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kurz notiert: eine neue Globalisierung entsteht

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Stephen Dover, unser Head of Equities, präsentiert seine Sichtweise zur Globalisierung im Windschatten von COVID-19.

Stephen Dover, unser Head of Equities, äußert sich zur neuen Globalisierung, wie der Mittlere Westen der USA zum neuen aufstrebenden Markt werden könnte und was dies seiner Meinung nach für strategische Branchen und Lieferketten bedeutet.

Die globale Ausbreitung von COVID-19 könnte weltweit den Umgang von Ländern und Unternehmen miteinander verändern. Bereits vor der aktuellen Krise gab es Handelskriege und eine erstarkende Antiglobalisierungsbewegung. Da die Menschen in dieser Gesundheitskrise eine starke Führung ihrer jeweiligen Regierungen erhoffen, ist eine Zunahme des Nationalismus zu erwarten. Hat die Globalisierung ausgedient? Keineswegs! Ich glaube vielmehr, dass COVID-19 ein Katalysator für die Entstehung einer neuen Globalisierung ist.

  • Neu definierte „strategische Branchen“ werden auf lokale Beschaffung und Herstellung angewiesen sein. Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsversorgung, Lebensmitteldienste, 5G-Netze, Telekommunikation und vielleicht einige weitere Technologien werden zunehmend auf heimische Anbieter setzen.
  • Die Lieferketten werden sich von der „Just-in-Time“-Bestandsverwaltung und -herstellung auf „Just-in-Case“ umstellen. Wahrscheinlich werden Unternehmen ihre Produktions- und Lieferketten von China weg in andere Länder und in das eigene Land verlagern. Dies wird weniger effizient und somit kostspieliger für die Unternehmen und letztlich teurer für die Verbraucher sein.
  • Unternehmen, die zur lokalen Erschließung von Lieferketten beitragen, werden profitieren. Technologische Innovationen wie Robotik, 3D-Druck, künstliche Intelligenz und automatisierte Produktionsanlagen werden eine lokalere Fertigung ermöglichen.
  • „Arbeit von zu Hause“ wird zu „Arbeit an jedem Ort“. Viele Unternehmen werden es ihren Mitarbeitern in absehbarer Zeit entweder erlauben oder von ihnen verlangen, außerhalb des Büros zu arbeiten. Auch wenn sich die Fertigung vor Ort ansiedelt, können Unternehmen Arbeitnehmer von jedem Standort aus weltweit zusammenführen. Heimarbeit bringt enorme Probleme in puncto Cybersicherheit mit sich und dürfte daher eine gute Gelegenheit für Unternehmen sein, die in diesem Bereich tätig sind.
  • Mögliche Wiederbelebung von Industrieausgaben. Investitionen könnten in der Wirtschaft an Bedeutung gewinnen, wenn Unternehmen die Produktion nach Hause holen.
  • Der Mittlere Westen der USA könnte zu einem „neuen aufstrebenden Markt“ werden. Der Mittlere Westen könnte genau die richtige Mischung aus Arbeitskräften und einem erschwinglichen Lebensstandard für US-Unternehmen bieten, die eine lokale Fertigung anstreben.
  • Neue Beschränkungen bei Kapitalströmen und ausländischen Investitionen: Die Kredite und Zuschüsse, die die Regierungen den Unternehmen während der Krise gewährt haben, werden ihnen mehr Einfluss darauf geben, wie Unternehmen künftig handeln werden. Die Regierungen könnten ausländische Kapitalinvestitionen und ausländische Beteiligungen an inländischen Unternehmen beschränken.

Ich glaube nicht, dass wir vor COVID-19 eine echte Globalisierung hatten. China produzierte den größten Teil der Weltexporte, und die Vereinigten Staaten waren – und bleiben – sein größter Kunde. Die Vereinigten Staaten und andere Industrieländer werden wahrscheinlich ihre Lieferketten diversifizieren, insbesondere zugunsten anderer Schwellenländer. Nachbarländer wie Südostasien oder Mexiko, die problemlos Industrieländer beliefern können, dürften von dieser Entwicklung also profitieren.

WELCHE RISIKEN BESTEHEN?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen, wirtschaftliche Unsicherheit und politische Veränderungen. Anlagen in Schwellenländern sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus dem kleineren Marktumfang, der geringeren Liquidität sowie dem Mangel an festen rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte. Solche Anlagen können im Verlauf eines Jahres erheblichen Preisschwankungen unterliegen. Anlagen im Rohstoffsektor bergen spezifische Risiken, unter anderem weil sie stärker auf widrige Veränderungen der den Sektor betreffenden wirtschaftlichen Entwicklung oder regulatorischen Entwicklungen reagieren.