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Meet the Manager: Katrina Dudley

Als Katrina Dudley in der neunten Klasse war, fragte ihr Vater sie, ob sie Musikerin werden wolle oder eine Karriere in der Wirtschaft anstrebe. Nach gründlicher Abwägung entschied sie, dass die Chancen für eine solide Karriere als Violinistin dürftig waren, und wählte daher die Wirtschaft. Rückblickend sagt sie, dass vermutlich ihr Instinkt, das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu betrachten, sie zu Franklin Mutual Series führte, wo sie als Portfoliomanager und Research-Analyst tätig ist. Katrina Dudley berichtet in dem Beitrag über ihren Ansatz für Investments und ihre Bemühungen zur Förderung von Frauen im Asset-Management.

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch

Beyond Bulls & Bears: Wie kamen Sie in die Investmentmanagement-Branche?

Katrina Dudley: Einige Jahre nach dem College war ich in der New Yorker Niederlassung von Ernst & Young im Bereich Steuer- und Bewertungsberatung und machte zugleich meinen MBA an der Stern School of Business der Universität New York. Ich nutzte meinen MBA als Sprungbrett, um ins Investmentmanagement einzusteigen.

Schon bald erfuhr ich, dass Mutual Series einen Industrie-Analysten suchte. Ich kannte den sehr guten Ruf von Franklin Templeton. Während des Einstellungsverfahrens verstand ich die Investmentphilosophie, und mir wurde klar, dass ich genau hier sein wollte.

Bei meiner Einstellung 2002 war ich mit meinem ersten Kind im fünften Monat schwanger. Franklin Mutual Series investierte in mich, wohl wissend, dass ich relativ bald eine Auszeit brauchen würde und dass es in meinem Leben eine bedeutende Veränderung geben würde. Ich glaube, das sagt viel über den langfristigen Blick, den wir hier auf alles haben.

Beyond Bulls & Bears: Wie beschreiben Sie Ihren Ansatz als Portfoliomanager und wo sehen Sie derzeit Anlagechancen?

Katrina Dudley: Bei Mutual Series handeln und denken die Portfoliomanager wie Unternehmensinhaber, das heißt, wir nehmen eine langfristige Perspektive auf Unternehmen und ihre Aussichten ein. Infolgedessen werden wir nicht von kurzfristigen Launen erwischt. Stattdessen fokussieren wir uns unablässig auf das Verständnis der strukturellen Vielschichtigkeit an den Märkten, die anderen unter Umständen entgeht.

Überdies treten wir seit langem aktiv für unsere Anteilinhaber ein. Für manche ist das Aktivismus. Ich nenne das Verantwortungsbewusstsein. Dies ist nicht die Art von Aktivismus, die sie auf Seite eins von Finanzpublikationen bringt, sondern eher aktiver Dialog mit Unternehmensleitungen über ihre Geschäftssparten, strategischen Prioritäten und Entscheidungen zum Kapitaleinsatz. Wir führen harte Gespräche mit Führungsteams und Leitungsgremien, damit die Interessen der Anteilinhaber auf jeden Fall gewahrt bleiben.

Wir sind disziplinierte Anleger, die den sich ständig ändernden Märkten aufgeschlossen gegenüberstehen und versuchen, etwaig vorhandenen Wert zu entdecken. Wir erkennen Chancen in verschiedenen Sektoren, wo wir die Gelegenheit haben, die Ärmel hochzukrempeln, an die Arbeit zu gehen und Unternehmen mit einem attraktiven Risiko-Ertrags-Verhältnis zu finden.

Beyond Bulls & Bears: Welcher Markt stellte Sie in Ihrem Berufsleben bisher vor die größte Herausforderung?

Katrina Dudley: Mein Schwerpunkt als Portfoliomanager liegt auf Europa. Daher war das ruckelige Umfeld in Europa im vergangenen Jahrzehnt für mich eine Herausforderung. Im Gegensatz zum US-Aktienmarkt, der seit der Finanzkrise von 2007-2008 kontinuierlich ansteigt, schlitterten die europäischen Märkte von dieser Krise in die nächsten Herausforderungen, darunter die Schuldenkrise in Griechenland und jüngst der zunehmende Populismus und der Brexit. Diese Faktoren belasten die Aktienmärkte sowie die Stimmung von Verbrauchern und Anlegern.

