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Worauf ist die Volatilität am Ölmarkt zurückzuführen?

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Fred Fromm von der Franklin Equity Group erläutert, warum die aktuellen Angebots- und Nachfrageschocks am Ölmarkt weitgehend beispiellos sind und zu Ölpreisen führen, die für nahezu alle Marktteilnehmer unwirtschaftlich sind.

Auf der Sitzung der „OPEC+“-Länder am Freitag vereitelte Russland Angebotskürzungen zum Ausgleich des Nachfragerückgangs infolge der Ausbreitung von COVID-19.[1] Als Reaktion senkte Saudi-Arabien über das Wochenende sämtliche Exportpreise und begann an den weltweiten Ölmärkten praktisch einen Preiskrieg. Es geht allem Anschein nach darum, Russland an den Verhandlungstisch zurückzuholen und zu einer Zustimmung zu zwingen.

Nach unserer Auffassung ist die Kombination aus Nachfrageschock (durch den Coronavirus-Ausbruch) und Angebotsschock (durch die Preisrückgänge) weitgehend beispiellos und hat in den vergangenen 30 Jahren keine Entsprechung.

 

Ausblick

Die derzeitigen Ölpreise sind nach unserer Ansicht für nahezu alle Marktteilnehmer unwirtschaftlich. Während Produzenten mit höheren Kosten wie etwa die US-Schieferölbranche bei diesen Niveaus offenkundig keine Gewinne erzielen können, dürften auch Produzenten mit niedrigeren Kosten wie Russland in diesem Preisumfeld Probleme bekommen. Saudi-Arabien hat zwar sehr niedrige Produktionskosten, aber auch Investitionsbedarf im Inland, der auf lange Sicht ebenfalls höhere Ölpreise erfordern dürfte.

Dennoch gibt es nach unserer Überzeugung auf kurze Sicht oder sogar bis Ende 2020 weiteren Spielraum für anhaltend niedrige Preise. Die Ölpreise über- oder unterbieten häufig die Preisniveaus, die durch die Fundamentaldaten des Marktes angezeigt werden, und könnten Zeit benötigen, um sich wieder auf normalen Niveaus einzupendeln.

Auf längere Sicht tendieren die Energiemärkte zur Selbstkorrektur, wobei niedrige Preise zu Angebotsverringerungen führen, die den Markt ausgleichen. Nach unserer Überzeugung dürfte es bei den aktuellen Preisen zu einer erheblichen Angebotszerstörung kommen, da die Bohrtätigkeit insbesondere bei kleineren Produzenten und Produzenten mit schlechten Bilanzen verschoben bzw. gestoppt wird. Dies könnte für die Ölmärkte auf längere Sicht zwar gesund sein, ist auf kurze Sicht jedoch schmerzhaft und wird viele Branchen im Energiesektor und darüber hinaus beeinträchtigen.

Wir haben in Produzenten höherer Qualität und integrierte Ölunternehmen weiterhin Vertrauen. Diese dürften nicht nur eine Phase niedrigerer Preise überstehen, wie dies Ende 2015 und Anfang 2016 der Fall war, sondern sie dürften auch imstande sein, ihre Unternehmen für die unvermeidliche Erholung an den Märkten zu positionieren. Dieser Prozess wird jedoch sicherlich Zeit benötigen, da der Markt noch die Folgen vieler Faktoren verdaut, die auf die Preise drücken.

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[1] OPEC+ ist ein Bündnis von Ölproduzenten, das sowohl Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder umfasst.