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Multi-Asset

Das erste (und schlimmste) Quartal ist vorüber: 9 Schritte, die man jetzt tun sollte!

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Im ersten Quartal 2020 verzeichneten Aktienmärkte weltweit eines der schlechtesten Quartale in der Geschichte der globalen Finanzmärkte. Aber vielleicht ist es für Anleger an der Zeit, eine Pause einzulegen und strategisch zu denken, meinen Wylie Tollette und Gene Podkaminer von Franklin Templeton Multi-Asset Solutions. Sie bieten einige praktische Anlegerweisheiten für diese turbulenten Zeiten.

 

In mancherlei Hinsicht hat sich die Welt im ersten Quartal des Jahres 2020 grundlegend verändert. Allein der März hat gezeigt, wie sich langfristige Markttrends buchstäblich über Nacht ändern können. Und dennoch sehen wir uns immer noch mit bekannten Kompromissen konfrontiert, während wir uns der Neugewichtung und Positionierung unserer Portfolios für eine ungewisse Zukunft zuwenden. Abgesehen davon, dass sie herausfinden müssen, wie sie sich persönlich und beruflich an die sich rasch verändernde COVID-19-Pandemie anpassen können, stehen praktisch alle Anleger – private wie institutionelle – vor einer Reihe schwieriger Entscheidungen.

Was sollten Sie tun, und wann sollten Sie es tun? Diese kurze Liste soll dazu beitragen, Anlegern aller Art einen Rahmen für die Auseinandersetzung mit diesen Fragen zu bieten.

 

  1. Atmen Sie erst einmal tief durch

Wir haben den schnellsten jemals verzeichneten Einbruch von einem Rekordniveau an den Aktienmärkten zu einem Bärenmarkt erlebt – schneller noch als der Crash von 1929, der die Große Depression auslöste (siehe Grafik unten). Die Märkte scheinen Informationen heutzutage schneller zu verarbeiten, tendieren aber immer noch zu Über- und Unterreaktionen – insbesondere, wenn sie mit einem Unsicherheitsfaktor wie dem Coronavirus konfrontiert sind. Es ist praktisch unmöglich, den genauen Höchst- oder Tiefststand oder das Verhalten der Marktteilnehmer kurzfristig vorherzusagen; zudem ist dies wahrscheinlich kein lohnenswertes Unterfangen.

Es ist verständlich, dass Anleger das Gefühl haben, dass ihre Köpfen allmählich qualmen. Treten Sie einmal von Ihrem Bloomberg-Terminal oder Fernseher zurück, atmen Sie tief durch und versuchen Sie, die Lage aus langfristiger Perspektive zu betrachten. Viele von uns haben bereits zuvor schwere Marktkorrekturen erlebt. Und wir haben sie auf die eine oder andere Weise erfolgreich

bewältigt. Und auch in diesen schwierigen Zeiten werden wir unseren Weg finden. Früher oder später werden die roten Zahlen wieder grün.

  1. Betrachten Sie die Lage aus einer langfristigen Perspektive

Dies mag in der Anlagebranche zwar ein Klischee sein – „das sagen sie immer nach einem schlechten Quartal“ –, aber wir sind davon überzeugt, dass eine langfristige Perspektive für die Betrachtung der anstehenden Vermögensallokationsentscheidungen und die Positionierung eines Portfolios für künftigen Erfolg wirklich von zentraler Bedeutung ist. Die unseren Portfolios zugrundeliegenden Vermögensallokationsentscheidungen beruhen selbst auf langfristigen Annahmen. Die reptilienartigen Teile unseres Gehirns haben sich so entwickelt,

dass sie schnell und instinktiv auf unmittelbare Bedrohungen reagieren – das so genannte „schnelle Denken“.[1] Insbesondere inmitten einer globalen Virus-Pandemie, die wahrscheinlich unsere

Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert, bei der reptilienartige Denkprozesse unseren üblichen Prozess der Investitionsentscheidung verändern, ist eine langfristige Sichtweise wichtig.[2] Eine Fokussierung auf die Wertentwicklung über drei, fünf und zehn Jahre kann dazu beitragen, „langsames Denken“ zu aktivieren und eine rationalere Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Wie Sir John Templeton zu sagen pflegte: „Zu kaufen, wenn andere verkaufen, und zu verkaufen, wenn andere kaufen – das verlangt großen Mut, macht sich aber sehr bezahlt.“

  1. Denken Sie zuerst an die Risiken

Für uns als Anleger ist es unmöglich, die Renditen zu kontrollieren – denken Sie allein einmal an die letzten sechs Wochen zurück. Was wir jedoch (größtenteils) kontrollieren können, sind die Risiken, die wir in den einzelnen Bereichen unserer Portfolios eingehen. Renditen sind im Grund genommen die „Ergebnismenge“ dieser Risiken. Vielen Anlegern fehlt ein umfassendes Verständnis ihrer tatsächliche Risikokapazität, bis diese auf den Prüfstand gestellt wird, wie wahrscheinlich während der letzten sechs Wochen der Fall war.

