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Das Ende der Fed-Welt, wie wir sie kennen

Die Volatilität kehrte Ende 2018 mit aller Macht an den Markt zurück, und die weitverbreitete Unsicherheit weckte Erinnerungen an die Große Rezession. Robert Christian und Brooks Ritchey von K2 Advisors sind überzeugt, dass die jüngsten Marktturbulenzen durch Verzerrungen der Assetpreise im Zuge der Zentralbankmaßnahmen bedingt sind. Sie erläutern, was all dies für Anleger und insbesondere für Hedgefonds-Vehikel bedeutet.

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Im vierten Quartal 2018 wurden schmerzhafte Erinnerungen an die „Große Rezession“ wach. Die Volatilität kehrte zurück, und die Anlageklassen gerieten über alle Branchen, Regionen und Kapitalstrukturen hinweg häufig wahllos in erhebliche Schwierigkeiten.

Aus unserer Sicht ist dieser jüngste Sturm eine Folge von Märkten, die allmählich die Verbindung zwischen dem schon mehr als 10 Jahre währenden Bullenmarkt bei Risikoanlagen und dem günstigen Staatsgeld herstellen. Das heißt, der seit 2008 anhaltende spektakuläre Aufschwung war teilweise künstlich herbeigeführt.

Das massive quantitative Lockerungsprogramm (QE) der US-Notenbank (Fed) sollte ursprünglich die Finanzmärkte stabilisieren, sorgte jedoch nebenbei für Verzerrungen der Assetpreise. Nach unserer Ansicht korrigieren sich diese Preise allmählich.

Die QE-Antwort auf die Krise von 2008 war schnell und überraschend wirkungsvoll, doch in vielerlei Hinsicht wurden nur Symptome und nicht die Ursache behandelt. Im Wesentlichen wurde die Verschuldung im System erhöht und nicht abgebaut. Schulden wurden von einer in die andere Tasche verschoben, d. h. vom privaten in den öffentlichen Sektor. Überdies war das QE keine kurzfristige Intervention, sondern dauerte mehr als ein Jahrzehnt.

Das Ergebnis? Die Anleihenrenditen wurden gedrückt, und Aktien stiegen, während die Kapitalkosten künstlich niedrig gehalten wurden. Dies lockte viele Anleger in riskantere Anlagen, förderte die Verschuldung und belohnte in manchen Fällen Selbstgefälligkeit.

Wir gehen für die Zukunft davon aus, dass die Abkehr vom QE erhebliche Auswirkungen auf sowohl Renten- als auch Aktienmärkte haben wird. Die anhaltend niedrigen Renditen und die Funktion der Fed als „Käufer der letzten Instanz“ werden keine dauerhafte Lösung sein. Diese Dynamik kann nicht nachhaltig sein.

Schließlich muss für viele der finanziellen Sünden der „Großen Rezession“ (nicht garantierte Schulden, überhöhte Verschuldung und Ausgaben usw.) noch Buße getan werden. Der Margenausgleich für die Welt muss gewissermaßen noch erfolgen.

Erst im vergangenen Herbst konnten wir beobachten, wie die Anleihen- und Aktienmärkte in den USA gleichzeitig in die Knie gingen, während die Zinssätze stiegen. Dies mag auf den ersten Blick wie eine Anomalie erscheinen. Da Anleihen und Aktien jedoch gleichermaßen durch die Eingriffe der Fed gestützt wurden, sind sie nach unserer Ansicht im Zuge der geldpolitischen Kehrtwende der Fed gegenläufigen Effekten gegenüber auch gleichermaßen anfällig. Dies sind die Arten von Bewertungskorrekturen, die wir erwarten, während die künstlichen Effekte einer ausgedehnten geldpolitischen Lockerung abgebaut werden. Unvorbereitete Anleger könnten 2019 unerwünschten Risiken ausgesetzt sein.

Was bedeutet all dies für Hedgefonds? Insgesamt betrachtet halten wir das künftige Umfeld für vielversprechend. Bei panikartigen, wahllosen und erzwungenen Verkäufen gewinnt niemand, doch moderate Volatilität ist insofern gut, als sie intelligent abgesicherten Strategien eine Chance bietet, auf beiden Seiten (long und short) von Transaktionen fundamentales Alpha zu erzielen.

Discretionary Macro

Für diskretionäre Manager gibt es zahlreiche potenziell attraktive Handelschancen. Diese ergeben sich aus breiten Makro-Risiken, darunter die Divergenz bei der Zentralbankpolitik und geopolitische Risiken im Zuge des Führungswechsels in wichtigen Volkswirtschaften. Die Bedeutung dieser Faktoren wurde durch den jüngsten Abverkauf am Markt unterstrichen, und dies wird aus unserer Sicht die Marktvolatilität weiter anheizen. Der jüngste Anstieg der Volatilität begünstigt Manager mit Renditeprofilen, die darauf ausgerichtet sind, höhere Volatilität auszunutzen, und mit Expertise bei der Diversifizierung von Anlageklassen, einschließlich Rohstoffen, Währungen und Festzinstiteln.

Relative Value/Anleihen – Staatliche Titel

Die Konjunkturdaten und die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken dürften in den Industrie- und Schwellenländern mittelfristig weiterhin voneinander abweichen. Die daraus resultierende Preisentwicklung an den weltweiten Festzinsmärkten dürfte volatil bleiben und potenziell attraktive Handelschancen schaffen, die Relative-Value-Chancen eher begünstigen werden als unmittelbare direktionale Wetten.

Long-Short Credit

Die Zinssätze stiegen im Laufe des Jahres 2018 generell an, und wir gehen davon aus, dass die Portfolioduration bei manchem Anleihen-Investor für Verluste gesorgt haben dürfte. Long/Short-Credit-Manager sind für dieses Umfeld aufgrund der kürzeren Duration ihrer Portfolios entsprechend gut aufgestellt und dürften durch die zunehmende Sektor- und Ratingstreuung in der Lage sein, Alpha zu erzielen. Die Manager sehen aufgrund der jüngsten Spread-Ausweitung am Jahresende viele Kaufgelegenheiten bei vereinzelten Anleihen höherer Qualität.

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Diese Dokumente beruhen auf den Analysen und Einschätzungen von K2 Advisors und weichen möglicherweise von den Einschätzungen anderer Portfoliomanager, Investmentteams oder Anlageplattformen bei Franklin Templeton Investments ab.