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Wirkung des EZB-Rettungsfonds und der Zinssenkung der BoE auf europäische Anleihen

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In dieser Woche kündigten mehrere große Zentralbanken im Zuge der Coronavirus-Krise geldpolitische Anreize an. Zuletzt kappte die Bank of England (BoE) die Zinssätze auf 0,1 % und baute ihre quantitative Lockerung (QE) durch die Erhöhung des Anleihenkaufprogramms um 200 Milliarden Pfund aus. Nach unserer Ansicht wird das koordinierte Vorgehen des geldpolitischen Ausschusses und der britischen Regierung von vergangener Woche hierdurch weiter gestützt. Dies dürfte sich auf den Gilt-Markt stützend auswirken, da die Staatsausgaben im Vereinigten Königreich steigen.

Die aktuelle Volatilität am Gilt-Markt fördert die Ziele der BoE nicht. Daher kommen die neuen Maßnahmen der Notenbanker nicht überraschend. Diese letzte Maßnahme zeigt, dass die BoE dem Markt weiterhin Liquidität bereitstellen wird und die Zinssätze auf absehbare Zeit niedrig belassen will.

Da die BoE die Zinssätze auf 0,1 % und somit auf ihre selbst gesetzte Untergrenze senkte, dürfte eine weitere Lockerung nach unserer Erwartung über zusätzliche Anleihenkäufe erfolgen. Wir rechnen damit, dass die BoE über einen kurzen Zeithorizont schwerpunktmäßig Gilts aufkaufen wird. Daher dürften Gilts in den kommenden Monaten fest verankert bleiben.

Unterdessen versuchte die Europäische Zentralbank (EZB) in dieser Woche, durch die Auflegung des 750 Milliarden Euro schweren Notfall-Anleihenkaufprogramms (PEPP) ihre Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen. Das Volumen des Programms erfüllte unsere Hoffnungen an die EZB-Sitzung der letzten Woche. Vorgestellt wurde es nach mehreren Tagen mit Verwerfungen an den europäischen Anleihenmärkten.

Das letzte Paket erhöhte den Gesamtumfang des in der vergangenen Woche angekündigten, zusätzlichen QE auf 870 Milliarden Euro. Dies sollte ausreichen, um zur Beruhigung der europäischen Staatsanleihenmärkte beizutragen. Am meisten dürfte es Staatsschuldtiteln aus Italien, Spanien und Griechenland zugutekommen, aber auch die Spreads anderer europäischer Staatsanleihen dürften sich verengen. Dies zeigt auch, dass die EZB weiterhin Maßnahmen ergreifen wird, um die Marktverwerfungen infolge der Pandemie zu bekämpfen. Der Ausbau des QE dürfte für die Eurozone in Kombination mit den anderen auf der Sitzung letzter Woche von der EZB angekündigten Maßnahmen eine starke Stütze sein.

Wir erwarten auch künftig eine äußerst akkommodierende Geldpolitik und eine Stützung der Märkte durch die EZB, einhergehend mit einer von EZB-Präsidentin Christine Lagarde nachdrücklich geforderten fiskalischen Lockerung in den Ländern Europas.

Auch die Europäische Union (EU) kündigte ein 65 Milliarden Euro schweres Paket an, das den Unternehmen Liquidität bereitstellen und zur Eindämmung des Coronavirus beitragen soll. Aus unserer Sicht ist der Betrag für die Eurozone allerdings zu gering. Wir erwarten daher weitere Unterstützungsmaßnahmen.

Die EU hat jedoch überdies die fiskalischen Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts ausgesetzt. Dies gewährt den Staaten Spielraum für eine fiskalische Antwort auf die Pandemie. Einzelne Länder treffen bereits Maßnahmen. So lockert Deutschland sein bisheriges Ziel eines Haushaltsüberschusses und schwenkt auf eine Politik des „Whatever it takes“ ein. Hierbei stellt vor allem die staatliche Entwicklungsbank KfW den von der Krise getroffenen Unternehmen unbegrenzte Liquidität zur Verfügung. Das deutsche Paket dürfte ein Volumen von rund 460 Milliarden Euro haben, könnte jedoch auf 550 Milliarden Euro steigen [15 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP)].

Auch Spanien und Frankreich kündigten Pakete mit 200 beziehungsweise 300 Milliarden Euro an. Italien stellte bisher erst ein kleineres Paket vor, doch ein größeres, umfassenderes Paket dürfte bald folgen. Es gab Vorschläge, zur Bewältigung der Krise auf europäischer Ebene eine „Pandemie“-Anleihe mit wechselseitigen Garantien aufzulegen, und allem Anschein nach ist Deutschland der Idee nicht ganz abgeneigt. Insgesamt ist die Lage nach wie vor sehr unklar.

Infolge des jähen Stillstands der Wirtschaft in Europa erwarten wir in diesem Jahr spürbare Einbußen beim BIP. Aufgrund dieser Umstände – und der Ungewissheit, wie lange die Eindämmungsmaßnahmen andauern werden – ist es unverzichtbar, dass die politischen Entscheidungsträger in der EZB und der EU sowie die einzelnen Regierungen kreativ sind und weitere Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ankündigen. Aus unserer Sicht ist eine kombinierte geldpolitische und fiskalische Reaktion die einzige Möglichkeit, mit diesem systemischen Ereignis umzugehen.

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