Wir haben gerade ein Jahrzehnt hinter uns, in dem die Zentralbanken die Volatilität durch eine unkonventionelle Geldpolitik gedämpft haben. Daher hat sich die jüngste Volatilitätswelle besonders schockierend angefühlt. Es wäre ratsam, Ihre Toleranz und Kapazität für Volatilität erneut zu überprüfen und Ihre vorausschauende Vermögensallokation mit dieser (jetzt besser verstandenen) Risikobereitschaft in Einklang zu bringen. Die Alternative wäre, in relativer Unwissenheit weiter zu stolpern. Es ist besser, eine Reihe expliziter Entscheidungen zu treffen, als implizit vorwärts zu taumeln.

Ein Lichtblick: Aus Bewertungsperspektive betrachtet (so wie Benjamin Graham über Investitionen nachdachte[3]) ist ein typisches Portfolio heute tatsächlich mit einem geringeren Risiko behaftet als noch vor sechs

Wochen. Es fühlt sich wahrscheinlich nicht so an – eher so, als würden Sie eine Granate in der Hand halten – aber bei Anlagen sollte man sich nicht auf Gefühle konzentrieren (siehe „schnelles“ vs. „langsames“ Denken, wie oben erwähnt).

 

  1. Gehen Sie bei der Neugewichtung besonnen vor

Die jüngsten Marktentwicklungen stellen genau die Art von Ereignis dar, bei dem eine disziplinierte Politik zur neuerlichen Ausrichtung auf strategische Ziele ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Sie werden den optimalen Zeitpunkt nicht abpassen (siehe Anmerkungen zu Höchst- und Tiefstständen oben). Aber die Neugewichtung ist Teil einer strategischen Vermögensallokation und beruht normalerweise auf Kapitalmarkterwartungen für die nächsten 7, 10, 25 oder mehr Jahre. Dasselbe sollte für Ihr Kalkül gelten, ob Ihr Ansatz für die Neugewichtung erfolgreich ist. Wir empfehlen, Ihre Durchschnittswerte im Laufe der nächsten Monate wieder allmählich an Ihre Zielbereiche heranzuführen, während der Ausblick klarer wird, anstatt auf einen Schlag wieder genau zu Ihren Zielwerten zurückzukehren.

Selbst wenn Sie schlecht auf den jüngsten Abschwung vorbereitet waren – indem sie beispielsweise im Zuge der bis Ende 2019 verzeichneten Rally bei Aktien keine Neugewichtung weg von diesen Titeln vorgenommen haben –, haben die meisten Anleger einen Zeithorizont, der es ihnen ermöglicht, sich auf die drei-, fünf- und zehnjährigen Renditen zu konzentrieren. Und das sind in der Regel ohnehin die Zahlen, auf die es wirklich ankommt.

 

  1. Halten Sie mehr Liquidität bereit, als Sie für erforderlich halten

Die aktuelle Krise sieht im Vergleich zu 2008 zwar anders aus, einige Dinge bleiben jedoch gleich: Es gibt keinen Ersatz für Liquidität. Wenn die Märkte wegbrechen, gibt es wenig, was so nützlich ist, wie Bargeld und andere wirklich liquide Vermögenswerte. Selbst Gold – der stereotypische „sichere Anlagehafen“ für nervöse Sparer und Anleger – wurde in Mitleidenschaft gezogen. Mit anderen Worten: Bargeld ist Trumpf. Wenn Anleger mit kurzfristigen Verbindlichkeiten beschließen, ein oder zwei Jahre des prognostizierten Barmittelbedarfs in Bargeld und kurzfristige Staatsanleihen zu investieren, kann dies einem Portfolio die Möglichkeit bieten, einen kurzfristigen Verkauf langfristiger Vermögenswerte bei anhaltend volatilen Märkten zu vermeiden.

 

  1. Der Nenner kann dominieren

Zum Ende des Quartals werden Anleger mit umfangreichen illiquiden oder privaten Beteiligungen bald feststellen, dass ihre an öffentlichen Märkten notierten Anlagen eine drastische Neubewertung durchlaufen haben. Private Bestände, deren Bewertung sich in der Regel auf Gutachten stützt und eine Verzögerung von einem oder mehreren Quartalen aufweist, sind unterdessen weiterhin mit den attraktiven (wenngleich nicht mehr zutreffenden) Marktwerten zum 31. Dezember 2019 angesetzt. Dies dürfte zur Folge haben, dass die illiquiden Anlageklassen in einem Portfolio umfangreicher erscheinen als sie es wirklich sind, da die Werte zweifellos durch die jüngsten Marktturbulenzen beeinflusst werden, sich akkurate Preise jedoch nicht unmittelbar beobachten lassen.

