Beyond Bulls & Bears

Aktien

Kurze Überlegungen: Die Entkopplung zwischen Wall Street und Main Street

Dieses Posting steht Ihnen in den folgenden Sprachen zur Verfügung: Englisch Französisch Italienisch Spanisch

Ein Blick darauf, wie COVID-19 den wirtschaftlichen Wandel beschleunigt und was die Ursache für den Aufschwung an den Börsen im zweiten Quartal sein könnte.

Stephen Dover, unser Head of Equities, wirft einen Blick darauf, wie COVID-19 den wirtschaftlichen Wandel beschleunigt, und erklärt, was die Ursache für den Aufschwung an den Börsen im zweiten Quartal sein könnte.

Die Aktienmärkte haben sich von der Realwirtschaft entkoppelt. Trotz Wirtschaftsdaten, die auf weitreichenden wirtschaftlichen Schaden hindeuten, verharren die Aktienkurse auf einem hohen Niveau. Die fiskalischen, geldpolitischen und politischen Reaktionen auf die COVID-19-Krise führten weltweit zu einer Liquiditätsschwemme und kurzfristigen fiskalischen Anreizen. Ein Großteil dieser Liquidität fließt in die Aktienmärkte. Dies erklärt weitgehend den Anstieg der Märkte im zweiten Quartal.

Die COVID-19-Pandemie scheint Veränderungen vorangetrieben zu haben, die andernfalls mindestens zehn Jahre gedauert hätten. Lesen Sie dazu unseren globalen Investmentausblick, in dem wir zahlreiche Faktoren erörtern, die sich aktuell auf die Märkte auswirken, darunter:

  • Wellen von COVID-19-Infektionen, historische Unruhen in Verbindung mit rassischer Ungerechtigkeit, die bevorstehenden US-Wahlen sowie wachsende Spannungen zwischen den USA und China.
  • Beispiele für rasche Veränderungen in der Industrie sind unter anderem: das Arbeiten von einem beliebigen Ort aus, Sport und Unterhaltung aus der Ferne, eine verstärkte Nutzung von Restaurantmitnahme- und Lieferdiensten, zunehmende Branchenkonsolidierungen, Lieferketten, die ins Inland zurückkehren, Insolvenzen vieler kleiner Unternehmen – besonders im Einzelhandel – und die Verlagerung von städtischen Knotenpunkten des digitalen Zeitalters in kostengünstigere Gebiete.
  • Während niedrige Zinsen, fiskalische Anreize und leicht verfügbare Finanzmittel weltweit dazu beitragen, schwache Unternehmen am Leben zu halten, sind Schulden kein Ersatz für verlorene Einnahmen und Gewinne.
  • Die FAAANM-Aktien (Facebook, Apple, Alphabet, Amazon, Netflix und Microsoft) sind seit 2015 um 263,82 % gestiegen – etwa ein Drittel der Rendite des S&P 500 Index. Der Rest des US-Aktienmarkts (S&P 500 Index ohne die FAAANMs) legte um 35,68 % zu.1
  • Die US-Märkte haben die ausländischen Märkte im Allgemeinen übertroffen. Schließt man die FAAANM-Aktien aus den US-Indizes aus, haben sich die US-Aktienmärkte allerdings in etwa im Einklang mit den Märkten im Ausland entwickelt und jegliche Unterschiede sind auf Währungsbewegungen zurückzuführen.

Die zentrale Frage für die Zukunft lautet, ob die Aktienmärkte infolge der geldpolitischen und fiskalischen Reaktionen weiter zulegen werden oder ob sie etwas zum Absturz bringen könnte. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die Entkopplung zwischen Aktienmarkt und wirtschaftlichen Fundamentaldaten nicht für immer andauern wird. Meines Erachtens zeichnen sich Unternehmen, die sich im Laufe der Zeit gut entwickeln werden, durch Folgendes aus: klare Geschäftsstrategien, wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile, Vielfalt in der Belegschaft, Aufmerksamkeit für ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und Governance), Renditen über den Kapitalkosten, starke Bilanzen, positiver Cashflow und Fähigkeiten zur Nutzung von Technologie.

Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Substanzwerte verzeichnen mitunter manchmal nicht die erwarteten Kursanstiege oder verlieren weiter an Wert. Insoweit ein Portfolio sich auf bestimmte Länder, Regionen, Branchen, Sektoren oder Arten von Anlagen konzentriert, kann es anfälliger für ungünstige Entwicklungen in solchen Schwerpunktbereichen sein als ein Portfolio, das in einem breiteren Spektrum von Ländern, Regionen, Branchen, Sektoren oder Anlageformen investiert. Bei aktiv verwalteten Strategien könnten Verluste entstehen, wenn sich das Urteil des Anlageverwalters in Bezug auf Märkte, Zinssätze oder die Attraktivität, relativen Werte, Liquidität oder potenzielle Wertsteigerung bestimmter für ein Portfolio getätigter Anlagen als unzutreffend herausstellt. Es kann nicht garantiert werden, dass die Anlagetechniken oder Entscheidungen eines Anlageverwalters zu den gewünschten Ergebnissen führen.

——————————————————

FUSSNOTEN

  1. Quelle: FactSet, Stand: 30. Juni 2020. Indizes werden nicht gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.