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Aktien

Schließung der Performance-Lücke bei europäischen Aktien

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Obwohl sich europäische Aktien 2019 gut entwickelten, gibt es laut Katrina Dudley, Portfoliomanager von Franklin Mutual Series, nach wie vor eine beträchtliche Wert- und Performance-Lücke zu US-Aktien. In diesem Beitrag nennt sie Gründe, warum sie hinsichtlich des Umfelds für europäische Substanztitel optimistisch ist, und erörtert Ereignisse, die den Markt bewegen könnten.

Trotz anhaltender Unsicherheiten und Herausforderungen könnte sich die positive Wertentwicklung des Jahres 2019 bei europäischen Aktien auch 2020 fortsetzen. Die Ereignisse, die der Marktrally des Jahres 2019 zugrunde lagen – eine gelockerte Geldpolitik der Zentralbanken, ein deutlicherer Brexit-Pfad und Fortschritte hin zu einem Handelsabkommen zwischen den USA und China – sorgen aus unserer Sicht weiterhin für Optimismus.

Dieses positive Umfeld bedeutet für uns in Kombination mit den jüngsten Anzeichen auf eine Stabilisierung des globalen Einkaufsmanagerindex, dass die kurzfristigen Rezessionssorgen, die den Ausblick zu Anfang 2019 noch eingetrübt hatten, zu Beginn dieses neuen Jahrzehnts kein Risiko mehr darstellen. Nach dem Wechsel von Christine Lagarde an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) im November 2019 und der angekündigten Überprüfung ihres Inflationsziels, der geldpolitischen Instrumente und der Kommunikation könnte die EZB nach unserer Auffassung die Regierungen der Eurozone möglicherweise darin bestärken, ihre Volkswirtschaften in den kommenden Jahren mit fiskalischen Anreizen anzukurbeln.

Europäische Investmentthemen für das nächste Jahrzehnt

Für die Zukunft sehen wir eine Reihe weiterer Gründe, warum Anleger eine Erhöhung ihres Engagements in europäischen Aktien erwägen könnten, einschließlich des Wunsches, in Unternehmen mit relativ besseren Kennzahlen im Bereich Umwelt, Soziales und Governance (ESG) zu investieren. Die Kapitalzuflüsse in Anlagen mit ESG-Bezug steigen kontinuierlich, und das regulatorische Rahmenwerk in Europa fördert weiter die Entwicklung bewährter ESG-Praktiken und eine umfangreiche Berichterstattung durch europäische Unternehmen insbesondere bei einem Bezug zum Klimawandel.

Überdies könnte zunehmender Aktivismus europäischen Aktien Auftrieb verleihen, da aktive Aktionäre im Dialog mit Unternehmensleitungen und Führungsgremien stehen. Aus unserer Sicht könnte dieser Austausch Unternehmen zur Umstrukturierung ihres Geschäfts und so zur Steigerung der Leistung veranlassen. In einigen Fällen agieren Unternehmen als ihre eigenen Aktivisten und evaluieren Optionen, um durch die Aufteilung ihrer Sparten in getrennte Einheiten fokussierter und straffer organisiert zu sein.

Wie wir während des vergangenen Jahrzehnts bereits mehrfach angemerkt haben, ist der substanzorientierte Anlagestil aus Bewertungsperspektive bereits seit geraumer Zeit aus der Mode gekommen, und die Outperformance von Wachstumswerten gegenüber Substanztiteln war während des Jahres 2019 erheblich. Nach unserer Auffassung könnten Substanztitel allmählich wieder eine Outperformance erzielen, insbesondere, da die Anleger für die Niveaus der Aktienbewertungen sensibel werden.

Was im letzten Jahrzehnt geschah, lässt sich relativ einfach erklären: Die starke Wertentwicklung vieler weltweiter „Disruptoren“ trieb die Wertentwicklung am US-Aktienmarkt an. Dagegen sind viele der von Disruption betroffenen Unternehmen am europäischen Markt beheimatet. Nach unserer Auffassung hat der Markt dies vollständig eingepreist, wie die deutliche Bewertungslücke zwischen dem Markt in den USA und Europa beweist.

Unserer Analyse zufolge sind die Dividendenrenditen europäischer Aktien im Vergleich zu Aktien anderer Regionen einschließlich der USA weiterhin attraktiv. Anleger auf der Suche nach Rendite können die vom europäischen Markt gebotene Dividendenrendite von 3,5 % im Vergleich zu den 1,8 % beim S&P 500 Index kaum ignorieren.[1]

Steuerung der Marktvolatilität

Vor diesem für europäische Aktien positiven Hintergrund behalten wir auch andere potenziell marktbewegende Entwicklungen im Auge. Handelskriege, geopolitische Konflikte und die Veränderungen im Vereinigten Königreich im Nachgang des Brexit sowie die Unsicherheit im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2020 könnten die wirtschaftlichen Schlagzeilen auch 2020 weiter dominieren und eine unverhältnismäßig bedeutsame Ursache von Marktvolatilität darstellen.

Die Spannungen im Nahen Osten sind nach dem Tod eines amerikanischen Unternehmers im Irak Ende Dezember und der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem US-Luftangriff am 3. Januar gestiegen. Und auch wenn die Handelsspannungen mit dem „Phase 1“-Handelsabkommen zwischen den USA und China zurückgegangen sind, gibt es nach wie vor eine erhebliche Anzahl von Fragen, die noch gelöst werden müssen. Wir halten eine neuerliche Eskalation der Feindseligkeiten durchaus für möglich.

Daneben könnten anhaltende, noch zu lösende Probleme im Zuge des Brexit im weiteren Jahresverlauf für erhöhte Marktvolatilität sorgen. Daher bevorzugen wir Unternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich, aber auch weltweiten Niederlassungen, die nur einen geringen Prozentsatz ihres Umsatzes am heimischen britischen Markt erwirtschaften.

Während die Marktvolatilität für Anleger mit kurzfristigem Anlagehorizont ein Grund zur Besorgnis darstellt, sind wir als langfristig orientierte Anleger der Überzeugung, diese Turbulenzen meistern und Chancen zu attraktiven Bewertungen finden zu können.

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[1] Quelle: Bloomberg, Stand: 24. Januar 2020.