Ganz gleich, ob ein Grundstück beispielsweise von einem REIT (täglich bewertet) oder einer Kommanditgesellschaft (vierteljährlich bewertet) gehalten wird – der wahre wirtschaftliche Wert des tatsächlich zugrunde liegenden Grundstücks sollte ähnlichen Einflüssen ausgesetzt sein. Dieses Phänomen kann es schwierig machen, die zulässigen Allokationsspannen der einzelnen Anlageklassen zu berechnen, da der Nenner der „Summe der Vermögenswerte“ unbekannt ist. Eine einfache Lösung für diejenigen, die im Rahmen einer Neugewichtung zum Ende des Quartals Allokationsentscheidungen treffen müssen, besteht darin, den Bewertungsabschlag zu schätzen und dann auf sowohl Zähler als auch Nenner anzuwenden.

  1. Es werden Kapitalabrufe auf Sie zukommen

Privatvermögen wird auf Basis der zeitlichen Anforderungen des Managers und nicht des Anlegers investiert. Nachdem ein Anleger einmal Kapital zugesagt hat, kann es durchaus sein, dass es über Jahre hinweg nicht in Anspruch genommen wird. Bei der aktuellen Marktlage werden intelligente Manager privater Anlagen nach Schnäppchen Ausschau halten und vermutlich Kapital einfordern – aller Wahrscheinlichkeit nach zur ungünstigsten Zeit für die Kapitalgeber.  Für den typischen Kleinanleger besteht eine Begleiterscheinung in der Form von unvorhergesehenen Ausgaben oder dem Verlust des Arbeitsplatzes – schwer vorhersehbar und potenziell mit erheblichen Auswirkungen. Diese Arten von Ereignissen müssen in Ihren Prognosen zu potenziellen Verbindlichkeiten und ihrem Ansatz für die Neugewichtung berücksichtigt werden – ein weiterer guter Grund, den vorstehenden Tipp Nr. 5 zu beachten.

 

  1. Vermeiden Sie kurzfristige Verkäufe langfristiger Vermögenswerte

Dies klingt offensichtlich, ist aber selbst bei kompetenten und erfahrenen Anlegern erstaunlich häufig zu beobachten. Im Nachgang der globalen Finanzkrise stellte ein institutioneller Pensionsfonds in den USA beispielsweise fest, dass sein Portfolio die vorgegebenen Allokationsspannen für Anlageklassen deutlich überschritten hatte. In Erwartung von Kapitalabrufen durch seine Private-Equity- und Immobilienmanager wurden börsennotierte Aktien 2008 und 2009 in der Nähe des Markttiefstands verkauft, um liquide Mittel zu erhalten. Während sich die Aktienmärkte in den darauffolgenden Jahren erholten, verpasste der Fonds die Rally bei diesen Aktien. Ganz ähnlich wurden einige seiner stärker gehebelten Immobilienprojekte in der Tiefe der Krise von Banken zurückgenommen. Die Folge: mehr als zehn Jahre danach hat das Immobilienportfolio die Verluste immer noch nicht wettgemacht.

Nicht realisierte Gewinne und Verluste sind genau das: nicht realisiert. Ein Verkauf langfristiger Vermögenswerte mit positiven künftigen Aussichten zu vorübergehend niedrigen Preisen verstößt gegen die erste Anleger-Binsenweisheit: „niedrig kaufen, hoch verkaufen“. Siehe vorstehenden Tipp Nr. 5, etwas mehr Liquidität vorzuhalten als man für erforderlich hält – nur für den Fall der Fälle.

 

  1. Diversifizieren Sie!

In jüngster Zeit, war es sehr schwierig, ein „langweiliges“ Portfolio zu übertreffen, dass zu 60/40 aus dem MSCI All-Country World Index (ACWI)[4] und dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index besteht (siehe nachfolgendes Diagramm). Dafür gibt es zwei Gründe, die miteinander verbunden sind: 1) die Wertentwicklung festverzinslicher Wertpapiere; und 2) die Risikodiversifizierung aufgrund der relativ hohen Allokation von 40 % auf Anleihen bei Abschwüngen am Aktienmarkt. Ein Großteil der Wertentwicklung an den Rentenmärkten war auf das Verhalten der langfristigen Zinsen während der letzten 35 Jahre zurückzuführen: sie sind konstant zurückgegangen und haben damit nicht nur den Wert langfristiger Anleihen erhöht, sondern auch eine dringend benötigte Diversifizierung gegenüber Aktienfaktoren geboten. Während sich die Renditen auf Staatsanleihen auf null zubewegen – und in zahlreichen Industrieländern bereits in der Nähe oder unterhalb von null liegen – werden sich Anleger zur Diversifizierung von Aktienrisiken sehr viel weitläufiger und genauer umschauen müssen. Auf alternative Risikoaufschläge ausgerichtete Strategien, Infrastruktur, Realvermögen und selbst die seit langem in Ungnade gefallenen Inflationsabsicherungspositionen könnten für einige Anleger innerhalb eines diversifizierten Portfolios allmählich sinnvoll werden.[5]