Wir bei Mutual Series sind seit mehr als sechs Jahrzehnten substanzorientierte Anleger. Obwohl der Investmentstil „Growth“ den Bereich „Value“ im vergangenen Jahrzehnt deutlich übertraf, habe ich nach wie vor Vertrauen in unseren Ansatz und unseren Risiko-Ertrags-Fokus.

Beyond Bulls & Bears: Was ist das Schwierigste bei Ihrer Arbeit?

Katrina Dudley: Ich bin Optimist. Fangen wir also mit dem besten Teil der Arbeit an: Jeder Tag ist anders. Wenn ich ins Büro komme, weiß ich, was mich erwartet: Research-Berichte, Gespräche mit Analysten aus unserem Team und von anderen Brokerage-Firmen und Gespräche mit Geschäftsleitungen von Unternehmen, in denen wir anlegen. Man weiß jedoch nie, was an irgendeinem Tag am Markt geschehen wird.

Vor kurzem hatten wir beispielsweise die Situation, dass ich mich nach der Veröffentlichung einer Gewinnwarnung mit dem CEO eines Unternehmens und zwei seiner Bereichsleiter getroffen hatte. Ich hatte massenhaft Zeit mit der Prüfung der Unternehmensaktie verbracht, und nach all dieser Arbeit entsprach das Investment einfach nicht unseren Risiko-Ertrags-Kriterien. Es war enttäuschend. Aber dann hatte das Unternehmen einige Monate später eine zweite Gewinnwarnung. Die Zahlen an der Börse und des Unternehmens näherten sich unseren Schätzungen stark an, und mit dem Rückgang des Aktienkurses konnten wir Aktien auf attraktiven Niveaus kaufen.

Beyond Bulls & Bears: Welcher Erfolg macht Sie besonders stolz?

Katrina Dudley: Seit vielen Jahren ermutige ich Frauen aktiv, in die Asset-Management-Branche zu gehen. Ich habe viele von ihnen informell betreut, auf Veranstaltungen für Frauen geredet und unsere „Girls Who Invest“-Praktika bei Franklin Templeton unterstützt.

Vor einigen Jahren gründete ich mit einer Gruppe weiblicher Industrie-Investoren die sog. Iron Skirts, einen kleinen Zusammenschluss von Frauen mit umfangreicher Erfahrung bei Anlagen in börsennotierten und anderen Unternehmen. Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag schon immer auf Unternehmen im Industrie- und Materialsektor und den verbundenen Teilsektoren.

Ziel der Gruppe war es anfänglich, den Mitgliedern Hilfe anzubieten und das Netzwerken zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit erweiterte sich unser Diskussionsrahmen, und es kamen auch Führungskräfte hinzu – mit einem Fokus auf leitenden, aufstrebenden weiblichen Mitarbeitern.

Die Iron Skirts vertreten die Auffassung, dass Frauen – und generell Diversität – einen riesigen Mehrwert für Organisationen bedeuten. Frauen sind quer durch die Branchen in Führungspositionen und Gremien nur schwach vertreten. In den Sektoren Industrie und Materialien sind Frauen in diesen Positionen mit am schwächsten vertreten. Wir wollen einen Beitrag zur Änderung der Statistik leisten.

Beyond Bulls & Bears: Wo liegen Ihre Interessen außerhalb Ihrer beruflichen Tätigkeit?

Katrina Dudley: Ich engagiere mich bei The Children’s Village, einer Wohltätigkeitsorganisation, die benachteiligte Familien in unserer Gemeinschaft Hilfestellung bietet, um die Familien zusammenzuhalten. Vor kurzem drehte ich einen TV-Film in einem unserer neuesten Projekte für bezahlbaren Wohnraum in Harlem. Es ging dabei um die Arbeit der Organisation, den Ausgleich zwischen Karriere und Familie und die Gründe, warum ich es für wichtig halte, meine vier Kinder zu lehren, etwas zurückzugeben.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Substanzwerte verzeichnen mitunter manchmal nicht die erwarteten Kursanstiege oder verlieren weiter an Wert. Anlagen in ausländische Wertpapiere sind mit besonderen Risiken verbunden wie Wechselkursschwankungen und wirtschaftliche und politische Unsicherheit.