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Anlagen in Technologiewerte: Ein Blick über den US-Markt hinaus lohnt sich

Meist beherrschen die großen Namen aus den USA die Diskussion um Anlagen im Technologiesektor. Dabei werden viele innovative internationale Technologieunternehmen oftmals übersehen, meinen John Remmert und Don Huber von der Franklin Equity Group.

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Von Cloud Computing und E-Commerce bis hin zu sauberer Technologie und selbstfahrenden Autos: Technologie war in den vergangenen Jahren einer der gefragtesten Sektoren des Aktienmarktes. Für gewöhnlich denkt man bei Anlagen in Technologiewerte gleich an das Silicon Valley in Kalifornien, das einige der weltweit bekanntesten Technologiegiganten und viele hoffnungsvolle innovative Startups beherbergt. In den letzten Jahren haben sich zudem viele chinesische Technologiegiganten einen Namen gemacht. Oftmals übersehen werden dabei unserer Ansicht nach die zahlreichen innovativen internationalen Technologieunternehmen, die zwar weder die Bekanntheit noch die schiere Größe ihrer Mitbewerber aus den USA oder China aufweisen, aber den technologischen Wandel der Weltwirtschaft an führender Stelle mitgestalten.

Die Marktkapitalisierungslücke

Die Mega Caps des US-Technologiesektors dominieren wegen ihrer zunehmenden Größe und des wachsenden Interesses der Anleger in den letzten Jahren nicht nur weltweit die Schlagzeilen, sondern auch die Referenzindizes für internationale und US-Aktien. Auch die chinesischen Technologie- und Internetunternehmen nehmen in den Schwellenländerindizes ein immer größeres Gewicht ein.

Einige Zahlenbeispiele belegen, wie stark der US-Technologiesektor dominiert: Am 31. Dezember 2020 betrug seine Gewichtung nach Angaben von MSCI im MSCI USA Index über 29 %, im MSCI World Index war es über ein Fünftel.1 Die Gewichtung von IT-Aktien im globalen Referenzindex ist auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Diese Zahlen veranschaulichen zwar auf einfache Weise, wie dominant US-Technologieaktien geworden sind. Allerdings gibt die Größe der IT-Branche allein kein vollständiges Bild von der Dominanz der Technologie ab, denn Interneteinzelhändler und Social-Media-Unternehmen werden zyklischen Konsumgütern bzw. Kommunikationsdiensten zugerechnet. In den Schwellenländern stellt sich die Lage ähnlich dar: Hier macht der Technologiesektor 20 % des MSCI Emerging Markets Index aus, wobei viele der chinesischen Internetgiganten darin noch gar nicht berücksichtigt sind.

In den Industrieländern außerhalb der USA sieht die Situation ganz anders aus. Technologie zählt an den internationalen Aktienmärkten noch nicht einmal zu den fünf größten Sektoren und hatte im MSCI EAFE Index Ende 2020 laut MSCI lediglich eine Gewichtung von 9 %. Wenngleich sie aus Marktkapitalisierungssicht nicht dominant sind, haben wir eine erhebliche Zahl von vielversprechenden kleineren, hochwertigen Technologieunternehmen gefunden. Unserer Einschätzung nach lohnt sich eine Anlage in diese Unternehmen, weil sie ebenso innovativ und wachstumsstark sind wie die US-Unternehmen, die in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.

Klein, aber oho

Trotz der niedrigen Gewichtung von Technologieaktien in den Referenzindizes der Industrieländer (ohne USA) bestimmen gut etablierte und aufstrebende internationale Unternehmen in Bereichen wie Cybersicherheit, künstliche Intelligenz, Cloud Computing, fortschrittliche Fahrzeugkomponenten, Zahlungstechnologie, 5G und E-Commerce die Entwicklung an führender Stelle mit.

Diese Technologieunternehmen tragen dazu bei, wichtige langfristige Trends wie Telearbeit, Durchsetzung des E-Commerce, autonomes Fahren und Elektrifizierung von Fahrzeugen sowie die Verbreitung von „intelligenten Geräten“, auf die sich das Internet der Dinge stützt, voranzutreiben – und profitieren gleichzeitig von diesen Entwicklungen.

