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Anleihen

Warum Anlagen mit fester Laufzeit für europäische Anleger interessant sein könnten

Vor dem Hintergrund dauerhaft niedriger Zinsen veranlasst die Suche nach Erträgen einige Anleger dazu, ihre Netze etwas weiter auszuwerfen. David Zahn, Head of European Fixed Income bei Franklin Templeton, betrachtet eine Idee, die das Interesse der Anleger zu wecken scheint: Anlagen mit fester Laufzeit.

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Die Suche nach Renditen stellt europäische Anleger derzeit vor ein Dilemma.

Die Zinsen in der Eurozone bleiben hartnäckig niedrig. In anderen Regionen der Welt, unter anderem auch in den USA, steigen die Zinsen gegenüber ihren historischen Tiefstständen allmählich an – aufgrund der damit verbundenen Absicherungskosten kann diese Option jedoch teuer sein.

Europäische Anleger zahlen eine erhebliche Prämie, um Dollar-Anlagen gegen Euro abzusichern. Dies kann jeglichen Renditevorteil, den US-Anlagen im Vergleich zu europäischen Assets bieten mögen, rasch zunichtemachen.

Kaum Anzeichen auf einen baldigen Wechsel der Zins-Gezeiten

Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone verlangsamt. Darüber hinaus sieht sich die Region einer Reihe politischer Belastungen ausgesetzt. So gehen wir beispielsweise davon aus, dass die Auswirkungen des Brexit auf die Region insgesamt heftiger sein werden als von vielen vorhergesagt wird.

Zudem sind für Mai Europawahlen angesetzt. Hierbei ist es durchaus möglich, dass links- und rechtsextreme populistische Parteien Zugewinne erzielen.

In Anbetracht dessen vermuten wir, dass die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbar bevorstehenden Anstiegs der Zinsen in der Eurozone zurückgegangen ist. Aber wie alle übrigen Anleger hoffen und erwarten auch wir, dass die Zinsen früher oder später wieder steigen werden.

Unsere Analyse legt nahe, dass die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich frühestens 2021 mit einer Anhebung ihrer Zinsen beginnen wird.

Vor diesem Hintergrund sehen wir ein neuerliches Interesse an sogenannten „Buy-and-Hold“-Strategien bzw. Anlagestrategien mit fester Laufzeit.

Begrenzung des Durationsrisikos

Das Wachstum hat sich in der Eurozone zuletzt zwar abgekühlt, aus unserer Sicht erscheint es jedoch weiterhin robust, und das Risiko einer Rezession innerhalb der Region bereitet uns derzeit keine Sorgen. Die Binnennachfrage sowie das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen erscheinen nach wie vor hoch.

Bezüglich eines baldigen Anstiegs der Zinsen in der Eurozone sind wir zwar skeptisch, wir sind uns jedoch der Tatsache bewusst, dass die Zentralbanker früher oder später tätig werden müssen und dass der nächste Schritt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Zinserhöhung sein dürfte.

Daher bereitet das Durationsrisiko (d.h. die Exponierung gegenüber Veränderungen der Zinsen) vielen Anlegern weiterhin erhebliche Sorgen.

Eine Anlage mit fester Laufzeit kann dieses Risiko reduzieren. Einen Anleger, dessen Anleihen seinem Anlagehorizont entsprechend fällig werden, wird es vermutlich nicht allzu sehr interessieren, wie sich die Zinsen in der Zwischenzeit entwickeln – solange er seine Kuponzahlungen erhält.

Die Attraktivität von Kreditwerten nimmt wieder zu

Die Herausforderung besteht daher darin, einen angemessenen Kupon zu identifizieren.

Wir sind der Ansicht, dass Kreditwerte im aktuellen, von dauerhaft niedrigen Zinsen geprägten Umfeld wieder als attraktive Anlageklasse für Anleger auf der Suche nach Erträgen in den Vordergrund rücken. In den jüngsten Monaten wurden sowohl hochverzinsliche als auch Investment Grade-Titel stark abverkauft.

Die Anlageklasse konnte sich im Januar zwar ein wenig erholen, die Spreads sind jedoch nach wie vor sehr viel weiter als noch zur Mitte des vergangenen Jahres.

Unternehmensanleihen sind zwar mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet als staatliche Titel, wir sind jedoch der Meinung, dass Anleger inzwischen besser für dieses Risiko vergütet werden. Darüber hinaus sind die Ausfallquoten derzeit niedrig, und wir gehen davon aus, dass sich hieran in den kommenden Jahren nicht allzu viel ändern dürfte.

Nichtsdestotrotz ist es unserer Ansicht nach wichtig, Kreditwerte in diversifizierter Form zu betrachten und sich nicht allzu stark auf einzelne Unternehmenstitel zu konzentrieren.

Und wir sind selbstverständlich auch weiterhin starke Befürworter eines aktiven Ansatzes für die Anlageverwaltung. Dies sollte bedeuten, dass in dem Fall, dass sich die Fundamentaldaten von Vermögenswerten in einem Portfolio mit fester Laufzeit doch verschlechtern, Maßnahmen ergriffen und gefährdete Titel durch andere Papiere mit ähnlichen Laufzeiten ausgetauscht werden können.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen entgegen der Zinsen. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Investmentportfolio an steigende Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Zu den Risiken von Anlagen in Anleihen mit niedrigerem Rating zählen höhere Ausfallgefahr und Kapitalverlust. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen.