgen über Aktienbewertungen und ihre Engagements in Aktien. In diesem Umfeld könnte es für einige Anleger interessant sein, ein Engagement in wandelbaren Wertpapieren in Erwägung zu ziehen.

Anlegern, die Ertrag und ein Aktienengagement mit kontrolliertem Risiko anstreben, bieten Wandelanleihen zahlreiche potenzielle Vorteile, wie etwa:

  • Ein asymmetrisches Verhältnis von Aufwärts- und Verlustpotenzial, mit einer höheren Partizipation an der Aufwertung der zugrunde liegenden Aktie als an Kursverlusten.
  • Laufende Erträge, die in der Regel über der Dividende einer Stammaktie liegen, auch wenn sie niedriger sind als die Renditen auf nicht wandelbare Schuldtitel.
  • Zusätzliches Diversifizierungspotenzial und ein verbessertes Risiko-Ertrags-Profil in einem Portfolio aufgrund von unvollständigen oder niedrigen Korrelationen.
  • Rechte an den Vermögenswerten des Emittenten, die Vorrang vor denen von Inhabern von Stammaktien haben.
  • Eine robuste Anlageklasse: Der Markt für Wandelanleihen kann aufgrund seiner Größe, der ganz eigenen Zusammensetzung der Emittentenbasis und des einzigartigen Risiko-Ertrags-Profils als eigene Anlageklasse erachtet werden.

Aus diesen Gründen können ausgewählte Wandelanleihen unserer Einschätzung nach eine attraktive Option für bestimmte Anleger darstellen.

Wir sind davon überzeugt, dass Wandelanleihen aufgrund ihrer Fähigkeit, sich an unterschiedlichste Marktbedingungen anzupassen, ein attraktives Instrument darstellen, um die Diversifizierung eines Portfolios zu erhöhen.[2]

Randnotiz: Vier gute Gründe sprechen für Wandelanleihen

1. Laufende Erträge. Für Anleger, die durch Aktien Rendite erzielen wollen, sind Wandelanleihen möglicherweise eine reizvolle Option. Denn diese bieten in der Regel eine attraktivere Ertragskomponente als reine Aktien (die jedoch in der Regel niedriger sind als bei traditionellen Anleihen) und gestatten es dennoch, an der Aktienkursentwicklung zu partizipieren.

2. Potenzial für zusätzliche Diversifizierung. In der Vergangenheit wiesen Wandelanleihen eine geringe Korrelation zu Anleihen und eine unvollkommene Korrelation zu Aktien auf.[3]Das bietet Anlegern die Möglichkeit, ihr Portfolio stärker zu diversifizieren, die Volatilität zu verringern und das Risikoprofil des Portfolios insgesamt zu verbessern. Beachten Sie bitte, dass Diversifizierung keine Gewinngarantie ist und keinen Schutz vor Verlusten bietet.

3. Attraktives Potenzial für langfristige, risikobereinigte Renditen. Kritiker weisen darauf hin, dass der Wert von Wandelanleihen in steigenden Märkten nicht so rasant steigt, wie der Wert von Aktien. Außerdem entspreche der Schutz vor Abwärtsrisiken in fallenden Märkten nicht dem Schutz, den Anleihen bieten. Dennoch haben sie in der Vergangenheit im Vergleich zu Aktien und Anleihen auf lange Sicht attraktive risikobereinigte Renditen erzielt.

4. Solide und vielfältige Chancen. Wandelanleihen sind aufgrund ihrer Flexibilität für ein breites Anlegerspektrum attraktiv. Als Anlageklasse zeichneten sie sich in der Vergangenheit insgesamt durch ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil aus. Innerhalb dieser Klasse gibt es jedoch erhebliche Unterschiede bezüglich des Risikos, der Sensitivität gegenüber Kursveränderungen des Basiswerts und des Potenzials für eine Partizipation an Aufwärtsbewegungen. Wandelanleihen unterscheiden sich mit Blick auf ihre Bonitätsnoten, Sektoren, Marktkapitalisierung und Anlagemerkmale.


In diesem Dokument möglicherweise verwendete externe Daten wurden von Franklin Templeton Investments („FTI“) nicht unabhängig verifiziert, bewertet oder überprüft. FTI haftet auf keinen Fall für Verluste, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Das Vertrauen auf die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Material liegt ausschließlich im alleinigen Ermessen des Nutzers. Manche Produkte, Dienstleistungen und Informationen sind möglicherweise nicht in jedem Land verfügbar und werden außerhalb der USA von anderen mit FTI verbundenen Unternehmen und/oder ihren Vertriebsstellen, wie nach lokalem Recht und lokalen Vorschriften zulässig, angeboten. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen über die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen in Ihrem Land an Ihren eigenen professionellen Berater.

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Welche Risiken bestehen?
Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Allgemein sind Anlagen mit höheren Renditepotenzialen, aber auch mit höheren Risiken verbunden. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Investitionen in schnell wachsende Branchen wie etwa den Technologiesektor (der in der Vergangenheit von hoher Volatilität geprägt war) können – insbesondere kurzfristig – zu größeren Kursschwankungen führen. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zu den Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. High-Yield-Papiere tragen die mit solchen niedriger bewerteten Titeln verbundenen höheren Kreditrisiken und weisen mitunter die niedrigeren Marktkurse für solche Instrumente auf. Wandelanleihen unterliegen den Risiken von Aktien, wenn der Preis der zugrunde liegende Aktie im Vergleich zum Wandlungspreis relativ hoch ist (da der Wert des Wertpapiers vor allem im Wandungsrecht liegt). Im Gegenzug unterliegen sie den Risiken von Schuldtiteln, wenn der Preis der zugrunde liegende Aktie im Vergleich zum Wandlungspreis relativ niedrig ist (weil der Wert weniger im Wandlungsrecht liegt). Eine Wandelanleihe reagiert weniger empfindlich auf Zinssatzschwankungen als ein ähnlicher nicht wandelbarer Schuldtitel Zudem ist das Potenzial für Gewinne oder Verluste geringer als beim Basiswert.

[1] Die Wertentwicklung der Vergangenheit stellt keine Garantie für künftige Ergebnisse dar.

[2]Diversifizierung ist keine Gewinngarantie und bietet keinen Schutz vor Risiken oder Verlusten.

[3] Quelle: Morningstar. Die Korrelation misst, in welchem Maße sich zwei Anlagen parallel entwickeln. Die Korrelation liegt zwischen 1 (vollständige positive Korrelation; d. h. zwei Positionen bewegten sich in der Vergangenheit immer in die gleiche Richtung) und -1 (vollständige negative Korrelation; d. h. zwei Positionen bewegten sich in der Vergangenheit immer in entgegengesetzte Richtungen). Weitere Informationen zu Datenanbietern finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.