Diese Trends kennen keine geografischen Grenzen. Die USA bleiben zwar weltweit ein bedeutender Akteur im Technologiesektor, doch einige europäische Unternehmen sind Marktführer im finanziellen Zahlungsverkehr und bei Online-Reisedienstleistungen. In Israel sind indessen unserer Ansicht nach einige der weltweit besten Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit angesiedelt. Im E-Commerce haben wir ebenfalls festgestellt, dass lokal gewachsene Unternehmen die Bedürfnisse der Verbraucher in ihren Heimmärkten besser verstehen als ihre größeren, bekannteren US-Mitbewerber.

Technologie sorgt außerdem für Umbrüche in etablierten Branchen. Unternehmen in den Sektoren Industrie, Materialien und Energie setzen zunehmend Software- und Automatisierungslösungen ein, um ihr Geschäft in der sich rasch entwickelnden Weltwirtschaft besser steuern zu können. Diese Softwareunternehmen helfen etablierten Unternehmen dabei, ihre Ressourcen, ihr Vermögen und ihre Herstellungsanlagen mithilfe von Daten und Analysen besser zu nutzen. Unternehmen im Materialsektor setzen indessen wissenschaftliche Daten und Analysetools ein, um weltweite Bedürfnisse in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Die globale Pandemie hat diese Trends im vergangenen Jahr zusätzlich beschleunigt, doch wir erwarten, dass sich diese Entwicklung auch noch lange nach ihrer Eindämmung fortsetzt. In all diesen Bereichen haben viele Unternehmen außerhalb der USA dazu beigetragen, die Innovation durch Dienstleistungen, Software und fortschrittliche Halbleiter voranzutreiben.

Fokus auf Wachstum und Qualität

Der Pool potenzieller Anlagechancen außerhalb der USA ist tiefer, als die Aktienindizes vermuten lassen. Wir erkennen deshalb weiterhin Chancen im Technologiesektor außerhalb der USA. Dabei konzentrieren wir uns auf Unternehmen, die sich nicht nur durch ein an diese langfristigen Trends gekoppeltes, robustes Wachstum, sondern auch durch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil auszeichnen und höchsten Qualitätsmaßstäben genügen, etwa durch ihr starkes Managementteam und ihre solide Bilanz.  Es bedarf eines rigorosen Bottom-up-Anlageansatzes, um diese Chancen zu erkennen, insbesondere da diese Technologieunternehmen in den Standard-Aktienindizes unterrepräsentiert sind. Wir geben unseren Analysten daher ausreichend Zeit für das fundierte Research, das notwendig ist, um weniger bekannte Technologieaktien aufzuspüren.

Statt auf Großunternehmen mit verschiedenen Geschäftssparten fokussieren wir auf Technologieunternehmen mit einer klaren Konzentration in bestimmten Geschäftsfeldern. Dadurch können wir besser verstehen, welche Faktoren sich auf ihren Umsatz und Gewinn auswirken. Dieser Ansatz führt uns auf dem Spektrum der Marktkapitalisierung nach unten zu Mid- und Large-Cap-Unternehmen, die sich in einer früheren Phase ihres Wachstumszyklus befinden, aber ein bewährtes Geschäftsmodell haben und gewöhnlich nicht im Referenzindex vertreten sind.

Möglicherweise ist aufgrund der größeren wirtschaftlichen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie und den Impffortschritten Anfang 2021 weltweit kurzfristig mit einer gewissen Marktvolatilität zu rechnen. Unserer Einschätzung nach wird sich die technologische Innovation in der Weltwirtschaft jedoch rasch fortsetzen. Internationale Unternehmen, die diese aufkommenden und gut etablierten langfristigen Wachstumstrends für sich nutzen können, werden sich auf lange Sicht von ihren Mitbewerbern abheben. Technologie und Innovation beschränken sich nicht nur auf die USA.

 

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder auch an den allgemeinen Marktbedingungen. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. mit Währungsschwankungen, wirtschaftlicher Instabilität und politischen Entwicklungen. Bei Anlagen in Schwellenländern sind diese Risiken noch ausgeprägter. Hinzu kommen Risiken, die mit der geringeren Größe und Liquidität dieser Märkte zusammenhängen. Die Technologiebranche kann durch die Veralterung bestehender Technologie, kurze Produktzyklen, sinkende Preise und Gewinne, Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer und die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen erheblich beeinflusst werden. Kleinere und neuere Unternehmen können auf Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besonders empfindlich reagieren. Ihre Wachstumsaussichten sind weniger sicher als die von größeren, besser etablierten Unternehmen, und sie können volatil sein.


1 Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt.

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