Und schließlich gehen wir davon aus, dass die Märkte weiterhin volatil bleiben werden, bis sich ein klarer Weg für sowohl Menschen als auch die Wirtschaft und die Kapitalmärkte für die Bewältigung der Pandemie abzeichnet. Tipp Nr. 10 lautet: Kehren Sie zu Nr. 1 zurück, und lesen Sie sich

die Liste noch einmal von vorne durch. Beginnen Sie, indem Sie ein weiteres Mal tief durchatmen. Es gibt keinen Grund zur Panik.

 

Wichtige rechtliche Hinweise

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein potenzieller Verlust des Anlagekapitals ist möglich. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Die Positionierung eines bestimmten Portfolios kann aufgrund verschiedener Faktoren von den hier dargelegten Informationen abweichen, so z. B. aufgrund der Allokationen aus dem Kernportfolio und spezifischer Anlageziele, Richtlinien, Strategien und Beschränkungen eines Portfolios. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Prognosen, Projektionen oder Schätzungen als richtig erweisen. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen in die den Zinsen entgegengesetzte Richtung. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Anlageportfolio den steigenden Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Die Anlage im Ausland ist mit besonderen Risiken verbunden, z. B. Währungsschwankungen, wirtschaftlicher Instabilität und politischen Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, die die Wertpapiermärkte stützen würden, entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Derivate, einschließlich Strategien zum Währungsmanagement, sind mit Kosten verbunden und können in einem Portfolio eine wirtschaftliche Hebelkraft entfalten, was erhebliche Volatilität verursachen und dazu führen kann, dass das Portfolio stärker an Verlusten teilhat (oder auch höhere Gewinne erzielt), als das mit der ursprünglichen Investition der Fall wäre. Wenn ein Kontrahent nicht die zugesicherte Leistung erbringt, verfehlt eine Strategie unter Umständen den erwarteten Nutzen oder realisiert Verluste. Immobilienpapiere bergen besondere Risiken, etwa Wertrückgänge des Immobilienobjekts und eine größere Empfindlichkeit gegenüber wirtschaftlichen oder regulatorischen Entwicklungen, die den Sektor beeinträchtigen. Bei Anlagen in REITs bestehen zusätzliche Risiken, weil REITs in der Regel nur in eine beschränkte Anzahl von Projekten oder in ein bestimmtes Marktsegment investieren. Sie reagieren daher im Vergleich zu breiter diversifizierten Anlagen stärker auf widrige Entwicklungen, die einzelne Projekte oder Marktsegmente betreffen. Bei aktiv verwalteten Strategien könnten Verluste entstehen, wenn sich das Urteil des Anlageverwalters in Bezug auf Märkte, Zinssätze oder die Attraktivität, relativen Werte, Liquidität oder potenzielle Wertsteigerung bestimmter für ein Portfolio getätigter Anlagen als unzutreffend herausstellt. Es kann nicht garantiert werden, dass mit den Anlagetechniken oder Entscheidungen eines Anlageverwalters die gewünschten Ergebnisse erzielen werden.

[1] Kahneman, D. Thinking, Fast and Slow, New York: Farrar, Straus and Giroux, 2011.

[2] P. Slovic, M. Finucane, E. Peters, and D. MacGregor. „The affect heuristic“, European Journal of Operational Research, Vol. 177, Ausgabe 3, März 2007; Shiller, R. „The Two Pandemics“, Project Syndicate, 31. März 2020.

[3] Graham, B. The Intelligent Investor, New York: Harper Business, 2006.

[4] Der MSCI ACWI umfasst Unternehmen mit hoher, mittlerer und geringer Kapitalisierung aus 23 Industrie- und 26 Schwellenländern. Der Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index ist ein breit angelegter Flaggschiff-Referenzindex, der den Investment-Grade-Markt für festverzinsliche, auf US-Dollar lautende steuerpflichtige Anleihen misst. Der Index umfasst Staatsanleihen, Anleihen staatsnaher Emittenten, Unternehmensanleihen, hypothekenbesicherte Wertpapiere, forderungsbesicherte Wertpapiere und durch Gewerbehypotheken besicherte Wertpapiere. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

[5] Diversifizierung ist keine Gewinngarantie und bietet keinen Schutz vor Verlusten.